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Spannung und quietschende Reifen im Rollstuhlbasket-Cupfinal

In einem spannenden Cupfinal müssen sich die Pilatus Dragons ihrem Genfer Erzrivalen Aigles de Meyrin geschlagen geben. Doch die nächste Chance auf einen Titel kommt bald.
Theres Bühlmann
Versucht für die Pilatus Dragons zu punkten: Matthias Suter. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)Versucht für die Pilatus Dragons zu punkten: Matthias Suter. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)
Nicolas Hausammann von den Pilatus Dragons stürzt nach einem Crash. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)Nicolas Hausammann von den Pilatus Dragons stürzt nach einem Crash. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)
Markus Lampart von den Pilatus Dragons erhält während der Partie eine Massage. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)Markus Lampart von den Pilatus Dragons erhält während der Partie eine Massage. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)
Die Hände der Spieler werden in die Mitleidenschaft gezogen. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)Die Hände der Spieler werden in die Mitleidenschaft gezogen. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)
Die Mannschaft der Pilatus Dragons. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)Die Mannschaft der Pilatus Dragons. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)
Matthias Suter beim Freiwurf. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)Matthias Suter beim Freiwurf. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)
Markus Lampart. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)Markus Lampart. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)
Markus Lampart von den Pilatus Dragons, während links die Matthias Suter von Les Aigles de Meyrin aus dem Rollstuhl befördert wird. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)Markus Lampart von den Pilatus Dragons, während links die Matthias Suter von Les Aigles de Meyrin aus dem Rollstuhl befördert wird. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)
Matthias Suter von den Pilatus Dragons (links). (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)Matthias Suter von den Pilatus Dragons (links). (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)
Walter Spuler von den Pilatus Dragons nach dem Spiel und der gewonnenen Silbermedaille. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)Walter Spuler von den Pilatus Dragons nach dem Spiel und der gewonnenen Silbermedaille. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)
Um diesen Pokal geht es. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)Um diesen Pokal geht es. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)
Werkzeug für den Notfall, falls an den Rollstühlen etwas repariert werden muss. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)Werkzeug für den Notfall, falls an den Rollstühlen etwas repariert werden muss. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)
Louka Real von den Pilatus Dragons erhält die Silbermedaille. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)Louka Real von den Pilatus Dragons erhält die Silbermedaille. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)
Louka Real am Ball. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)Louka Real am Ball. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)
Nicolas Hausammann am Ball. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)Nicolas Hausammann am Ball. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)
Medaillen für die Zweitbesten. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)Medaillen für die Zweitbesten. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)
Ein Stapel voller Taschen für die Räder der Rollstühle. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)Ein Stapel voller Taschen für die Räder der Rollstühle. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)
Die Medaille für die Sieger. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)Die Medaille für die Sieger. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)
Ersatzräder stehen für den Fall der Fälle bereit. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)Ersatzräder stehen für den Fall der Fälle bereit. (Bild: Roger Grütter, Nottwil, 13. April 2019)
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Rollstuhlbasketball: Ein Augenschein bei den Pilatus Dragons

Alles war angerichtet in der Nottwiler SPZ-Sporthalle. Pokal und Medaillen lagen bereit, die Zuschauer nahmen ihre Plätze ein und warteten gespannt auf den Showdown der beiden Giganten. Zur Austragung gelangte das Finalspiel im Schweizer Cup der Rollstuhlbasketballer zwischen den Lokalmatadoren Pilatus Dragons und ihren Genfer Erzrivalen Aigles de Meyrin.

Rollstuhlbasket ist eine attraktive Sportart, die gekennzeichnet ist durch viel Tempo, Action und Kampfgeist. Weil die Spieler unterschiedlich starke Handicaps haben, gibt es eine Klassifizierung. Je nach körperlicher Funktionsfähigkeit wird diese von 1,0 bis 4,5 Punkten eingestuft. Spieler mit einem hohen Behinderungsgrad sind mit 1,0 klassiert, jene mit geringerer Behinderung mit 4,5. Die fünf Akteure pro Team auf dem Feld dürfen zusammen nicht mehr als 14,5 Punkte aufweisen.

Pilatus Dragons ohne Headcoach Gregor Konda

Die Dragons konnten in der Vergangenheit die Cup-Trophäe bereits 25 Mal gewinnen, seit 2007 12 Mal in Folge. Also schickten sie sich an, am Samstag mit einem Sieg ihr eh schon umfangreiches Palmarès zu vergrössern. Erst einmal hiess es für die Akteure einspielen: anschieben, prellen, zielen, werfen. Dann folgten das obligatorische Gruppenbild und später die Nationalhymne. Kurz vor 19.30 Uhr begaben sich die Protagonisten auf das Feld, noch einmal ein paar Sprints, bis die Reifen quietschten.

