Handball
Der BSV Stans beweist Nehmerqualitäten und feiert Remis wie einen Sieg

Ein packendes 26:26-Unentschieden, vier rote Karten und eine schwere Verletzung: Das Stanser NLB-Heimspiel gegen Schaffhausens GS/Kadetten Espoirs hat es in sich.

Stephan Santschi
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Die Stanser Handballer mit Carlo Femiano (am Ball) mussten einige Rückschläge einstecken, gaben aber nicht klein bei.

Die Stanser Handballer mit Carlo Femiano (am Ball) mussten einige Rückschläge einstecken, gaben aber nicht klein bei.

Bild: Manuela Jans-Koch (Stans, 11. Dezember 2021)

Am Ende feierte Ralf Stojan das Unentschieden wie einen Sieg, auch die 410 Zuschauer auf der Tribüne der Eichlihalle spendeten der Mannschaft Applaus.

«Es war sehr intensiv. Wegen des Spielverlaufs fühlte es sich eher wie ein gewonnener Punkt an»,

erklärte der Stanser Trainer seine positiven Emotionen. Kurz zuvor hatte seine Mannschaft den letzten Angriff der GS/Kadetten Espoirs geblockt und das 26:26-Remis über die Zeit retten können.

Bereits nach fünf Minuten hielt die Partie für die Nidwaldner einen einschneidenden Moment bereit. In einem Gegenstoss wurde Nando Kuster von Gregor Rilak hart zu Boden gecheckt. Der Schaffhauser sah die rote Karte, Kuster musste mit grossen Schmerzen ausgewechselt werden. Wie sich später zeigte, erlitt er eine Schultereckgelenksprengung, die eine lange Pause nach sich zieht. «Ein unsportliches Foul», enervierte sich Stojan, dem die Tragweite des Ausfalls sofort bewusst war: «Nando ist unser Abwehrchef, unser Einpeitscher und Vize-Captain.»

Auch Luca Stadelmann sieht Rot

Luca Stadelmann übernahm fortan Kusters Part als zentraler Verteidiger in der 5:1-Abwehr und als Kreisläufer im Angriff. Obwohl er seine Sache ordentlich machte, schien den Stansern der Schreck des frühen Ausfalls von Kuster in den Gliedern zu stecken. Die frühe 5:1-Führung hatten die Schaffhauser nach 12 Minuten wieder egalisiert (6:6), bis zur Pause bewegten sich die beiden Teams im Gleichschritt (14:14). Die Stanser agierten im Angriff mitunter hektisch und setzten zu oft auf Einzelaktionen.

Nach dem Seitenwechsel kam bald der nächste Rückschlag. Stadelmann kassierte bereits in der 34. Minute die dritte Zweiminutenstrafe und musste den Platz mit einer roten Karte verlassen. Für ihn sprang nun vorne wie hinten Basil Gnos in die Bresche. Die Aufgabe wurde noch komplizierter, bis zur 39. Minute gerieten die Stanser mit 16:19 in Rückstand. Trotz der personellen Probleme, trotz einem robusten Gegner mit Akteuren wie Neo-Nationalspieler Lionel Mirdita und GC Amicitia-Flügel David Hrachovec, gaben sie aber nicht klein bei. Das imponierte Trainer Stojan:

«Auch wenn nicht alles gepasst hat, so haben wir doch immer weitergemacht.»

«Platz fünf, da lacht das Herz»

Die Stanser deckten leidenschaftlich und hatten mit Noah Ineichen einen starken Goalie, der unter anderem drei Penalties hielt. Im Angriff agierten sie bei einer Trefferquote von 47 Prozent zuweilen zwar fahrlässig, glichen das Skore in der 48. Minute aber erstmals wieder aus (22:22). Symptomatisch für ihren Auftritt war die Leistung von Fernando Skrebsky Dutra. Als Spielmacher und vorgestellter Verteidiger spielte er 60 Minuten durch, investierte viel, traf falsche Entscheidungen, liess sich aber nicht unterkriegen und erzielte neun Treffer.

Eine halbe Minute vor dem Ende führte Schaffhausen mit 26:25 und wollte das Spiel mit einem siebten Feldspieler entscheiden. Ein technischer Fehler ermöglichte Stans aber den Gegenstoss, Carlo Femiano glich aus, eine letzte Rangelei führte zu zwei weiteren roten Karten (Livio Wanner; Mirdita), dann war Schluss. «Wenn man gemeinsam eine solche Sache durchmacht, ist das ein weiterer Entwicklungsschritt», sagte Stojan. Und mit Blick auf die Tabelle hielt er fest:

«Mit Platz fünf lacht das Herz. Mittlerweile sind wir in dieser Liga eine kleine Hausnummer.»

Stans – GS/Kadetten Espoirs 26:26 (14:14)
Eichli. – 410 Zuschauer. – Strafen: 8-mal 2 Minuten plus rote Karten für Stadelmann (34./3-mal 2 Minuten) und Wanner (60./Unsportlichkeit) gegen Stans, 7-mal 2 Minuten plus rote Karten für Rilak (6./grobes Foul) und Mirdita (60./Unsportlichkeit) gegen GS/Kadetten Espoirs. – Stans: Ineichen (13 Paraden, 1 Tor); Wanner, Achermann (4 Tore), Skrebsky Dutra (9/4), Nauer (3), Femiano (2), Kuster (1); Stadelmann (1), Pereira de Oliveira (3), Gnos (2). – Bemerkungen: Ineichen pariert Penalties von Mirdita (22./10:9), Hrachovec (26./12:11) und Zehnder (56./23:25). Hottinger pariert Penalty von Femiano (27./12:11).