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Sie zaubern Geschichten auf die Tanz-Bühne

Dieses Duo versteht sich: Lorena Zumstein aus Kriens und die Nidwaldnerin Annette Meier reisen an die Showdance-Weltmeisterschaften nach Prag. Und auch in der beruflichen Zukunft soll ihre Vorliebe eine Rolle spielen.
Theres Bühlmann
Sind bereit für die Weltmeisterschaft in Prag: Annette Meier (links) und Lorena Zumstein. (Bild: Eveline Beerkircher (Kriens, 22. September 2018)

Sind bereit für die Weltmeisterschaft in Prag: Annette Meier (links) und Lorena Zumstein. (Bild: Eveline Beerkircher (Kriens, 22. September 2018)

Alles sieht sehr harmonisch aus, fliessend, kraftvoll, gepaart mit Eleganz und Ausdrucksstärke. Sie gehören im Showdance und Jazz-Moderndance zu den Besten in der Schweiz. Sie, das sind die 19-jährige Lorena Zumstein aus Kriens und die gleichaltrige Annette Meier aus Hergiswil (NW). Sie holten sich in ihren Disziplinen schon mehrfach den Schweizer Duo-Meister-Titel und als Karrierehöhepunkt 2017 einen feinen 4. Platz an der WM.

Was für Zuschauer ein Genuss bedeutet, ist für die Tänzerinnen sehr harte Arbeit: 1000 Schweisstropfen für zweieinhalb Minuten perfekte Harmonie. So lange dauert nämlich ihre Performance, die sie an der Showdance-Weltmeisterschaft in der Kategorie Duo Adult in Prag (26. September bis 30. September) vorführen werden. Als Überschrift für ihre Darbietung wählten sie den Titel «Saturday Night». Interpretiert und tänzerisch umgesetzt wird der Song «Feeling Good» von Michael Bublé. «Inhaltlich zeigen wir, wie man an einem Samstagabend in den früheren Zeiten getanzt hat», sagt Lorena Zumstein.

Beide treten in der tschechischen Hauptstadt auch noch als Solistinnen an. «Überall die erste Runde überstehen», haben sie sich als Ziele vorgenommen. Es ist bereits ihre dritte Teilnahme an Welttitelkämpfen. Die Kostüme wählen sie jeweils gemeinsam aus, ebenso die Musik. Bei der Choreografie können sie auf die Unterstützung ihrer Trainerinnen zählen.

Sie sind bereit für die Weltmeisterschaft in Prag: Lorena Zumstein (links) und Annette Meier in der Ballett Akademie in Kriens. (Bilder Eveline Beerkircher, 22. September 2018).
«Annette kann sehr beharrlich sein», sagt Lorena Zumstein (rechts) über ihre Kollegin.
Lorena Zumstein.
Annette Meier (links) und Lorena Zumstein im Training.
«Ich schätze an Lorena ihre direkte Art», sagt Annette Meier über ihre Kollegin.
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Sie brillieren mit Ausdrucksstärke und Eleganz

Von der Skifahrerin zur Tänzerin

Lorena Zumstein und Annette Meier tanzen schon seit 10 Jahren zusammen, wobei ihre Anfänge unterschiedlich waren. Die Krienserin fand im Alter von vier Jahren zu ihrer heutigen Leidenschaft. «Ich sah damals einen Film, in dem Barbie Ballett tanzte – und das hat mich inspiriert.» Die Nidwaldnerin tanzt seit ihrem dritten Lebensjahr, holte sich auch als Skifahrerin des SC Hergiswil Lorbeeren. Dann wurde ihre Karriere auf den zwei Brettern jäh gebremst: Bei einem Unfall mit 12 Jahren zog sie sich vier angebrochene Rückenwirbel zu. «Heute gehe ich noch in der Freizeit mit meiner Familie zum Skifahren.»

Beide haben eine klassische Ballettausbildung absolviert, trainieren fast jeden Tag, 12 Stunden in der Woche im Studio in der Ballett Akademie Luzern in Kriens, dazu kommt noch individuelles Training, bei Lorena Zumstein im mentalen Bereich, Annette Meier ist oft im Fitnesscenter anzutreffen. Im Gleichschritt marschiert das sympathische Duo auch, was ihre Präferenzen betrifft: Moderndance. Aber auch Hip-Hop steht hoch in ihrer Gunst «und dies möchten wir in Zukunft noch intensivieren». Beide hatten auch schon Auftritte bei den Musical-Galas im Le Théâtre.

Traum vom Engagement auf dem Kreuzfahrtschiff

Auch gemeinsam ist ihnen ihre schulische Ausbildung, sie besuchen die Talents School der Frei’s Schulen in Luzern. Und es versteht sich fast von selbst, dass ihre zukünftige berufliche Ausrichtung dem Tanzen gilt. «Einmal damit den Lebensunterhalt bestreiten», sagt Annette Meier, und Lorena Zumstein möchte später als Tänzerin auf einem Kreuzfahrtschiff arbeiten.

Ihre Leidenschaft für das Tanzen bringt es mit sich, dass sie viel Zeit zusammen verbringen. Da ist viel gegenseitiges Verständnis gefragt. «Annette kann sehr beharrlich sein, wenn sie anderer Meinung ist als ich, zum Beispiel, was Elemente unserer Vorführung betreffen», sagt Lorena Zumstein. «Aber wir finden immer wieder einen Konsens, denn sie ist sehr verständnisvoll, wir sind fast wie Geschwister.» Und umgekehrt findet Annette Meier ihre Tanzpartnerin manchmal etwas stur, «aber ich schätze an Lorena ihre direkte Art, sie sagt immer klipp und klar, wenn ihr etwas nicht passt.»

Beide können auf familiären Support zählen. Helen und Markus Meier unterstützen ihre Tochter wo immer möglich, wobei Vater Markus jeweils die Vorführungen auf Video aufnimmt, um diese später zu analysieren. «Der Rückhalt der Familie bedeutet mir sehr viel», so Annette Meier. Lorena Zumsteins Vater Fredy organisiert viel, bucht unter anderem Flüge und Hotelzimmer und ist ebenfalls bei den Auftritten der Tochter dabei. Ebenso Mutter Patricia, die auch hinter den Kulissen anzutreffen ist «und mir dadurch sehr viel Kraft gibt», sagt Lorena. Diese Unterstützung sei wichtig, weil sie ohne Trainerinnen an die Grossanlässe reisen, da diese zuhause unterrichten müssen.

Die langen Sommerferien benutzt das Duo jeweils, um sich im Ausland neue Inputs zu holen. Im Sommer machten sie Halt in Los Angeles, Annette eine Woche, Lorena derer zwei und besuchten dort den Unterricht im Millennium Dance Complex. Im letzten Jahr verweilten sie in Cannes. «Wir erhalten so neue Einblicke und bleiben technisch und auch konditionell auf der Höhe.»

Der Fokus ist nun auf Prag gerichtet. Später stehen noch der World Cup (Showdance) und die EM in Moderndance in St. Petersburg auf dem Programm, ein World Cup in Riesa (GER) und Anfang Dezember folgt noch die Moderndance-WM in Polen.

Koffer packen, heisst es immer wieder. Und Koffer auspacken, um wieder ihre Geschichten auf die Bühne zu zaubern.

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