Uris Rollhockeyaner geben die rote Laterne ab

Der RHC Uri besiegt Wolfurt nach hartem Kampf mit 7:5. Dies dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit.

Urs Hanhart
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Trotz des Heimerfolgs vor rund 400 Zuschauern im Kellerduell mit den Vorarlbergern zeigte sich Uri-Trainer Carlos Sturla mit der Leistung seines Teams alles andere als zufrieden. In seiner Spielanalyse unmittelbar nach dem Schlusspfiff sprach er denn auch Klartext: «Wir haben nicht gut gespielt. Das einzig Positive ist, dass wir die Partie gewinnen konnten. Uns steht noch viel Arbeit bevor.»

Sturla ärgerte sich vor allem über die schwache Defensivdarbietung in der ersten Halbzeit. Uri startete zwar fulminant und legte bereits in der dritten Minute durch einen Treffer von Manuel Gisler vor. Allerdings konnten die Gäste das Skore postwendend wieder ausgleichen. Anschliessend hatten die Platzherren eine Druckphase, in der sie mehrere Grosschancen zum Teil recht kläglich vergaben.

Manuel Gisler (am Ball) erzielt für die Urner zwei Tore.

Manuel Gisler (am Ball) erzielt für die Urner zwei Tore.

Bilder: Urs Hanhart (Seedorf, 11. Januar 2020)

Das Ruder nach Standpauke umgerissen

Ab der 15. Minute gerieten die Gastgeber abwehrtechnisch in ein regelrechtes Loch. Sie mussten innerhalb von nur drei Minuten drei vermeidbare Gegentreffer hinnehmen. Und es hätte sogar noch schlimmer kommen können, denn Uri-Keeper Ricardo Figueiredo verhinderte kurz vor der Pause mit dem Parieren eines Penaltys und dem Unschädlichmachen eines direkten Freistosses noch Schlimmeres. Mit dem 1:4-Rückstand waren die Gelb-Schwarzen noch gut bedient. Im langen Break hielt Sturla seinen Spielern eine Standpauke. Dies mit Erfolg, denn die Urner konnten das Spieldiktat nach dem Seitenwechsel an sich reissen und setzten den Gegner massiv unter Druck. In der 30. Minute verkürzte Adrian Briker mit einem verwandelten direkten Freistoss auf 2:4. Nur wenige Sekunden später hatte wiederum Briker den Anschlusstreffer auf dem Stock. Aber diesmal scheiterte er mit seinem direkten Freistoss am starken Wolfurt-Keeper Oriol Manzanero. Auch die zweiminütige Überzahlphase verstrich ungenutzt. Immerhin blieben die Innerschweizer am Drücker und wurden dafür auch belohnt. Uris Captain Joshua Imhof bewerkstelligte in der 37. Minute mit einem platzierten Schlenzer den 3:4-Anschluss und gleich im nächsten Angriff stellte Gisler, der von Felipe Sturla mit einer massgeschneiderten Rückgabe bedient wurde, den 4:4-Gleichstand her.

Allerdings konnten die Gäste reagieren und sich die Führung durch einen abgelenkten Weitschusstreffer nochmals zurückholen. Die Schlussphase dieser zwar nicht hochklassigen, aber dafür sehr spannenden Partie gehörte dann wieder ganz den Urnern. Sturmtank Michael Gerig sorgte in der 43. Minute mit einem Abstaubertor für den erneuten Ausgleich (5:5). Sechs Minuten vor Ende der regulären Spielzeit bahnte sich dann die endgültige Entscheidung zugunsten der Urschweizer an. Remo Schuler bewerkstelligte das viel bejubelte 6:5, und Felipe Sturla kaufte den Österreichern in der 47. Minute mit einem Kontertreffer zum Endstand von 7:5 endgültig den Schneid ab.

Sturmtank Michael Gerig (rechts) wird von zwei Verteidigern bedrängt.

Sturmtank Michael Gerig (rechts) wird von zwei Verteidigern bedrängt.

Uri macht drei Positionen gut

Dank dieses mit Hängen und Würgen erarbeiteten Erfolgs ist Uri vom neunten auf den sechsten Tabellenplatz vorgerückt. Die Playoff-Qualifikation liegt nun wieder in Reichweite, zumal die Teams ab dem vierten Platz punktemässig nahe beisammen liegen. Für Uri-Trainer Sturla ist klar, wo der Hebel jetzt angesetzt werden muss: «Wir müssen noch viele Fehler ausmerzen, sowohl in der Defensive als auch in der Offensive. Zudem mangelt es noch am nötigen Siegeswillen. Insbesondere im mentalen Bereich gibt es noch viel zu tun.»

Uri – Wolfurt 7:5 (1:4)
Rollhockeyhalle Seedorf. – 397 Zuschauer.  – SR Jordi, Pace.
Uri: Figueiredo, Blöchlinger; Schuler (1), Gerig (1), Gisler (2), Imhof (1), Briker (1), Aschwanden, Sturla (1), Fussen.
Wolfurt: Manzanaro, Rohner; Aurel Zehrer, Bartes (2), Wolf, Bosch (1), Daniel Zehrer (1), Laritz, Theurer (1).