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Viermal Gold für die Innerschweiz

An den Schweizer Meisterschaften in Zofingen gewinnen Géraldine Ruckstuhl, Nadine Odermatt, Nicole Zihlmann und Kim Flattich Gold. Altmeisterin Barbara Leuthard erweitert ihre Medaillensammlung.
Stefanie Barmet
Géraldine Ruckstuhl wird ihrer Favoritenrolle beim Speerwurf gerecht und wird Schweizer Meisterin. (Bild: Hanspeter Roos (Zofingen, 14. Juli 2018)

Géraldine Ruckstuhl wird ihrer Favoritenrolle beim Speerwurf gerecht und wird Schweizer Meisterin. (Bild: Hanspeter Roos (Zofingen, 14. Juli 2018)

Während Nicole Zihlmann in Sachen nationaler Titel bereits ein «alter Hase» ist und sich ihren zehnten Titel sicherte, standen Géraldine Ruckstuhl, Nadine Odermatt und Kim Flattich im Freien bei den Aktiven erstmals in einer Einzeldisziplin zuoberst auf dem SM-Podest. Vorletzten Montag hatte Zihlmann anlässlich des Meetings Spitzenleichtathletik Luzern ihren Schweizer Rekord auf 67,42 Meter gesteigert, an der SM war sie verständlicherweise die grosse Favoritin. Dieser Rolle wurde die Luzernerin vollauf gerecht und siegte mit einer Weite von 63,27 Meter und über drei Metern Vorsprung. Zufrieden war sie aber nicht. «Ich hätte gerne weiter geworfen oder meine Leistung von Luzern bestätigt. Leider fühlte ich mich überhaupt nicht gut und konnte nach dem Wettkampf nichts zu mir nehmen. Im Anschluss reisten wir direkt weiter nach Deutschland. Auch dort gelangen mir die Wettkämpfe nicht nach Wunsch. Vier Starts in einer Woche waren wohl etwas zu viel.»

Ebenfalls als grosse Favoritin angereist war Géraldine Ruckstuhl im Speerwerfen der Frauen. Mit 51,85 Meter im vierten Versuch kam sie zwar weder an ihre Saisonbestweite von 54,23 Meter noch an ihren Schweizer Rekord von 58,31 Meter heran, siegte aber dennoch mit über drei Metern Vorsprung vor Nadja-Marie Pasternack (GG Bern). «Ich erwischte leider nicht meinen besten Tag und hatte etwas müde Beine. Zudem stimmte der Anlauf noch nicht. Doch für einmal zählte nur der Titel.» Für die Altbüronerin war es der erste Aktiv-Titel in einer Einzeldisziplin im Freien. Eine weitere Medaille gewann die Siebenkämpferin über 100-Meter-Hürden in einem Tausendstelkrimi, den sie gegenüber Valérie Reggel (LV Winterthur) zu ihren Gunsten entschied. Mit 14,00 Sekunden holte sie sich zu ihrer eigenen Überraschung Bronze. Im Weitsprung sowie im Kugelstossen wurde sie zudem Fünfte, wobei sie mit 6,02 und 13,45 Metern Saisonbestleistungen aufstellte.

Mit Schmerzen zu Gold gesprungen

Eine Woche nach dem Finaleinzug an der U18-EM stand Nadine Odermatt in Zofingen erstmals bei den «Grossen» zuoberst auf dem Podest. Die Hochspringerin der LA Kerns war in verletzungsbedingter Abwesenheit von Salome Lang (Old Boys Basel) und der Sempacherin Livia Odermatt zwar die grosse Favoritin, Druck verspürt habe sie deswegen aber nicht. «Ich versuche, jeden Wettkampf wie ein Training anzugehen. Verunsichert war ich aber aufgrund der Fersenschmerzen, die ich seit der U18-EM verspüre.» Das Einlaufen gelang noch schmerzfrei, doch bereits beim Einspringen meldete sich die schmerzende Stelle zurück. «So entschied ich mich, erst bei 1,65 in den Wettkampf einzusteigen, um möglichst wenig Sprünge zu machen.» Alle Höhen von 1,65, 1,68 und 1,71 Meter meisterte die 17-Jährige im ersten Versuch. Als Einzige übersprang sie 1,71, womit sie bereits als neue Schweizer Meisterin feststand. «Ich wäre gerne weitergesprungen, doch die Schmerzen waren zu stark. Ich wollte kein Risiko eingehen und brach den Wettkampf deshalb vorzeitig ab.»

