Uris Rollhockeyaner vergeben einen Kantersieg

Der Rollhockeyclub Uri spielt den HC Montreux richtiggehend an die Wand, siegt aber nur mit 4:2.

Urs Hanhart
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Uris Doppeltorschütze André Costa (rechts).

Uris Doppeltorschütze André Costa (rechts).

Bild: Urs Hanhart (Seedorf, 17. Oktober 2020)

Nach vierwöchiger Durststrecke konnte der RHC Uri am Samstag endlich wieder ein Erfolgserlebnis feiern. Erstmals in der noch jungen Saison fuhr er vor heimischer Kulisse, die allerdings mit nur 80 mitfiebernden Fans recht dürftig ausfiel, Punkte ein. Trotz der vollen Ausbeute von drei Zählern ging Trainer Carlos Sturla nach dem Schlusspfiff mit seinem Team erstaunlich hart ins Gericht. Er zeigte sich mit dem Auftritt nur bedingt zufrieden. Seine Begründung: «Wir haben zwar das Spiel über weite Strecken dominiert und uns viele Chancen erarbeitet. Aber die Verwertung war ungenügend. Wir hätten mindestens zehn Tore erzielen müssen. Es hat zwar gereicht, doch in einer anderen Partie könnte es durchaus schief gehen, wenn man derart viele Topchancen ungenutzt lässt.»

Die Platzherren machten von Beginn weg mächtig Druck. In der siebten Minute wurden sie für die forsche Gangart bereits mit dem ersten Treffer belohnt. Manuel Gisler spitzelte den Ball geschickt zwischen zwei Verteidigern durch. Auch Montreux-Keeper Jean-Pierre Vizio war machtlos gegen diesen zwar nicht allzu harten, aber perfekt platzierten Schuss. In der Folge erarbeiteten sich die Gastgeber fast im Minutentakt weitere Möglichkeiten, wobei Joshua Imhof und Felipe Sturla die besten vergaben. Beide scheiterten am bravourös parierenden Vizio, der den verletzten Stamm- und Nationalgoalie Guillaume Oberson sehr gut vertrat. Uri brachte phasenweise sogar das Kunststück fertig, die erstaunlich schwachen Romands in deren eigenen Platzhälfte einzuschnüren und ohne Überzahl ein veritables Powerplay aufzuziehen. Das angesichts der Spielanteile hoch verdiente 2:0 fiel kurz vor der Pause. André Costa schloss eine blitzschnelle Aktion mit einem knallharten Direktschuss ab, wobei Rückkehrer Patrick Greimel den Portugiesen mit einem Bilderbuchpass bediente.

Unnötig noch kurzzeitig ins Zittern geraten

Nach dem Seitenwechsel ging es zunächst in diesem Stil weiter. Uri blieb am Drücker und war drauf und dran, das Polster weiter auszubauen. Schlussmann Ricardo Figueiredo, der im ersten Durchgang kaum geprüft worden war, machte zwischen den Pfosten nun Marc Blöchliger Platz. Dieser kassierte nach knapp vier Minuten auf dem Spielfeld praktisch aus dem Nichts den 1:2-Anschlusstreffer. Immerhin wurde dieser Ausrutscher schnell wieder ausgebügelt. Costa stellte in der 32. Minute mit seinem zweiten Treffer in spektakulärer Manier den Zwei-Tore-Abstand wieder her. Der Routinier glänzte mit einem technischen Kabinettstückchen und versenkte einen Ball aus der Luft zum 3:1 im Kasten.

In der Folge sah es lange so aus, als könnten die Hausherren den Vorsprung problemlos über die restliche Spielzeit schaukeln, zumal sie sich weiterhin mehrheitlich im Ballbesitz befanden und sich weitere Chancen erspielten. Allerdings blieben die Abschlüsse erfolglos. In den letzten sieben Minuten wendete sich das Blatt und Montreux setzte plötzlich zu einer Schlussoffensive an. Blöchlinger verhinderte zunächst mit zwei tollen Paraden den Anschlusstreffer. 30 Sekunden vor dem Ertönen der Schlusssirene wurde es nochmals brenzlig. Ein unnötiger Ballverlust führte noch zum 2:3-Anschlusstor. Nun setzten die Gäste alles auf eine Karte, um den Ausgleich und damit eine Verlängerung zu erzwingen. Ein Fehler von Torhüter Vizio, der einen weiten Pass machen wollte, dabei aber die Kugel nicht richtig traf und stattdessen einen verheerenden Fehlpass produzierte, führte schliesslich wenige Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit zur endgültigen Entscheidung. Uri-Captain Joshua Imhof bedankte sich für das «Geschenk» mit dem Tor zum 4:2-Schlussstand.

Uri macht einen Sprung nach vorne

Der RHC Uri ist durch diesen zweiten Saisonsieg auf den dritten Tabellenplatz vorgerückt. Nächster Gegner ist am kommenden Sonntag (16 Uhr) in der heimischen Rollhockeyarena in Seedorf der RHC Genf, der an fünfter Stelle liegt. Für Trainer Sturla ist die Marschrichtung im Hinblick auf dieses Spiel klar: «Unsere grösste Baustelle ist derzeit die Chancenverwertung. Wir müssen in den nächsten Tagen hart daran arbeiten, die herausgespielten Möglichkeiten auch in Tore umzumünzen. Die Abwehr ist kompakt und auch spielerisch können wir mit den besten Teams durchaus mithalten. Jetzt geht es vor allem darum, im Abschluss effizienter zu werden.» Aufgrund der angespannten Corona-Situation ist in der Qualifikation jeder erspielte Punkte doppelt wichtig. Falls die Saison abgebrochen werden müsste, würde nämlich das Ergebnis der Hauptrunde als Schweizer Meisterschaft gewertet. Nach den ersten drei beziehungsweise vier Qualifikationsrunden hat einzig Diessbach noch eine weisse Weste. Alle anderen Teams haben bereits Federn gelassen, wobei Uri mit erst einer Meisterschaftsniederlage noch sehr gut dasteht.

Uri – Montreux 4:2 (2:0)
Rollhockeyhalle Seedorf. – 80 Zuschauer. – SR Eggimann, Lagger. – Uri: Blöchlinger, Figueiredo; Aschwanden, Gisler (1) Joshua Imhof (1), Costa (2), Greimel, Sturla, Nicola Imhof. – Montreux: Vizio, Oberson; Ferreira (1), Almeida, Niclass, Vaucher, Monney, Loye (1), Biruk, Duvoisin.