Volley Luzern braucht Geduld und Ausdauer

Nach drei Niederlagen zum Start beschwichtigt Luzerns Trainer Alessandro Lodi vor dem Spiel in Lausanne.

Roland Bucher
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Alessandro Lodi, Trainer von Volley Luzern, weiss, dass es irgendwann auch positive Resultate braucht.

Alessandro Lodi, Trainer von Volley Luzern, weiss, dass es irgendwann auch positive Resultate braucht.

Patrick Huerlimann

Kaum einer nehme gern Staubsauger und Lappen in die Hand, um die Wohnung auf Vordermann zu bringen, wagt Alessandro Lodi (41), der italienische Headcoach von Volley Luzern, eine Präambel, aber: «Wenn du es gemacht hast, dann hast du Freude, wie deine Räume glänzen.» Im Sport sei das ähnlich: «Du musst hart arbeiten, dich quälen. Dann stellt sich der Erfolg ein, und du bist zufrieden und glücklich mit dir.» Lodi ist in seinem temperamentvollen Erklärungsschwall eine Wundertüte. Macht ihn im Gespräch sympathisch und interessant – aber auch herausfordernd. Wie in seinen Ansprüchen an das Spielerpersonal. «Es ist für unsere Spieler kein leichter, aber ein wichtiger Prozess, seine Ideen zu kapieren, ihnen zu folgen und zum Erfolg zu bringen», erklärt Josef Wicki, der Teammanager. «Aber wenn uns das gelingt, dann sind wir ein schönes Stück weiter.»

Prozess: Das ist ein Wort, das Lodi, ein weit gereister Mann, gebürtig aus der Volley-Metropole Modena, sehr gerne benützt. Der Prozess: Arbeiten, jeden Tag besser werden, Perfektion. «Der Weg ist das Ziel», so könne man es vereinfacht sagen, erläutert der Chefcoach: Diesen Weg will er kompromisslos begehen. So weit ist die Sache indes noch nicht gediehen. Nach einem feinen Supercup-Triumph gegen Lausanne, der vielleicht Sand in die Augen gestreut habe, vermutet Lodi, da der Gegner arg geschwächt angetreten sei, trippelten sich in der Meisterschaft die Startniederlagen: Schönenwerd, Traktor Basel, Chênois.

«Wir sind nicht beim Fussball»

Er lese keine Zeitungen, betont Lodi, aber man habe ihm kolportiert, dass die Rede von einem «Fehlstart» gewesen sei, die er in dieser Formulierung nur als «Scherz» abtun könne. «Wir sind nicht beim Fussball», sagt er in schon fast perfektem Schwyzerdütsch, «Volleyball ist nicht wie Fussball ein Tagesgeschäft. Wer im Volley nachhaltig Erfolg haben will, braucht Geduld und Ausdauer.» Er weist darauf hin, dass Schönenwerd und Chênois grossmehrheitlich bestandene Profis beschäftigen, dass seine Truppe im Quervergleich mit mehreren kaum 20-jährigen Leuten, die «kaum 20 NLA-Partien auf dem Buckel haben», in der Startformation antrete. Käme dazu, dass das Kader verletzungsbedingt klar geschwächt worden sei (siehe Box).

Sind Sie dennoch glücklich in Luzern, Alessandro Lodi? Das sei nicht simpel zu beantworten, weicht er aus, «ich konzentriere mich auf meine Arbeit, basta. Das ist mein Leben für den Volleyball.» Am Samstag geht’s gegen Lausanne, den Titelfavoriten, den man vor einem Monat in einem begeisternden Supercup-Finale in die Schranken gewiesen hatte – und Lodi bleibt sich und seiner hie und da nicht ganz ohne Mühe zu interpretierenden Philosophie treu: «Ich werde dem Team vor dem Spiel Klarheit geben, was zu tun ist. Dann liegt es an den Spielern, das umzusetzen.» Für Josef Wicki, den alt gedienten Teamleiter, kein Problem: «Alessandro ist konsequent. Das gefällt mir. Irgendeinmal brauchen natürlich auch wir positive Resultate. Aber ich zweifle keinen Moment daran, dass sich unser Weg mit jungen Spielern und einem unnachgiebigen Chefcoach auszahlen wird.»

Volleyball. Männer. NLA. Samstag. 17.30: Lausanne – Luzern (Centre Sportif Dorigny).