Verabschieden sich die Handballer der SG Pilatus mit dem Abstieg in die 2. Liga?

Die SG Pilatus ist chancenlos in Wohlen und verliert mit 26:35. Die 1.-Liga-Mannschaft, die nächste Saison in den HC Kriens integriert wird, befindet sich in grosser Abstiegsnot.

Stephan Santschi
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Die SG Pilatus (am Ball Dominik Schnetzler) kämpft mit viel Leidenschaft um den Ligaerhalt.Bild: Roger Zbinden (Luzern, 1. September 2018)

Die SG Pilatus (am Ball Dominik Schnetzler) kämpft mit viel Leidenschaft um den Ligaerhalt.Bild: Roger Zbinden (Luzern, 1. September 2018)

Der strategische Entscheid ist Ende November des letzten Jahres kommuniziert worden. Die SG Pilatus will sich ab nächster Saison vollumfänglich auf die leistungsorientierte Juniorenförderung konzentrieren. Für die einzige Aktivmannschaft in der Nachwuchsorganisation von Horw, Kriens und Borba Luzern bedeutet dies: Ausgliederung und Integration in den HC Kriens. Spieler und Staff des aktuellen 1.-Liga-Teams werden nächste Saison also mit dem Trikot des HCK auflaufen.

Ob sie dies dann noch in der 1. Liga tun werden, muss derzeit bezweifelt werden. Die SG Pilatus steckt in sportlichen Schwierigkeiten, am letzten Samstag unterlag sie auswärts Wohlen sang- und klanglos mit 26:35. «Die ganze Truppe hat ihre Leistung nicht abrufen können», resümiert Trainer Ralf Stojan. Sein Team hat damit vier von fünf Spielen der Abstiegsrunde verloren und ist auf dem zweitletzten Platz klassiert. Ende Saison käme diese Rangierung der Relegation in die 2. Liga gleich – mindestens zwei Teams müssen die Luzerner hinter sich lassen, um es wenigstens in die Playouts zu schaffen. «Wir orientieren uns an Mutschellen und Horgen/Wädenswil. Gegen diese direkte Konkurrenz müssen wir die Punkte holen. Alles andere ist Zubrot», erklärt Stojan.

Ihm war schon vor der Saison klar, dass es schwierig werden würde, um die Klasse zu halten. Sein Team verzeichnete zahlreiche Abgänge und wurde nochmals verjüngt, «wir waren von Beginn weg ein klarer Abstiegskandidat. Müssten wir am Ende runter, träte nur der Normalfall ein.» Letzte Saison erreichte er mit der SG Pilatus die Finalrunde und dort den starken dritten Rang. «Wenn wir in dieser Spielzeit den Ligaerhalt schaffen, wäre diese Leistung sogar höher einzuschätzen.»

Kriens plant Zukunft in der 1. Liga

Mit der Entwicklung und dem Teamspirit ist er zufrieden. «Wir haben in allen Bereichen Fortschritte gemacht. Wir sind eine eingeschworene Truppe, die weiss, dass sie in dieser Saison nur gewinnen kann. Wir rücken noch näher zusammen, wenn es darauf ankommt.» Verstärkungen aus der NLA-Equipe von Kriens-Luzern gab es heuer keine mehr. Fühlt sich Stojan im Stich gelassen? «Nein, das nicht», antwortet er. «Ich habe ja gewusst, auf was ich mich einlasse.»

Unabhängig der Ligazugehörigkeit kann er sich einen Verbleib bei der SG Pilatus, pardon, beim HC Kriens, durchaus vorstellen. «Ich fühle mich wohl, das Konzept der Krienser gefällt mir.» Der Verein wolle die Bedingungen für Kontinuität schaffen, grosse Kaderumwälzungen wie zuletzt soll es nicht geben. «Und sollten wir absteigen, wäre das Ziel klar: Sofortige Rückkehr in die 1. Liga.» Konkrete Gespräche über die Zukunft hätten aber noch nicht stattgefunden.

Zunächst muss die SG Pilatus in den ausstehenden neun Partien der Abstiegsrunde vom Tabellenende wegkommen und zumindest den sechsten Platz belegen, um den Direktabstieg zu vermeiden. Stojan hofft dabei auf die baldige Rückkehr der verletzten Routiniers Milan Korac und Roland Knabl, um der jungen Mannschaft wenigstens etwas Routine zu verleihen.

Abstiegsrunde, Gruppe 2: SG Horgen/Wädenswil – Bern 16:23 (5:10). Wohlen – SG Pilatus 35:26 (18:11). Mutschellen – Visp 24:26 (14:12). Herzogenbuchsee – Wacker Thun 25:20 (12:7). – Rangliste: 1. Herzogenbuchsee 6/10. 2. Wohlen 5/8. 3. Visp 6/7. 4. Wacker Thun 5/6. 5. Mutschellen 4/4. 6. BSV Bern 6/4. 7. SG Pilatus 5/2. 8. SG Horgen/Wädenswil 5/1.