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Volley Luzern serviert einen Fehlstart

Luzern unterliegt bei der Saisonpremiere Meisteranwärter Amriswil 0:3. Und lässt diesen und jenen Wunsch offen.
Roland Bucher
Volley Luzerns Neuzugang Shonari Hepburn punktet im NLA-Volleyballspiel gegen Volley Amriswil. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 19. Oktober 2019)

Volley Luzerns Neuzugang Shonari Hepburn punktet im NLA-Volleyballspiel gegen Volley Amriswil. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 19. Oktober 2019)

Die Aufgabe von Volley Luzern ähnelt jener von Sisyphus: Steht man kurz vor dem Gipfelsturm, rollt der Felsbrock wieder ins Tal. Ins Volley-Deutsch transferiert: Was Ende letzter Saison war, als Liam Sketchers Truppe Amriswil nahe aufrückte und einmal sogar in die Knie zwang, ist Vergangenheit – die Gegenwart hat die Mannschaft eingeholt. Denn, das war am Samstag bei der 0:3-Niederlage gegen eben diese Ostschweizer unschwer zu erkennen: der letztjährige Halbfinalist hat die Abgänge seiner dominanten Leistungsträger Brzakovic, Saar und Newcombe noch nicht weggesteckt. In der Kurzzusammenfassung: Luzern war beim Saisonstart gegen Meisteranwärter Amriswil chancenlos. «Machen wir uns nichts vor: Sie waren einfach besser als wir, basta», gestand Nick Amstutz der Captain.

Was Volley Luzern tat, war einigermassen ordentlich. Oder doch eher: hausbacken. Das reichte nicht, um die gegnerische Übergrösse richtig zu ärgern. Amriswil geduldete sich ohne an seine Kapazitätsgrenzen zu gelangen dem Sieg entgegen, der eigentlich nur einige Sekunden in der Luft hing, als die Hausherren im finalen dritten Satz kurz am Umschwung schnupperten. Der Gegner kühlte das Mütchen der Luzerner aber rigoros, verwertete den Matchball resolut zum 3:0. «Das ist im Moment die Realität», gestand Josef Wicki, der Teamchef, «wir brauchen noch Zeit.»

Zu mutlos beim Anschlag

Volley Luzern hatte gute, starke Momente, welche von seinen Fans – die, auch da besteht noch «Handlungsbedarf», der Amriswiler Supporter-Gegnerschaft phonmässig eher unterlegen waren – durchaus goutiert wurden. Wenn die entscheidenden Punkte über dem Netz flatterten, schlichen sich indes zu viele Fehler ein; sowohl bei der Blockarbeit wie auch beim Abschluss, wo die Wucht von Brzakovic und die Eleganz von Saar spürbar mangelten. Das Hauptübel aber war Volleyballs A und O: der Aufschlag. «Wir haben das solid gemacht», erklärte Nick Amstutz, «aber das reicht gegen einen derart abgebrühten Widersacher nicht. Da müssen wir noch einen Zacken zulegen.» Ein bisschen salopp ausgedrückt: Volley Luzern servierte sich einen Fehlstart.

«Wir haben Luft nach oben»

Die Mechanik bei Luzern weist noch Reibflächen auf, der Prozess der Automatismen ist noch längst nicht abgeschlossen. Aber, um auf unsere griechische Sagenfigur zurückzukommen: dieses Problem hatte Liam Sketchers Truppe schon vor Jahresfrist zu bewältigen. Damals gabs sogar einen Startflop gegen Nobody Uni Bern, der inzwischen die Segel gestrichen hat. Luzern wird den Felsbrocken wieder hochstemmen, das sei in den Grundfesten ein gutes Team, betont Luca Müller, der ex-Luzerner als Playmaker in Amriswil-Diensten: «Ich traue ihnen auch diesmal die Halbfinal-Qualifikation zu.» Balsam für Luzern und seinen Präsidenten Josef Wicki, der weiss: «Vieles wird auch diese Saison von unseren drei Ausländern, von Dominik Fort, Shonari Hepburn und Edvarts Buidvids abhängen.» Die waren im Startspiel ordentlich, so wie das ganze Team, aber (noch) nicht herausragend. «Sie haben», beruhigt Wicki, «noch einiges mehr an Potenzial.» Das ist gut zu wissen.

Volley Luzern – Volley Amriswil 0:3 (19:25, 17:25, 23:25)
Bahnhofhalle. – 350 Zuschauer. – SR Nellen, Bätsch. – Spieldauer: 93 Minuten. –Luzern: Gautschi (Libero), Buidvits, Amstutz, Widmer, Ulrich, Köpfli, Fort, Jucker, Perezic, Hepburn, Döös.

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