Luzerner Starkwindsegler sind auch stark bei wenig Wind

An den Schweizer Meisterschaften der Tempest- und der «blu26»-Klasse in Brunnen segeln Zentralschweizer in beiden Kategorien auf das Podest. Reto Kunz (YC Sempachersee) wird Vizemeister bei den Tempest-Jachten.

Walter Rudin
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Tempestsegler Reto Kunz (am Steuer) und Bart van Weezenbeek: Mit viel Speed und grosser Konzentration zum Vizemeistertitel. Bild: Walter Rudin (Sisikon, 23. Juni 2019)

Tempestsegler Reto Kunz (am Steuer) und Bart van Weezenbeek: Mit viel Speed und grosser Konzentration zum Vizemeistertitel. Bild: Walter Rudin (Sisikon, 23. Juni 2019)

Der Luzerner Reto Kunz ist bereits als Kind auf der Tempest-Jacht seiner Eltern gesegelt. Seine Begeisterung für dieses Boot hat bis heute angehalten. «Sie ist rasant wie eine Jolle, aber sicher wie eine Jacht. Sie ist ein Boot mit Trapez und Spinnaker, das über hervorragende sportliche Segeleigenschaften verfügt», schwärmt Kunz.

Mittlerweile regattiert Reto Kunz seit 14 Jahren auf dem Boot seiner Eltern mit Bart van Weezenbeek als Vorschoter. Das Duo war schon an Welt- und Europameisterschaften. Einen ihrer grössten Erfolge konnten die beiden Regatteure aber am Wochenende an den den Schweizer Meisterschaften 2019 feiern.

Wind lässt lange auf sich warten

Der Regattaverein Brunnen führte in zwei Swiss Sailing Klassen die Meisterschaft durch: für die offene Kieljacht Tempest und für die blu26, einen modernen Daysailer. Dabei kam am Freitag keine gültige Wettfahrt zu Stande und auch am regnerischen Samstag wartete man lange auf ein bisschen Wind. Schliesslich konnte aber je ein Lauf im Gersauer Becken und auf dem Urnersee gesegelt werden. Am Sonntag bot der Urnersee dann aber, was man sich von ihm verspricht: Mehrere Wettfahrten bei herrlicher Thermik versöhnten die zuvor arg strapazierten Regatteure.

Eigentlich war das Tempest-Duo Kunz/van Weezenbeek nicht besonders stark in die Saison gestartet. Vor zwei Wochen war man auf dem Heimrevier Sempachersee nicht über einen Mittelfeldplatz hinausgekommen. Die beiden als Starkwindsegler eingestuften Regatteure überraschten dann aber mit ihren zwei Ehrenplätzen zum Auftakt der Meisterschaft am Samstag bei eher wenig Wind. «Wir hatten kurz vor Regattabeginn noch einen Wantenbruch zu reparieren, vielleicht hat uns das richtig wach gemacht», meinte Reto Kunz lächelnd. «Es hat nachher einfach alles gestimmt. Wir hatten neue Segel, einen guten Trimm und ein schnelles Boot.» Mit guten Resultaten am Sonntag konnten die beiden ihre Position sichern und holten sich verdient den Vize-Meistertitel. Auf dem undankbaren vierten Platz landete Rolf Hunkeler vom Yachtclub Tivoli.

Bronze für Adamczyk

Gleich vier Zuger Jachten kämpften im kleinen Feld der blu26-Jachten um den Schweizer-Meister-Titel. Dank einer Leistungssteigerung in den beiden Schlussläufen konnte das Team von Michael Adamczyk mit Paula Wollkopf, Christian Wollkopf, Gianpietro Cerletti-Schöb und Lino Cerletti vom Yachtclub Zug noch Platz drei erobern. Platz fünf ging an die Zuger Crew von Markus Bohren.

Nur 13 Boote erreichen das Ziel der 50-Meilen-Trophy

Die im Rahmen des Vierwaldstättersee-Cups ausgetragene 50-Meilen-Trophy litt unter den widrigen Bedingungen. Dauerregen und die Suche nach Wind forderten den Regatteuren alles ab. Nach dem Start am Samstagmorgen um sieben Uhr brauchten die Segler den ganzen Tag für den langen Weg durch den gesamten Vierwaldstättersee. Von den über 30 gestarteten Jachten erreichten nur gerade deren 13 letztlich das Ziel in Stansstad. Nach über 13-stündigem Kampf auf dem Wasser kreuzte Peter Seinet mit seiner «Quant30» als Erster die Ziellinie. In der Racer-Klasse 1 siegte Lukas Ammann mit einer «Esse850», bei den Racern 2 gewann Roger Schumacher mit der «Platu25». Bei den Cruisern ging der Sieg an Altmeister Herbert Hösli auf der «Inferno29». (wr)


Hinweis Infos und Resultate unter: www.vierwaldstaettersee-cup.ch