Uri von Igualada brutal zerzaust

Im Europacup-Rückspiel kassiert der RHC Uri gegen Igualada eine denkwürdige 1:13-Heimschlappe. Damit verabschieden sich die abschlussschwachen Urner mit einem Gesamtscore von 1:20 Toren aus dem Wettbewerb.

Urs Hanhart
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Joshua Imhof (am Ball) zieht mit dem RHC Uri einen rabenschwarzen Samstagabend ein. (Bild: Urs Hanhart (Seedorf, 17. November 2018)

Joshua Imhof (am Ball) zieht mit dem RHC Uri einen rabenschwarzen Samstagabend ein. (Bild: Urs Hanhart (Seedorf, 17. November 2018)

«Wir werden alles in die Waagschale werfen und unsere Haut so teuer wie möglich verkaufen. Passt alles zusammen, können wir Igualada arg in Verlegenheit bringen»: Diese angesichts der deutlichen 1:7-Niederlage im Hinspiel wohl von viel Zweckoptimismus getriebene Aussage hatte Uris Trainer Simon von Allmen vor dem Rückspiel, das am Samstag in der voll besetzten Rollhockeyhalle in Seedorf ausgetragen wurde, gemacht. Das pure Gegenteil traf ein, denn seine Mannschaft war meilenweit davon entfernt, das Profiteam aus Katalonien ernsthaft zu fordern. Die Gäste legten von Beginn weg ein unheimliches Tempo vor und brillierten mit blitzschnellen sowie präzisen Passkombinationen. Uris löchrige Abwehr war völlig überfordert und musste bereits in den ersten 90 Sekunden zwei Gegentreffer zulassen.

Immerhin erholten sich die Platzherren zunächst ein wenig von diesem Hammerstart der Profitruppe. Felipe Sturla und Spielmacher André Da Costa kamen zu guten Gelegenheiten, den Anschlusstreffer zu realisieren, vermochten jedoch nicht zu reüssieren. Beide luchsten einem gegnerischen Spieler den Ball ab und konnten anschliessend unbedrängt losziehen und abdrücken. Endstation war jeweils der überaus stellungssichere und reflexstarke Igualada-Keeper. Danach ging es im gleichen Rhythmus weiter. Die wieselflinken und stocktechnisch äusserst beschlagenen Iberer erhöhten bis zur 10. Minute auf 4:0, woraufhin wieder eine mehrminütige Phase folgte, in der die Urschweizer diverse erstklassige Torchancen ungenutzt liessen. Aber anstatt zu verkürzen, kassierten sie bis zur Pause noch drei weitere Gegentreffer, darunter einen Penalty. Das Spiel war bei Halbzeit längst entschieden. Beim brutalen Stand von 0:7 konnte Uri bestenfalls noch ein wenig Resultatskosmetik betreiben.

Youngster schiesst das Ehrentor

Nach dem Wiederanpfiff flammte ein wenig Hoffnung auf, dass die Schadensbegrenzung tatsächlich gelingen könnte. José Marinho, der nun anstelle von Marc Blöchlinger den Kasten hütete, parierte in der 31. Minute mirakulös einen Penalty. Diese Glanztat verlieh den Hausherren zumindest vorübergehend etwas Flügel. Sie waren nun nahe dran am Ehrentor, vergeigten jedoch abermals mehrere hundertprozentige Chancen. Stattdessen mussten sie in der 38. Minute nochmals zwei Gegentreffer hinnehmen. Beim Stand von 0:9 Toren gelang Youngster Jannis Fussen dann endlich der längst verdiente Torerfolg.

Dabei blieb es dann auch. Nachdem die Spanier vorübergehend etwas runtergeschaltet hatten, legten sie in den letzten zehn Minuten wieder zu und schoben mit ihrem Schlussfeuerwerk vier weitere Tore nach. Uri ging im Rückspiel brutal mit 1:13 Toren unter, hatte diese hohe Kanterniederlage aber zu einem grossen Teil auch dem eigenen Unvermögen zuzuschreiben. Schon seit einigen Spielen ist die Chancenverwertung das grosse Problem der Innerschweizer. Dieses Manko gilt es nun in den nächsten Meisterschaftsspielen schnellstmöglich zu beheben. Fortan kann sich das Team voll und ganz auf das nationale Championat konzentrieren, da es bekanntlich auch im Schweizer Cup bereits in der ersten Runde ausgeschieden ist.

RHC Uri – Igualada HC 1:13 (0:7)

Rollhockeyhalle Seedorf. – 800 Zuschauer. – Uri: Blöchlinger, Marinho; Fussen (1), Schuler, Gerig, Joshua Imhof, Briker, Nicola Imhof, Sturla, Da Costa.