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Die junge Tennisspielerin Tina Nadine Smith muss konstanter werden

An der ITF-Luzern-U18-Competition erfüllt die topgesetzte Tina Nadine Smith aus Meggen die Erwartungen nicht.
Marco Keller

Der Erstkontakt zwischen Tennistrainer und Schüler erfolgt normalerweise per Telefon, via E-Mail oder durch Vermittlung. Speziell, wenn es um Spieler geht, die schon ein hohes Niveau erreicht haben. Diese Story beginnt aber an einer Ballmaschine. Es ist Juni, wir sind in Trimbach und Tennisfachmann Rolf Bühler bemerkt eine Linkshänderin, die mit Vehemenz auf die Bälle einschlägt, die ihr der computerisierte Ballersatz zuspielt. Morgens um 7 notabene, mutterseelenallein.

Am nächsten frühen Morgen wiederholt sich das Szenario und am dritten Tag fragt der ehemalige Schweizer Fed-Cup-Captain das Mädchen nach dessen Namen. Mit der Antwort kann er noch nicht viel anfangen. Tina Nadine Smith aus Meggen, die zwei Pässe hat und international unter der Flagge ihres australischen Vaters aufläuft, ist zwar in der Juniorenszene ein Begriff, aber Bühler ist derzeit eher auf Erwachsenenstufe aktiv und betreut mit Yuki Naito eine 18-jährige Japanerin, die schon an die Top 200 der Weltrangliste klopft.

Das nächste Ziel sind die Junioren-Grand-Slams

Was er aber sieht, gefällt ihm. Die Einstellung von Smith, die zuletzt länger ohne Coach unterwegs war, stimmt: Die Leidenschaft ist da, die Bereitschaft zum Erbringen von Opfern. Sie selber umschreibt es so: «Ich liebe es, auf dem Platz zu stehen, Bälle zu schlagen und Wege zu finden, um zu gewinnen.» Kein Wunder, ist ihr Vorbild Rafael Nadal, der jeden Ball so schlägt, als ob es der letzte seiner Karriere sein könnte. Pushen, das erkennt Bühler schon bald, wird er Smith nicht müssen, eher bremsen: «Sie muss noch lernen, dass Regeneration auch zum Training gehört.»

Der lose Kontakt wird intensiver, auch mit dem Segen von Naito. «Nach dem ersten gemeinsamen Training sagte Yuki: ‹Die ist cool, die kannst du häufiger bringen›», sagt Bühler und lacht. Er ist mit dem Auftakt zufrieden und umreisst die Ziele für die nächsten Monate: «Tina ist enorm arbeitswillig. Sie muss nun in den Turnieren konstanter werden. Sie spielt sehr gute Matches und dann andere, in denen es gar nicht läuft.»

Einen solchen hat sie gerade hinter sich, als das Gespräch stattfindet: Bei der ITF-Luzern-U18-Competition war sie topgesetzt, blieb aber am Mittwoch im Achtelfinal gegen die überragend aufspielende 14-jährige Polin Malwina Rowinska chancenlos und verlor 0:6, 3:6. Bühlers Fazit fiel zweigeteilt aus: «Einerseits tut es mir natürlich weh, wenn meine Spielerin so verliert, andererseits habe ich sehr viel gesehen, woran wir nun arbeiten können.»

Trübsal geblasen wurde nicht: Schon am Donnerstag war um 8 Uhr wieder Trainingsbeginn, am Freitag erfolgte früher als erwartet der Abflug nach Südafrika, wo sie zuerst zwei ITF-Junioren und dann zwei Future-Turniere bestreitet. Bei Letzteren wird dann Bühler nicht mehr dabei sein, dafür reist die Mutter von Tina nach. Platz 203 im ITF-Ranking belegt die Luzernerin derzeit, bis Ende Februar sind nun rund 10 Juniorenturniere der Grades A, 1 und 2 geplant. «Danach ist das Ranking hoffentlich so gut, dass sie in die Junioren-Grand-Slams reinkommt», sagt Bühler. Erste Erfahrungen hat sie dort bereits gesammelt: Im Januar durfte sie an der Qualifikation zu den Australian Open in Melbourne teilnehmen. Das nächste Ziel ist klar – die Hauptfelder.

Martina Hingis inspiriert die Junghoffnungen

Eingerahmt von den Co-Turnierdirektoren Kiantki Thomas (links) und Philip Horyna (recht) sind von links: Urs Kamber (Präsident TC Luzern Lido), Marco Keller (OK-Mitglied), Martina Hingis, Harald Leemann und Töchterchen Lia. Bild: PD (Luzern, 7. September 2019)

Eingerahmt von den Co-Turnierdirektoren Kiantki Thomas (links) und Philip Horyna (recht) sind von links: Urs Kamber (Präsident TC Luzern Lido), Marco Keller (OK-Mitglied), Martina Hingis, Harald Leemann und Töchterchen Lia. Bild: PD (Luzern, 7. September 2019)

