Dominik Ulrich will mit Volley Luzern «das Spiel gewinnen und die Fans versöhnen»

Luzerns NLA-Team trifft am Sonntag (17.00 Uhr) auf Meister Lausanne. Und strebt Rehabilitation an.

Roland Bucher
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Dominik Ulrich, Mittelblocker Volley Luzern. Bild: PD

Dominik Ulrich, Mittelblocker Volley Luzern. Bild: PD

Halten wir die Vergangenheitsbewältigung grossherzig kurz: Jeder im Teamverbund wisse nur zu genau, dass man am letzten Sonntag bei der 0:3-Abfuhr gegen Liganeuling Traktor Basel tüchtig Mist gebaut habe, gesteht Dominik Ulrich (Bild), der Mittelblocker, «wir haben uns blamiert, basta.»

Dominik Ulrich ist ein junger Mann, aufstrebend in der Szene, angehender Sekundarlehrer und aus jenem knorrigen Obwaldner Holz geschnitzt, welches Rückschläge wegstecken kann und die Chance wahrnimmt, sich selber am Kragen zu nehmen und die Lehren daraus zu ziehen: «Ich war beeindruckt, wie Liam Sketcher, unser Trainer, nach der bitteren Niederlage in der Kabine sehr sachlich geblieben ist, uns darauf hingewiesen hat, dass wir es besser können.»

Viel besser, betont der 23-Jährige. Nach vorne schauen wollen Dominik Ulrich und seine Mannschaft, auch wenn am kommenden Sonntag (17.00, Sporthalle Bahnhof) kein Geringerer als Meister Lausanne in Luzern die Aufwartung macht. Auch die Westschweizer wollen Dissonanzen, die sich beim hochkarätigen Gegner ebenfalls eingeschlichen haben, aus dem Weg räumen. «Es wird ein schweres Spiel für uns», moniert Dominik Ulrich, «aber wir wissen, dass wir das Rüstzeug besitzen, auf die gute Spur zurückzukehren.»

Ehrlich, offen und engagiert

Dominik Ulrich kellerte mit 17 sein Badminton-Racket ein, verschrieb sich dem Volleyball: «Ich wollte einfach etwas Neues probieren.» Ein Spätzünder, dem indes bald einmal postuliert wurde: «Hallo, du hast Talent, du schaffst es nach oben.» Diese Saison wagte der 23-Jähriger den Sprung von der SG Obwalden, bei der immer noch Vorstandsaufgaben erfüllt («Dieser Verein liegt mir sehr am Herzen.») in die Elite. Zusammen mit Captain Nick Amstutz und Shonari Hepburn ist er der Mitteblocker und nimmt so in seinem NLA-Lehrjahr viel Verantwortung auf sich, erntet aber Komplimente dafür: «Dominik ist für unsere Mannschaft eine grosse Bereicherung», wertschätzen Josef Wicki, der Luzerner Teamgeneral, und Assistenz-Coach Marius Birrer, «er ist ehrlich, offen, engagiert. Solche Leute wollen und brauchen wir in der Mannschaft.» Ohne Berührungsängste dort, wo der Volleyball noch einige Zentimeter präziser und schneller übers Netz saust. «Dominik macht grosse Fortschritte, er ist ein Versprechen für die Zukunft», sagt Josef Wicki.

Und diese Zukunft beginnt am Sonntag: «Ich will dieses Spiel gewinnen», sagt Ulrich unverblümt, «die Fans versöhnen und Luzern in der Rangliste wieder dort hinbringen, wo wir hingehören.» Und er will sich als kleine Belohnung demnächst frühmorgens einen Marsch mit den Schneestiefeln auf den Giswilerstock gönnen. So wie es sich halt für einen echten Obwaldner gehört.