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FCL-U21-Trainer Ivan Dal Santo: «Von nichts kommt nichts»

Die U21-Equipe des FC Luzern (1. Liga) wird standesgemäss verjüngt und hat einen neuen Trainer: Ivan Dal Santo, ehemals Meister in St. Gallen und Aufsteiger mit dem FCL, wandelt auf den Spuren von Vorgänger Gerardo Seoane.
Stephan Santschi
FCL-U21-Trainer Ivan Dal Santo (Mitte) will in Luzern seine Trainerkarriere lancieren. (Bild: Corinne Glanzmann (30. Juli 2018)

FCL-U21-Trainer Ivan Dal Santo (Mitte) will in Luzern seine Trainerkarriere lancieren. (Bild: Corinne Glanzmann (30. Juli 2018)

«Ich hatte eine gute Karriere, ich bin zufrieden mit ihr», sagt Ivan Dal Santo, während er in seinem Büro in der Swisspor-Arena sitzt. Der heute 46-jährige Zürcher absolvierte rund 400 Spiele im Schweizer Profifussball als Verteidiger, manchmal im Zentrum, meistens aber auf der linken Aussenbahn. Seine Stärken waren die Physis, die Zweikampfstärke und der harte Schuss. «Disziplin und Wille sind wichtige Werte, von nichts kommt nichts. Zuweilen vermisse ich heute bei den Jungen den Willen, alles aus sich herauszuholen.»

Dann tritt er hinaus in die sommerliche Hitze, rüber auf einen der Trainingsplätze der Luzerner Allmend. Seit kurzem ist Dal Santo Trainer der Luzerner U21-Junioren – er folgte auf Talentmanager Michel Renggli, welcher Anfang Jahr den zum Super-League-Chefcoach beförderten Gerardo Seoane interimistisch ersetzt hatte. «Für mich ist das der nächste Schritt in meiner Trainerkarriere», sagt Dal Santo. Davor war er während zweier Spielzeiten für den Betrieb der FCL-U18-Junioren zuständig gewesen.

Dal Santo liebäugelt mit dem Aufstieg

Trotz hohen Temperaturen wird intensiv trainiert, klar, schliesslich steht der 1.-Liga-Start vor der Tür – am Sonntag empfängt man den FC Bassecourt. Dal Santo lässt Passqualität, Ballhalten und Spritzigkeit üben, immer wieder unterbrochen von Trinkpausen. Sein Kader ist, wie im Nachwuchs üblich, wieder stark verändert worden. Vergleichsweise erfahrene Spieler haben den Verein verlassen, jüngere sind dazugestossen, die meisten von Dal Santos früherer U18-Auswahl. Das ändert nichts an der ambitionierten Zielsetzung: «Ich will immer vorne mitspielen, auch wenn mein Team jung ist. Die Aufstiegsspiele zu erreichen, wäre schön.» Im übernächsten Jahr liebäugelt er mit dem Aufstieg, dann wäre der Kanton Luzern mit je einem Team in den drei höchsten Spielklassen vertreten – der FCL in der Super League, der SC Kriens in der Challenge League, die FCL U21 in der Promotion League. «Das wäre wichtig für die Region und die Weiterentwicklung der Spieler.»

Angesprochen auf die Spielidee, huscht ein Lächeln über Dal Santos Gesicht. «Ich mag den gepflegten Fussball. Ich bevorzuge spielerische Lösungen gegenüber hohen Bällen. Das ist die Philosophie des FC Luzern und auch meine.» So wie der FC Barcelona den Ballbesitz unter Pep Guardiola zelebriert hat, so sieht Dal Santo den perfekten Fussball.

Verpasstes Debüt im Nationalteam

In Luzern will er Spieler, Mannschaft und sich selber weiterentwickeln. Für Dal Santo war schon während Aktivzeiten klar, dass er später ins Trainerbusiness einsteigen will. 1999, als 27-Jähriger, leitete er erste Trainings, erarbeitete sich das C- und das B-Diplom. In seinem Wohnort Richterswil und in Kilchberg führen seine Frau Antonia und er eine Fussballschule für Drei- bis Sechsjährige, für all jene, die bei einem Fussballclub auf der Warteliste stehen. «Fussball ist für mich schon immer alles gewesen.»

Seine Erfolge als Spieler lassen sich sehen. Mit St. Gallen wurde er im Jahr 2000 Meister, mit dem FC Luzern, bei dem er zwei Jahre unter Vertrag stand (2005 bis 2007), stieg er 2006 unter René van Eck in die Super League auf. Weniger schön sind die Erinnerungen an die Cupfinal-Niederlagen mit St. Gallen und dem FCL. Und mit Bedauern spricht der schweizerisch-italienische Doppelbürger über die verpasste Chance auf das Debüt in der Nationalmannschaft. «Enzo Trossero wollte mich für ein Länderspiel nach Zypern mitnehmen. Mein Schweizer Pass kam aber erst ein paar Wochen später.» Dann wurde Trossero entlassen, und Nachfolger Köbi Kuhn liess nichts von sich hören. «Auch mit einem Wechsel ins Ausland hat es nicht geklappt, obwohl Borussia Mönchengladbach interessiert gewesen war.»

Beim FCL zurück ins Profigeschäft

Nun also hat der Vater einer neunjährigen Tochter seine zweite Karriere im Fussball lanciert. Zug 94 führte er in die 1. Liga und dort an die Spitze, ehe er Martin Andermatt weichen musste. Via den Nachwuchs des FC Rapperswil fand er auf Initiative von Genesio Colatrella zum FCL und zurück ins Profigeschäft. «Meine Stelle als Sachbearbeiter bei einer Krankenkasse habe ich aufgegeben», erklärt Dal Santo, der ursprünglich ein gelernter Tiefbauzeichner ist. Im Herbst hofft er, mit der Ausbildung zur Uefa-Pro-Lizenz anfangen zu können. Ein paar Jahre brauche er noch im Juniorenfussball, dann sei er bereit für höhere Aufgaben. Gegen einen Werdegang wie jenen von Seoane, der mittlerweile zu Meister YB weitergezogen ist, hätte er nichts einzuwenden.

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