Ein Hauch Weltklasse ist während der ITF-Luzern-U18-Competition immer über dem TC Luzern Lido. So viel Weltklasse wie am vergangenen Samstag gab es aber am einzigen Innerschweizer Turnier mit Weltranglistenpunkten noch nie. Martina Hingis (38), die ehemalige Weltranglistenerste, beehrte das Turnier am Finaltag während mehrerer Stunden, zusammen mit Ehemann Harald Leemann und Töchterchen Lia. «Das ist eine unglaubliche Inspiration für die Kids und uns Organisatoren», freute sich Co-Turnierdirektor Philip Horyna. Hingis sah viele hoffnungsvolle Talente mit berechtigten Träumen. Gerade bei den Girls muss man sich viele Namen der diesjährigen Austragung merken, besonders die von drei 14-Jährigen. Im Einzel verblüffte Malwina Rowinska in ihrem ersten ITF-Turnier. Die Polin pflügte regelrecht durch Qualifikation und Haupttableau, fegte auch drei Gesetzte vom Platz und gewann sieben Sätze zu null. Im Final scheiterte sie dann an der Ballsicherheit der ein Jahr älteren Deutschen Sarah Müller. Den Triumph des Jahrgangs 2005 rundeten im Doppel Karolina Kozakova und Céline Naef ab. Die beiden Dauerrivalinnen, Freundinnen und Team-Europameisterinnen lieferten sich erbitterte Duelle am Töggelikasten, auf dem Platz harmonierten sie aber bestens. Zahlreiche lokale Cracks massen sich ebenfalls mit der internationalen Konkurrenz. Für die besten Resultate sorgte Yanis Moundir mit dem Viertelfinal im Einzel und dem Halbfinal im Doppel, zusammen mit David Limacher. (mk)

14. ITF-Luzern-U18-Competition. Einzel. Boys. Halbfinals: Matej Galik (SVK/1) s. Geri Inoue (JPN/3) 7:6 (8:6), 6:7 (2:7), 6:2. Maikel De Boes (BEL/4) s. Jan Sebesta (SUI/13) 6:4, 6:3. – Final: De Boes s Galik 6:3, 3:6, 7:5. Girls. Halbfinals: Sarah Müller (GER/2) s. Julie Sappl (SUI/6) 6:2, 6:2. Malwina Rowinska (POL/Q) s. Melody Hefti (SUI/3) 6:3, 6:0. – Final: Müller s. Rowinska 6:1, 6:2. Doppel. Finals. Boys: Geri Inoue/Felix Nordby (NOR/JPN/2) s. De Boes/Galik 6:2, 7:6 (8:6). – Girls: Karolina Kozakova/Céline Naef (SUI/5) s. Malwina Rowinska/Mia Liepert (POL/AUT) 6:4, 6:4. Zentralschweizer Resultate. Qualifikation. 1. Runde. Boys: Yaka Sokolaj (Allmend) s. Luc Woodall (GBR) 6:1, 6:0. Jamie Krattiger (SUI) s. Meo Trinkler (Meggen) 6:4, 6:0. – 2. Runde: Sokolaj s. Louis Bourn (SUI) 6:3, 6:1. – 3. Runde: Sven Brocker (SUI) s. Sokolaj 6:3, 7:6 – Girls. 2. Runde: Lena Peyer (Lido) s. Viktoria Kurz (AUT) 6:3, 6:1. Haupttableau. Boys. 1. Runde: Yanis Moundir (Meggen) s. Nicolas Grünig (SUI) 6:1, 4:6, 6:2. David Limacher (Meggen) s. Jasin Jakupi (SUI) 4:6, 6:4, 6:4. Andrin Züllig (Zug) s. Srijan Singh (AUS) 6:2, 6:3. Sokolaj (LL) s. James Van Herzeele (BEL) 6:3, 6:3. Luca Fe D’Ostiani (ITA) s. Andrin Casanova (Meggen) 4:6, 7:6 (7:5), 6:3. – 2. Runde: Moundir s. Nelio Rottaris (SUI/9) 6:4, 6:2. Limacher s. Keanu Elias Immler (AUT/11) 1:6, 7:5, 6:3. De Boes s. Züllig 6:3, 6:4. Serafin Zünd (LIE/10) s. Sokolaj 6:2, 7:6 (7:2). – 3. Runde: Moundir s. Brocker 3:6, 6:1, 6:3. Alessio Basile (BEL/7) s. Limacher 6:2, 3:6, 7:6 (8:6). – Viertelfinal: Galik s. Moundir 6:1, 6:3. Girls. 1. Runde: Esmeralda Brunner (Lido) s. Ilona Freitag (SUI) 6:1, 6:4. Denise Torrealba (GER) s. Michelle Lanz (Lido) 7:6 (7:2), 4:6, 7:5. Lisa Küng (SUI) s. Joelle Lanz (Lido) 6:2, 6:2. Emma Penné (SUI) s. Lena Peyer (Q) 6:4, 6:2. Ginevra Gottardi (ITA) s. Sara Radojevic (Allmend Zug) 6:4, 0:6, 6:3. – 2. Runde: Tina Nadine Smith (AUS/Meggen/1) s. Gottardi 6:2, 6:3. Anastasia Rakita (RUS/5) s. Brunner 6:1, 6:2. – 3. Runde: Rowinska s. Smith 6:0, 6:3. Doppel. Boys. 1. Runde: Til Brunner/Andrin Casanova s. Jasin Jakupi/Andrin Züllig 6:7 (9:11), 6:4, 10:6. Limacher/Moundir s. Graziani/Huang (SUI) 6:2, 6:1. – 2. Runde: Limacher/Moundir s. Stepanow/Van Herzeele (BLR/BEL/7) 6:2, 6:1. Albrecht/D’Hulst (GER/BEL/5) s. Elia Affolter/Yaka Sokolaj w.o. – Viertelfinal: Limacher/Moundir s. Dietrich/Von Meyenburg (SUI) 6:7 (4:7), 6:4, 11:9. – Halbfinal: De Boes/Galik s. Limacher/Moundir 7:5, 5:7, 10:6. Girls. 2. Runde: Esmeralda Brunner/Lena Peyer s. Cembranos/Schalch (SUI/6) w.o. Gottardi/Penné (ITA/SUI/8) s. Michelle Lanz/Joelle Lanz 6:3, 6:4. – Viertelfinal: Rowinska/Liepert s. Brunner/Peyer 6:4, 6:2.

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