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Volley Luzern gibt die richtige Antwort

Luzerns NLA-Team zeigt eine erstklassige Leistung: Es schlägt Chênois Genf 3:1, bietet grosses Spektakel und hält die Option fürs Playoff-Heimrecht aufrecht.
Roland Bucher
Der Luzerner Kevin Saar (links) bugsiert den Ball in die Platzhälfte von Chênois. Bild: Nadia Schärli (Luzern, 20. Januar 2019)

Der Luzerner Kevin Saar (links) bugsiert den Ball in die Platzhälfte von Chênois. Bild: Nadia Schärli (Luzern, 20. Januar 2019)

In den Schlussminuten standen die 250 Fans Spalier für ein feines Happy End, und als Kevin Saar den Matchball rigoros zum 3:1-Sieg verwertete, fielen sich Liam Sketcher, der schon fast auffällig unauffällige Headcoach der Luzerner, und Josef Wicki, Teamchef und emotionale Treibkraft, in die Arme. Sie spürten: das war ein Sieg zum Guten. Und, wer weiss: womöglich drei Punkte zum so ultimativ angestrebten Heimrecht in den Playoffs.

Dabei hatte es für die Luzerner doch so viel zu erdauern gegeben. Zum Beispiel eine Szene im ersten Abschnitt, den die Platzherren zwar in die richtigen Bahnen zu leiten schienen (17:14-Führung), dann aber zauderten, fehlerlastig wurden und als Kopfnuss noch einen fragwürdigen Schiedsrichterentscheid aufgebrummt erhielten. Ob es tatsächlich ein Wechselfehler war, den Luzern beging – «Ermessenssache», meinte Josef ­Wicki. Nun, diese gefühlte Ungerechtigkeit, die zum 22:20 für die Genfer und schliesslich zum Satzgewinn der Gäste führte, weckte im Team von Liam Sketcher den Urtrieb des Trötzlers. «Wichtig ist, wir hatten die richtige Antwort parat», resümierte Liam Sketcher, «es war ein schöner Sieg, ein wichtiger Sieg.»

Brzakovics Wechselbad, am Ende der Matchwinner

Die richtige Antwort: Luzern wurde in der Angriffsauslösung kreativer (Anagnostopoulos, Gautschi), im Abschluss aggressiver (Brzakovic, Saar, Newcombe), verrichtete die Defensivarbeit am Netz nun höchst seriös (Amstutz). «Wenn wir unser bestes Volley spielen», hatte Liam Sketcher vor dem Spiel betont, «dann sind wir in dieser Liga fast jedem Team mindestens ebenbürtig.» Sein allerbestes Volleyball packte Luzern zwar noch nicht aus, doch in der Trotzreaktion steckte die Wut und Entschlossenheit einer Mannschaft, die am Sonntagabend nichts anderes behaupten wollte als: «Wir sind parat für diesen Schritt in die Top 4.»

Chênois kam im Anschluss an Luzerns trotzigem Weckruf nun bald einmal ins Wanken, stand in den folgenden drei Sätzen meist mit dem Rücken zur Wand. Musste neidlos anerkennen, dass Strahinja Brzakovic mit seinem 205-Zentimeter-Gardemass eine Übergrösse bildet, wenn es ihm genehm ist. Eher fahrig in die Partie gestiegen, wurde der Topskorer des Teams schliesslich einmal mehr zum Matchwinner für die Luzerner – die sich spätestens jetzt hinter die Ohren zu schreiben haben: Möglichst bald den auslaufenden Vertrag verlängern! Brzakovic salopp: «Viel zu früh für solche Spekulationen. Vielleicht bleibe ich, vielleicht nicht.»

Nicht die beste, aber effizienteste Leistung

Das sind Geplänkel, die das Übermorgen dominieren könnten. Der Sonntag war ein Freudentag. Luzern lieferte wohl nicht sein bestes, aber effizientestes Saisonspiel ab, wuchtete die Bälle bei den Big Points mit Konsequenz, war schliesslich genauso viel besser wie die Genfer – wie es eigentlich in jener Grössenordnung liegt, das es ermöglicht, im Endspurt doch noch auf Rang vier vorzustossen. Dorthin, wo als Lohn Playoff-Heimrecht klingelt.

Wer, darf man nach dem Spektakel-Match durchaus sagen, gestern dabei war, der erhofft sich noch einigen, noch mehr derartigen Volley-Zauber: «Ja», sagte Josef Wicki, «ich glaube, wir haben diesmal gute Propaganda abgeliefert.»

Darf man in dieser Formulierung so stehen lassen.

NLA/Männer. 13. Runde: Volley Luzern – Chênois 3:1. – Rangliste (alle 13 Spiele): 1. Amriswil 39. 2. Schönenwerd 29. 3. Lausanne UC 26. 4. Chênois 18. 5. Volley Luzern 16. 6. Näfels 11. 7. Uni Bern 11. 8. Jona 6.

Volley Luzern – Chênois 3:1

Bahnhofhalle. – 250 Zuschauer – SR Bärtsch/Hefti. – Sätze: 21:25, 25:17, 25:20, 25:22. – Spieldauer: 96 Minuten. – Volley Luzern: Gautschi (Libero), Newcombe, Amstutz, Köpfli, Brzakovic, Anagnostopoulos, Döös, Saar.

Frauen. 19. Runde: Kanti Schaffhausen – Franches-Montagnes 3:2 (23:25, 25:11, 28:26, 19:25, 15:5). Genève Volley – Neuchâtel UC 0:3 (26:28, 13:25, 22:25). Aesch-Pfeffingen – Düdingen 0:3 (17:25, 18:25, 21:25). Volley Lugano – Cheseaux 3:2 (25:19, 26:24, 25:27, 25:21). – Rangliste (alle 15 Spiele): 1. Düdingen 38. 2. Aesch-Pfeffingen 36. 3. Kanti Schaffhausen 29. 4. Neuchâtel UC 27. 5. Volley Lugano 18. 6. Franches-Montagnes 16. 7. Genève Volley 8. 8. Cheseaux 8.

NLB: Steinhausen – Züri Unterland 3:1 (21:25, 25:16, 23:22, 25:22). Giubiasco – Toggenburg 1:3. – Samstag: Volley Luzern – Steinhausen 0:3 (17:25, 23:25, 19:25). Züri Unterland – Volleya Obwalden 0:3 (16:25, 20:25, 14:25). Aadorf – Glaronia 3:2 (25:15, 21:25, 18:25, 25:21, 15:7). – Schlussrangliste (alle 14 Spiele): 1. Aadorf 14/31. 2. Glaronia 14/25. 3. Züri Unterland 14/25. 4. Toggenburg 14/23. 5. Steinhausen 14/22. 6. Volleya Obwalden 14/19. 7. Giubiasco 14/12. 8. Volley Luzern 14/11. – Ränge 1–4 in der Finalrunde; Ränge 5–8 in der Abstiegsrunde.

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