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Obwaldner Spätzünder hat Ambitionen auf eine Skikarriere

Gianluca Amstutz soll dereinst nachrücken, wenn das Schweizer Abfahrtsteam nicht mehr auf Beat Feuz, Marc Gisin oder Carlo Janka zählen kann. Der Schweizer U21-Meister hat in den letzten Tagen Weltcup-Luft geschnuppert.
Peter Gerber Plech
Gianluca Amstutz überspringt im Abfahrtstraining auf dem Lauberhorn den Hundschopf. (Bild: Sven Thomann/Freshfocus (Wengen, 16. Januar 2019)

Gianluca Amstutz überspringt im Abfahrtstraining auf dem Lauberhorn den Hundschopf. (Bild: Sven Thomann/Freshfocus (Wengen, 16. Januar 2019)

Er hat die Lauberhorn-Strecke im Training zweimal bezwungen und er hat Teile der Streif in Kitzbühel bewältigt. Was also soll Gianluca Amstutz, den 21 Jahre alten Skirennfahrer aus Sachseln, noch schrecken? Auf jeden Fall nehme er aus den Fahrten am Lauberhorn und auf der Streif die gemachten Erfahrungen mit. Und auch eine wichtige Erkenntnis: «Wenn man als Abfahrer diese Strecken geschafft hat, dann schafft man auch andere Herausforderungen. Mein Selbstvertrauen ist dadurch sicher gewachsen», sagt Amstutz.

Lauberhorn-Schlüsselstellen wie Hundschopf oder Brüggli-S hatte er 2017 und 2019 während den Europcup-Rennen schon kennen gelernt und auch mit der Streif konnte er 2017 bereits Bekanntschaft schliessen. In Wengen hätten sich seine Gedanken, bevor er am 16. Januar am Lauberhorn zum ersten Mal die längste Abfahrt in Angriff genommen habe, primär um die Stellen nach dem Silberhorn-Sprung und das Ziel-S gedreht. «Ich habe mich gefragt, wie wohl meine Beine nach zwei Minuten Fahrzeit reagieren werden, und wie ich die dann noch zu fahrenden 35 Sekunden und das Ziel-S überstehen kann.» 7,79 Sekunden büsste der Lauberhorn-Neuling auf den Trainingsschnellsten Beat Feuz ein.

Körperliche Defizite inzwischen wettgemacht

Im ersten Moment sei er glücklich darüber gewesen, heil im Ziel angekommen zu sein. Aber – ganz Rennfahrer – dann habe er sich sehr schnell für die gefahrene Zeit interessiert, sagt der Zentralschweizer. «In der Videoanalyse habe ich gesehen, wo noch grosse Unterschiede zwischen mir und den Top-Fahrern bestehen. Zum Beispiel was die Hocke betrifft. Das war sehr aufschlussreich.» Am Wochenende hat er auf der Streif in Kitzbühel trainiert und gestern die Europacup-Abfahrt bestritten. Im Vergleich zum Weltcup fehlten die Startpassage und die schwierige Traverse Richtung Ziel, aber die vereiste Strecke mit Mausefalle, dem extrem anspruchsvollen Steilhang oder dem Lärchenschuss blieb eine Herausforderung. Dass Gianluca Amstutz, dessen Vorbild Bode Miller war und ist, sportlich überhaupt beim Skifahren gelandet ist, hat eine gewisse Logik. Schon die Eltern sind, wenn auch nicht auf den höchsten Stufen, Rennen gefahren. Kommt dazu, dass ein verwandtschaftliches Verhältnis zu einer sechsfachen Weltmeisterin und zweimaligen Gesamtweltcupsiegerin besteht. «Stimmt, Erika Hess ist die Cousine meines Vaters. Und damit ist Marco Reymond, der ja kürzlich sein erste Weltcup-Rennen gefahren ist, mein Coucousin.»

Selber sei er eher ein skifahrerischer Spätzünder, der zu JO-Zeiten selten ganz vorne habe mitmischen können, sagt er. Amstutz habe als 15-/16-Jähriger im Vergleich mit Gleichaltrigen körperliche Defizite gehabt, sagt auch Silvan Epp, der ehemalige Rennfahrer und jetzige Trainer im Nationalen Leistungszentrum Mitte. «Gianluca war eher klein und schmächtig. Damit er aber dennoch hat mithalten können, hat er viel und hart gearbeitet. Und das zeichnet ihn heute, nachdem er den körperlichen Rückstand wettgemacht hat, immer noch aus.»

Aktuell geniesst die Karriere als Rennfahrer bei Gianluca Amstutz Priorität. «Wenn ich Jahr für Jahr Fortschritte mache und ich dem Ziel, einmal zu den besten Abfahrern der Welt zu gehören, näherkomme, bleibt das auch so», sagt er. Mit den Fahrten am Lauberhorn und auf der Streif hat Amstutz im Januar 2019 ganz wichtige Schritte auf seinem Weg getan. Die nächsten Ziele des Zentralschweizers sind die Selektion für die Verbandskader und der Aufstieg in die Weltcupgruppe, der in zwei oder drei Jahren erfolgen soll.

Kitzbühel (AUT). Europacup-Abfahrt der Männer: 1. Danklmaier (AUT) 1:21,19. 2. Nils Mani (SUI) 0,35 zurück. 3. Lars Rösti (SUI) 0,40. Ferner die weiteren Schweizer in den Top 30: 6. Urs Kryenbühl 0,88. 10. Marco Kohler 1,44. 20. Arnaud Boisset 1,69. Ferner: 50. Gianluca Amstutz 4,42.

Stand im Europacup. Gesamtwertung (nach 16 von 34 Rennen): 1. Maurberger (ITA) 413. 2. Braathen (NOR) 352. 3. Haugan (NOR) 297. 4. Stefan Rogentin (SUI) 288. Ferner: 9. Gino Caviezel (SUI) 218.

Zinal. Europacup-Riesenslalom der Frauen: 1. Gritsch (AUT) 2:21,10. 2. Staalnacke (SWE) 0,68. 3. Melesi (ITA) 1,13. Ferner die Schweizerinnen in den Top 30: 6. Camille Rast 1,34. 8. Lorina Zelger 1,49. 9. Andrea Ellenberger 2,08. 12. Aline Danioth 2,52. 16. Rahel Kopp 2,78. 19. Simone Wild 3,11. 22. Lindy Etzensperger 3,31. 23. Charlotte Lingg 3,38. 24. Elena Stoffel 3,62. 26. Jasmina Suter 3,76.

Stand im Europacup. Gesamtwertung (nach 14 von 34 Rennen): 1. Reisinger (AUT) 459. 2. Delago (ITA) 393. 3. Melesi 360. Ferner: 6. Luana Flütsch (SUI) 286. 7. Nathalie Gröbli (SUI) 274. 9. Juliana Suter (SUI) 250.

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