Die Pilatus Dragons mussten ohne ihren Headcoach Gregor Konda auskommen, der beruflich verhindert war. Seinen Part übernahm der in Schönenwerd wohnhafte Spielertrainer Nicolas Hausammann (38), der einst 2007/2008 in Deutschland bei Lahn-Dill, wo er auch deutscher Meister wurde und ein Jahr später in Italien bei Santo Stefano als Profi spielte. Heute ist er als Verantwortlicher für das Sportmarketing bei der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung zuständig und amtet seit 2013 auch als Schweizer Nationaltrainer.

Beide Lager konnten am Samstag auf ihre Fans – deren 350 pilgerten in die SPZ-Halle – zählen, und der mitgereiste Genfer Anhang war mit seinen Kuhglocken auch nicht zu überhören. Die Gastgeber gerieten zu Beginn in Rücklage, die Zuspiele gestalteten sich teilweise ungenau, an der Treffsicherheit haperte es manchmal auch, und ab und zu fehlte halt einfach das berühmte Quäntchen Glück. Jedenfalls lagen sie einmal mit neun Punkten im Rückstand – und die einheimischen Fans litten mit. Doch die Dragons holten auf, und die Seiten wurden beim Stande von 33:29 gewechselt. Es war eine gute erste Hälfte, welche die Einheimischen zeigten. «Ja also, es geht doch», liess sich ein Dragons-Anhänger vernehmen, und die Welt war wieder in Ordnung.

Halbzeitpause im falschen Moment

Doch nur für kurze Zeit, denn der Beginn der zweiten Hälfte liess sich für die Gastgeber alles andere als gut an. Sie bekundeten Probleme bei den Rebounds und mit ihren schnellen Gegenstössen erhöhten die Genfer sukzessive ihr Punktekonto, bei denen der ehemalige Dragons-Akteur Schwan Wahab kaum zu bremsen war. Mit 46:42 übernahmen die Gegner nach dem dritten Viertel die Führung, und sollten diese nicht mehr abgeben. Die Dragons kamen zwar immer wieder bis auf einen oder zwei Punkte an den Gegner heran, dann wurde Dave Jauch, der in der ersten Halbzeit mit zwölf Zählern bester Punktelieferant der Dragons war, nach seinem fünften Foul ausgeschlossen, was sich negativ auswirkte.

Die Korbmaschinerie der Genfer lief nun auf Hochtouren, brachte deren Anhang zum Jubeln und jenen der Dragons zum Verzweifeln. Doch diese gaben, wie die Akteure auf dem Feld, nie auf, versuchten mit rhythmischem Klatschen und «Go-go»-Rufen ihr Team wieder nach vorne zu bringen. Die Zentralschweizer unternahmen alles, um das Blatt noch zu wenden, gingen auch viel Risiko ein – und wurden doch nicht belohnt. Dann 3, 2, 1 – Schlusssirene. Aus, Ende. Die Dragons mussten sich mit 54:72 geschlagen geben. Nach zwölf Siegen in Folge beim Cup riss diese Serie. Doch der Schlussapplaus war auch ihnen sicher.

Grosse Enttäuschung bei den Pilatus Dragons

Die Dragons nahmen die Silbermedaillen in Empfang, während die Genfer die Siegertrophäe in die Höhe stemmten. Und aus den Lautsprechern tönte, man ahnt es, der Song «We Are The Champions». Die Enttäuschung bei den Pilatus Dragons war gross, auch bei Nicolas Hausammann: «Wir haben in der zweiten Hälfte unsere Chancen nicht verwertet und mussten dauernd einem Rückstand hinterherfahren. Dazu kam das foulbedingte Ausscheiden von Dave Jauch. So fiel unser Spiel auseinander, es passte nicht mehr viel zusammen. Vor allem unsere Fehlpässe haben dem Gegner einfache Punkte beschert und ihn stark gemacht.» Und der 25-jährige Dave Jauch sagte: «Diese Niederlage tut weh.»

Er blickt wie das ganze Team nun dem nächsten Highlight entgegen, denn die Dragons haben noch Chancen, einen Titel zu gewinnen, jener des Schweizer Meisters. Sie führen im Playoff-Final der Best-of-3-Serie mit 1:0 und können am 4. Mai in der SPZ-Halle alles klar machen. Gegner ist – wie könnte es auch anders sein – Aigles de Meyrin.

Schweizer Cupfinal: Pilatus Dragons – Aigles de Meyrin 54:72 (14:20, 19:9, 9:17, 12:26).

Pilatus Dragons spielten mit: Real, Lampart (2), Spuler (5), Hausammann (16), Rothacher, Jauch (14), Suter (17).

So funktioniert Rollstuhl-Basketball:

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