Urner Unihockeyanerinnen zwingen das Glück auf ihre Seite

Das stark verjüngte Unihockeyteam von Floorball Uri macht in der NLB der Frauen eine gute Figur.

Urs Hanhart
Drucken
Teilen
Gehört mit 27 Jahren zu den Routiniers: Jasmin Gnos (links). (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 10. November 2019)

Gehört mit 27 Jahren zu den Routiniers: Jasmin Gnos (links). (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 10. November 2019)

In der vergangenen Saison dümpelte die Frauentruppe von Floorball Uri lange in den hintersten Regionen der zweithöchsten Spielklasse herum. Dennoch qualifizierten sich die Urnerinnen auf den letzten Drücker für die Playoffs. In der laufenden Meisterschaft präsentiert sich das Bild deutlich verbessert. Und das, obwohl die Equipe aufgrund von Rücktritten arrivierter Akteurinnen eine grosse Verjüngungskur verkraften musste. Im aktuellen Kader figurieren nicht weniger als acht Spielerinnen unter 21 Jahren.

Nach den acht absolvierten acht Qualifikationspartien liegen die Urnerinnen mit zehn Punkten auf dem siebten Tabellenplatz. Auf Basel Regio, das die vorletzte Position einnimmt, weist Uri einen beruhigenden Vorsprung von vier Zählern auf. «Das Ziel ist, uns möglichst früh einen Platz in den Playoff zu sichern, um dann in der Schlussphase der Qualifikation etwas lockerer aufspielen zu können. Auch um den jungen Akteurinnen Einsatzzeit zu geben, damit sie wertvolle Erfahrungen auf dieser Stufe sammeln können», verrät Headcoach Andreas Aschwanden, der das neue Trainerquartett anführt.

Penaltyschiessen knapp verhindert

Einen wichtigen Schritt Richtung Playoffs machte sein Team am Sonntag im Spiel gegen den unmittelbaren Verfolger Visp, das vor heimischer Kulisse in der gut gefüllten Feldli-Sporthalle in Altdorf ausgetragen wurde. Die Urschweizerinnen starteten verhalten in diese Partie und mussten den Gästen zunächst das Spieldiktat überlassen. Mitte des ersten Drittels drehten die Urnerinnen auf und gingen in der 16. Minute durch einen Treffer von Laura Kullaa in Führung. Allerdings glichen die Walliserinnen postwendend aus und kurz vor Drittelende gelang ihnen gar die 2:1-Führung.

Im mittleren Abschnitt sah es zwischenzeitlich recht düster aus für die Gelb-Schwarzen. Zwar stellte Beatrice Rickli zunächst den 2:2-Gleichstand (25.) wieder her, doch die Löwinnen aus Visp legten wieder nach und zogen auf 4:2 davon. Dabei profitierten sie von unnötigen Fehlern der Einheimischen. Doch die Urnerinnen liessen sich dadurch nicht irritieren. Kurz vor Drittelende machten sie den Rückstand mit einen Doppelschlag von Lucie Ming und Melanie Gnos wieder wett.

Die Jungen drängen nach vorne

Im letzten Abschnitt fielen keine Tore mehr, sodass eine 10-minütige Verlängerung fällig wurde. Zu Beginn vergaben die Löwinnen gleich mehrere gute Chancen, um das «Golden Goal» zu erzielen. Die Urnerinnen mussten gleich mehrfach das Glück der Tüchtigen in Anspruch nehmen. Zur Matchwinnerin avancierte letztlich Patricia Bitterli, eine der jungen, wilden Akteurinnen im Kader von Uri. Rund eine Minute vor Ablauf der Overtime erzielte sie nach wunderschönem Doppelpassspiel mit Lucie Ming den viel bejubelten Siegtreffer für die Gastgeberinnen.

«Die Visper Lions waren zu Beginn der Verlängerung stärker und näher am Sieg als wir. So gesehen ist es ein glücklicher Sieg», bilanzierte Aschwanden und fügte an: «Wir haben in dieser Saison auch schon ein Spiel unglücklich in der Verlängerung verloren. Deshalb kann man von ausgleichender Gerechtigkeit sprechen.»

Zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf

Die Leistung seines Teams stufte Aschwanden folgendermassen ein: «Insgesamt sind uns zu viele leichte Fehler unterlaufen. Zudem haben wir mehrere Überzahlphasen nicht genutzt. An der Effizienz unseres Powerplays müssen wir noch arbeiten. Wir hatten aber starke Phasen, aber auch einige eher schwächere. Das Spiel war alles in allem ausgeglichen und hätte durchaus auf beide Seiten kippen können.» Mit dem Verlauf der bisherigen Saison ist der Haupttrainer zufrieden. Er betonte: «Zu Hause haben wir bislang unsere Punkte geholt. Auswärts müssen wir hingegen noch eine Schippe zulegen. Die Jungen haben sich bereits sehr gut im Team integriert. Einige drängen sich durch starke Leistungen sogar richtiggehend auf. Tendenziell geht es jedenfalls aufwärts. Und das stimmt mich für den weiteren Saisonverlauf doch zuversichtlich.»

Unihockey, NLB-Frauen

8. Runde: Uri – Visper Lions 5:4 (1:2, 3:2, 1:0, 0:0) n. P. Rümlang-Regensdorf – Yverdon 7:1 (2:1, 2:0, 3:0). Zäziwil – Waldkirch-St. Gallen 4:3 (1:2, 2:1, 0:0, 1:0) n. V. Aergera Giffers – Appenzell 5:3 (1:1, 3:1, 1:1). Basel Regio – Dürnten-Bubikon-Rüti 2:8 (0:2, 2:2, 0:4).
Rangliste (alle 8 Spiele): 1. Lejon Zäziwil 21 (52:24). 2. Dürnten-Bubikon-Rüti 18 (45:25). 3. Appenzell 15 (37:27). 4. Rümlang-Regensdorf 13 (35:41). 5. Waldkirch-St. Gallen 12 (28:28). 6. Aergera Giffers 10 (38:41). 7. Floorball Uri 10 (30:38). 8. Visper Lions 9 (27:38). 9. Basel Regio 6 (32:43). 10. Yverdon 6 (20:39).

Aktuelle Nachrichten