Steigerungslauf im Engelberger Nachtsprint unter Flutlicht

Die Ersatzstrecke beim Nachtsprint in Engelberg hat sich bewährt. Samuel Beeler geht erstmals als Sieger hervor.

Roland Bösch
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Samuel Beeler (vorne) hofft, dass ihm der Sieg neuen Schwung verleiht.

Samuel Beeler (vorne) hofft, dass ihm der Sieg neuen Schwung verleiht.

Bild: Max Kraut (Engelberg, 7. Februar 2020)

«Die Strecke hat gut gepasst und die Lichtverhältnisse stellten kein Problem dar», gibt der Rothenthurmer Langläufer Samuel Beeler im Ziel des 17. Nachtsprints Engelberg zu Protokoll. Die Zufriedenheit kommt nicht von ungefähr, hat der gelernte Elektroinstallateur doch kurz davor zum ersten Mal das Flutlichtspektakel im Klosterdorf gewinnen können. Die Aussage des Siegers stellte für den OK-Präsidenten Beat Waser vom Nidwaldner Skiverband eine Genugtuung dar. «Glücklicherweise konnten sich alle Startenden gut mit der Situation arrangieren und zeigten Verständnis für unsere Ersatzstrecke», bilanzierte Waser.

Aufgrund der knappen Schneedecke wurde der Sprint vom Fusse der grossen Titlis-Schanze auf die Erlenwiese verlegt, welche über produzierten Schnee, aber keine eigentliche Flutlichtanlage verfügt. Dank den angrenzenden Strassenlampen sowie der Beleuchtung des nahe gelegenen Sportingparks und des Fussballplatzes fanden sich die Sportler auf der Strecke zurecht. Organisatoren und Sportler profitierten zudem von einer Vollmondnacht.

Aufsteller nach verhaltenen Schweizer Meisterschaften

Samuel Beeler, der im Prolog noch Dritter geworden war, legte einen Steigerungslauf hin und liess im Finallauf gegen Daniel Grätzer sowie Bruno Briker und Bruno Joller nichts anbrennen. Für den jungen Sportler, der gestern seinen 21. Geburtstag feiern konnte, war der Sieg ein Aufsteller. Vor Wochenfrist bei den Schweizer Meisterschaften im Langlauf kam Beeler nicht richtig auf Touren. Die beiden Distanzrennen beendete er nur als 27. «Ich habe im Sommer enorm viel trainiert und fühlte mich zu Beginn der Saison sehr gut. Dieses Leistungsniveau konnte ich aber nicht halten», blickt Beeler zurück. Der Schwyzer hofft mit dem Sieg in Engelberg, Schwung für die nationalen Rennen mitnehmen zu können. Der Langlaufsport bedeutet Beeler alles, daher arbeitet er im Winter in einem stark reduzierten Pensum auf seinem erlernten Beruf.

Bianca Buholzer, die U18-Nachwuchshoffnung aus Schwarzenberg, kam, sah und siegte. Bereits im Prolog deutete die Athletin des Skiclubs Horw mit der schnellsten Zeit ihre Siegerambitionen an. Während Buholzer, die übrigens 2016 bereits einmal in der Kategorie U14 als Siegerin hervorging, ungefährdet ihrem ersten Sieg bei der Elite entgegenlief, kam es zwischen den Verfolgerinnen zum Dreikampf. Dieser konnte die Marbacherin Selina Haas zu ihren Gunsten entscheiden. Lokalmatadorin Laura Bütler schaffte es auf Rang 3, die ehemalige C-Kaderläuferin Stefanie Arnold musste sich mit dem vierten Rang begnügen.Nerven aus Stahl zeigte im Finallauf Philippe Meyer aus Horw. Lange lief der 16-Jährige das Rennen an den Fersen seines Clubkollegen Armando Spaeti. Auf der Zielgerade legte der Sportmittelschüler einen Zahn zu und liess sich als U20-Sieger feiern. Obwohl Meyer den Nachtsprint als U14-Läufer bereits einmal für sich entscheiden konnte, sieht er sich nicht als Sprintspezialist. «Ich bin gut in meine erste FIS-Saison gestartet und fühle mich mittlerweile auch auf den längeren Distanzen ziemlich wohl», erklärte er. Unterstrichen hat er dies unter anderem mit dem soliden 14. Rang beim Einzelrennen über 10 km an den nationalen Meisterschaften in Realp.

Nachtsprint Engelberg

Finalläufe. Frauen (14 Klassierte): 1. Bianca Buholzer (Horw). 2. Selina Haas (Marbach). 3. Laura Bütler (Engelberg). – U16 (8): 1. Nadia Steiger (Horw). 2. Mirjam Föhn (Ibach). 3. Ronja Rietveld (Schwendi-Langis). – U14 (14): 1. Zoë Felder (Schwendi-Langis). 2. Jasmin Zumbühl (Bannalp-Wolfenschiessen). 3. Molly Kafka (Schwendi-Langis). – U12 (17): 1. Elena Frei (Unterschächen). 2. Nina Walker (Unterschächen). 3. Giannina Piller (Schwendi-Langis).
Männer (16 Klassierte): 1. Samuel Beeler (Rothenthurm). 2. Daniel Grätzer (Drusberg). 3. Bruno Briker (Unterschächen). – U18/U20 (13): 1. Philippe Meyer (Horw). 2. Armando Spaeti (Horw). 3. Gian-Andri Müller (Einsiedeln). – U16 (11): 1. Matthias Riebli (Schwendi-Langis). 2. Kilian Zumbühl (Büren-Oberdorf). 3. Julian Emmenegger (Flühli). – U14 (12): 1. Gian-Luca Haas (Marbach). 2. Tim Gisler (Unterschächen). 3. Elias Haas (Marbach). – U12 (12): Nico Briker (Unterschächen). 2. Marco Lauber (Horw). 3. Livio Huber (Horw).
Rangliste unter: www.nsv-ski.ch