Urner Radball-Teams begeben sich auf Medaillenjagd

Radsport Altdorf ist beim SM-Finalturnier gleich mit zwei Teams vertreten. In der Favoritenrolle sind andere.

Urs Hanhart
Drucken
Teilen
Kann Altdorf 1 mit Simon Marty (links) und Claudio Zotter die durchzogene Saison mit einem guten Finalturnier noch einigermassen retten?

Kann Altdorf 1 mit Simon Marty (links) und Claudio Zotter die durchzogene Saison mit einem guten Finalturnier noch einigermassen retten?

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 25. Januar 2020)

In diesem Jahr sind wegen der Coronapandemie sowohl die Radball-Weltmeisterschaft als auch sämtliche Weltcupturniere abgesagt worden. Auf internationaler Ebene läuft heuer also gar nichts. National hingegen sieht es besser aus. Die Qualifikationsphase der Schweizer Meisterschaft musste zwar aufgrund des Lockdowns verkürzt werden, ansonsten ist aber alles wie gehabt. Morgen Samstag nun wird in Liestal das SM-Finalturnier ausgetragen. Für die Schweizer Spitzenteams ist dieser Event wegen den fehlenden internationalen Startmöglichkeiten gleichzeitig das absolute Saisonhighlight.

Qualifiziert für den Showdown haben sich die fünf besten NLA-Duos, darunter nebst Titelverteidiger Pfungen, Cupsieger Mosnang und Winterthur auch Altdorf 1 mit Claudio Zotter und Simon Marty sowie Altdorf 2 mit Beda Planzer und Fabian Hauri.

Newcomer-Duo hat sich schnell etabliert

Planzer und Hauri haben im vergangenen Jahr den Aufstieg ins Oberhaus geschafft und bestreiten gegenwärtig ihre erste NLA-Saison. Für das Newcomer-Duo ist der gleich auf Anhieb geschaffte Einzug ins SM-Finalturnier selbstredend ein grosser Erfolg und auch eine Genugtuung nach der verpassten Qualifikation für das Cup-Finalturnier, das Ende Februar in Altdorf über die Bühne ging. Und es könnte durchaus noch deutlich mehr herausschauen für die aufstrebenden Jungspunde. Altdorf 2 hat nämlich eine hervorragende Saison gespielt und sowohl die Qualifikation als auch die Meisterrunde und das erste SM-Finalturnier jeweils hinter Pfungen und Mosnang auf dem dritten Platz beendet. Wenn es Planzer und Hauri gelingt, in Liestal an diese Leistungen anzuknüpfen, liegt eine Medaille absolut in Reichweite. Allerdings dürften Gold und Silber wohl schon fast so gut wie reserviert sein. Pfungen und Mosnang haben die bisherige Saison klar dominiert und nehmen als beste Teams des ersten Finals drei beziehungsweise zwei Bonuspunkte mit ins alles entscheidende Finalturnier. Es ist kaum anzunehmen, dass sich diese beiden Topteams gegen die Aussenseiter einen Ausrutscher leisten. Andernfalls wäre es eine grosse Überraschung. Altdorf 2 hat einen Bonuszähler auf dem Konto und kann somit in Lauerstellung starten.

Abgerundet wird das fünf Teams umfassende Feld von Winterthur und Altdorf 1, die beide ohne Bonuspunkt antreten werden, weil sie sich im ersten Finalturnier mit den Plätzen vier und fünf begnügen mussten. Im Gegensatz zu Planzer/Hauri ist es dem vermeintlich neuen Fanionteam von Radsport Altdorf mit Claudio Zotter und Simon Marty bislang alles andere als wunschgemäss gelaufen. Das erfahrene Duo kam im Verlaufe dieser Saison nie richtig auf Touren. Im Cup-Finalturnier musste es sich mit dem sechsten Platz begnügen. Und in der Meisterschaft fehlte es an der Konstanz, um vorne mitzumischen.

Altdorf 1 mit durchzogener Saison

Nun winkt aber Altdorf 1 die Chance, die Saison mit einem guten Finalturnier einigermassen zu retten. Mit nur einem Punkt Rückstand liegt der Vorstoss auf den Bronzemedaillenplatz durchaus noch drin. Dazu muss Altdorf 1 jedoch zwingend das Duell gegen Altdorf 2 gewinnen. Ansonsten dürfte Edelmetall wohl unerreichbar sein. In den beiden letzten Kräftemessen zwischen den beiden Urner Teams, die sich vom Training her aus dem Effeff kennen, gab es jeweils denkbar knappe Matches. Im Rahmen der Meisterrunde setzte sich Altdorf 2 hauchdünn mit 2:1 durch. Das vereinsinterne Duell im ersten Finalturnier endete gar mit einem 1:1. Wenn sich zwei streiten, könnte sich unter Umständen auch ein Dritter freuen. Winterthur ist im Kampf um Bronze ebenfalls zu beachten. Die Zürcher haben an einem guten Tag durchaus das Zeug, die Altdorfer Teams auf die undankbaren Plätze vier und fünf zu verdrängen.