Auch wenn sie das Ziel SM-Gold erreichte, zeigte sie sich nicht zufrieden. «Ich freue mich natürlich über den Titel, den ich in Abwesenheit der zurzeit stärksten Springerinnen gewann. Es ist schade, dass die Schmerzen höhere Sprünge verhinderten. Nun muss ich abklären, woher diese kommen.» Für einen Monat geht es nun zurück ins Aufbautraining. Mit der Nachwuchs-SM anfangs September sowie den Youth Olympic Games, die im Oktober in Argentinien stattfinden werden, stehen zwei weitere Highlights bevor. «Die Qualifikation für die YOG waren mein grösstes Ziel. Unglaublich, dass ich das geschafft habe. Ich bin meinen Trainern, der Familie, meinen Freunden und meinem Lehrbetrieb extrem dankbar für die Unterstützung, ohne die solche Leistungen nicht möglich wären.»

Kim Flattich nutzt die Gunst der Stunde

Die vierte Goldmedaille aus Innerschweizer Sicht war wohl die grösste Überraschung des Wochenendes. Dafür verantwortlich zeigte sich Kim Flattich aus Galgenen, die seit diesem Jahr für den LC Zürich lizenziert ist. Mit einer 100-Meter-Hürden-Bestzeit von 13,85 Sekunden und intakten Medaillenchancen war die 20-Jährige angereist, mit Gold und einer enormen Leistungssteigerung trat sie die Heimreise an. Nicht weniger als dreimal konnte sie ihre Bestzeit am Samstag verbessern. Im Vorlauf stoppten die Uhren nach 13,83 Sekunden. Im Halbfinal gelang eine riesige Steigerung um über drei Zehntelsekunden auf 13,50. Da die Saisonschnellste Selina von Jackowski (Old Boys Basel), die bereits früh in der Saison die EM-Limite unterboten hat, nach einer Verletzungspause in den Halbfinals hängen blieb, hiess die grosse Favoritin auf einmal Kim Flattich. Im Final bewies die junge Schwyzerin Nerven und steigerte sich noch einmal auf tolle 13,46, womit sie sich in überlegener Manier den ersten SM-Titel bei den Aktiven sicherte. Der Zweitplatzierten Ramona Casanova-Baumgartner (LC Brühl) nahm sie dabei fast eine halbe Sekunde ab. Die Freude und der Jubel im Ziel waren verständlicherweise riesig. Zur Einstufung der Leistung: Bei ihrem Goldlauf kam die Schwyzerin bis auf zwei Zehntelsekunden an die EM-Limite von 13,25 Sekunden heran.

Medaillen für Leuthard, Stöckli und Jost

Ihre beachtliche Medaillensammlung um zwei weitere Auszeichnungen erweitern, konnte Altmeisterin Barbara Leuthard. Die Schwyzerin, die für den LC Zürich startete, gewann im Weitsprung die bronzene und im Dreisprung die silberne Auszeichnung. Für einen mutigen Auftritt nur bedingt belohnt wurde die Grosswangerin Lisa Stöckli (LR Gettnau) über 800 Meter. Nachdem sie das Feld nach einer schnellen Startrunde in 60 Sekunden fast 600 Meter angeführt hatte, blieb ihr am Ende die Bronzemedaille. Ebenfalls Bronze gewann Lukas Jost (STV Wangen) im Diskuswerfen der Männer.

Aufgrund eines bakteriellen Infekts und der damit verbundenen Antibiotika-Kur musste Titelverteidiger Tobias Furer (LK Zug) über 110 Meter Hürden Forfait erklären. Einen rabenschwarzen Tag erwischte derweil der Sempacher Jonas Schöpfer über 800 Meter. Der Titelverteidiger kam gar nicht auf Touren und musste sich unter seinem Wert mit Rang sieben geschlagen geben.

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