Talentförderung, die anspricht

Swiss Olympic investiert mit Nachwuchssportlagern in die Zukunft. 550 Jugendliche zwischen 8- und 19-Jahren übten letzte Woche in Tenero – darunter auch knapp 60 aus der Zentralschweiz.

Jörg Greb, Tenero
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Die Fussballerinnen Ella Touon, Alena Bienz, Corinne Troxler und Jamie Kenel (von links) schwärmen vom Trainingscamp in Tenero. (Bild: Jörg Greb (Tenero, 25. September 2018)

Die Fussballerinnen Ella Touon, Alena Bienz, Corinne Troxler und Jamie Kenel (von links) schwärmen vom Trainingscamp in Tenero. (Bild: Jörg Greb (Tenero, 25. September 2018)

«Toll, wie wir hier profitieren und weiterkommen», betonten die jungen Sportler und Sportlerinnen aus der Zentralschweiz unisono. Keine Rolle spielte dabei, ob es sich um Einzel- oder Teamsport handelte, ob sie in Sommer- oder Wintersportarten aktiv sind. Vormittags und nachmittags sahen sie sich jeweils spezifisch in ihren Sportarten gefördert.

Und vor allem war die Lagerwoche eines: sehr fordernd. Ruderer Bojan Reuffurth aus Zug brachte es auf den Punkt: «Das Programm verlangt sehr viel, und wär’s nicht so kalt gewesen in den Militärzelten, wäre ich am Morgen jeweils am liebsten liegengeblieben.» Der Einsatz, die ungewohnt langen und intensiven Belastungen forderten und kosteten Substanz.

Aber es war auch motivierend. So sagten die Zentralschweizer Fussballerinnen: «Wir konnten intensiv trainieren und profitierten enorm.» Die 15-jährigen Alena Bienz, Jamie Kenel, Ella Touon und Corinne Troxler spielen – mit Ausnahme von Troxler (FC Luzern) – in ihren Vereinen mit männlichen Alterskollegen (Rapperswil-Jona, Kriens, Zugerland). Alle vier schätzten in Tenero die vielen Trainingsstunden und die Zeit des Zusammenseins. Besonders betonten sie den Wert «des tollen Gesamtangebots in diesem Lager».

2001 wurde das Lager ins Leben gerufen

Wie gross die Herausforderungen an einen heutigen Sportler sind, wurde sich Alena Berset bewusst. Die 16-Jährige, auch sie Ruderin, sagte: «Es war sehr lehrreich, was uns alles mitgegeben wurde.» Ein Beispiel erstaunte die junge Frau aus Sursee besonders. Krass nannte sie die Vorzüge, aber auch die Gefahren, die sich durch die neuen sozialen Medien gerade für Sportler zeigen. Da gilt es überlegt zu handeln.

Es handelt sich um ein eindrückliches Förderprogramm beim Talent-Treff in Tenero. 25 Schweizer Verbände sind involviert, querbeet, aus Sommer- wie Wintersportarten, aus grossen wie kleinen Verbänden. Stark vertreten waren die Zentralschweizer (58): Aus den Kantonen Luzern (18), Uri (14), Zug (11), Schwyz (8) und Unterwalden (7). Es handelte sich um Biathleten, Basketballer, Eishockeyanerinnen, Fussballerinnen, Handballerinnen, Kanuten, Kletterer, Kunstradfahrer, Judokas, Landhockeypielerinnen, Orientierungsläufer, Radballer, Sportschützen, Squash- oder Tennis-, Unihockeyspieler, Trampolinspringer und Wasserballer.

Das Fordernde und Anspruchsvolle ist für alle Programm. 2001 wurde das 3T-Lager ins Leben gerufen. Verändert hat sich die Ausrichtung. «Seitdem Swiss Olympic die Führung übernommen hat, richten wir uns konsequent auf den Leistungssport aus», sagt Lagerleiterin Isabelle Bossi. Seit 2014 ist dem so. Teilnahmeberechtigt sind ausschliesslich Kinder und Jugendliche, die im Besitz einer Talent Card von Swiss Olympic sind. Knapp 3000 sind derzeit vergeben. 550 Talent-Card-Besitzer nahmen letzte Woche am Lager in Tenero teil. «Wir wollen Impulse vermitteln und die Karriereplanung einleiten», sagte Bossi.

Mehr als nur trainieren

Neben den jeweils drei Trainingsstunden am Vormittag und am Nachmittag in den Kernsportarten kamen Ausbildungselemente wie Sportpsychologie, Umgang mit sozialen Medien, Nutzen und Gefahr von Nahrungsergänzungsmitteln, Höchstleistung/Freundschaft/Respekt oder die Olympischen Werte hinzu. «Es geht darum, breit zu sensibilisieren», sagte Bossi.

Die Beliebtheit des 3T-Lagers wie auch die Reaktionen der Teilnehmer und deren Verbänden zeigt die Qualität des Konzepts. Und Namen wie Nino Schurter, Benjamin Weger, Giulia Steingruber, Wendy Holdener oder Joana Hählen stehen als Beispiele dafür, dass der Weg nach ganz oben über Tenero führen kann.