Unihockey-Weltmeister sehen packendes Finale in Eschenbach

Die Eschenbacher Unihockeyaner gewinnen gegen White Indians Inwil-Baar nach Penaltyschiessen 7:6.

Ruedi Vollenwyder
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Eschenbachs Peter Rüttimann (rechts) behauptet sich hier im Zweikampf gegen Dario Agner von den White Indians Inwil-Baar. Bild: Philipp Schmidli (Eschenbach, 24. November 2019)

Eschenbachs Peter Rüttimann (rechts) behauptet sich hier im Zweikampf gegen Dario Agner von den White Indians Inwil-Baar. Bild: Philipp Schmidli (Eschenbach, 24. November 2019)

Es war einiges los in der Neuheim-Sporthalle in Eschenbach. Zum einen stand das brisante 2.-Liga-Derby (Gruppe 3) zwischen dem ESV Eschenbach und dem UHC White Indians Inwil-Baar an. Zum andern lotste der «ESV-Sonntag mit Weltformat» viele Unihockey-Begeisterte in die Halle. Nebst der sportlichen Ausgangslage mit Leader Eschenbach sorgte dieser Event aber auch neben dem Feld für beste Ambiance. So gab es neben den legendären Hot Dog auch Raclette von der «Dorf Chäsi». Und als Ehrengäste durfte der ESV die finnischen Weltmeister Krister Savonen (25) und Joonas Pylsy (29), welche zurzeit beim aktuellen Schweizer Meister SV Wiler-Ersingen unter Vertrag stehen und die NLA-Tabelle anführen, begrüssen. «Unser Captain Andreas Kronenberg machte den Besuch möglich», begründet Eschenbach-Trainer David Niederberger deren Kommen. «Für die vielen jungen Fans ein tolles Erlebnis.»

Die sympathischen jungen Finnen schrieben sich wegen den vielen Autogramm-Wünschen nicht nur ihre Finger wund. Sie sahen auch ein riesiges Spektakel auf 2.-Liga-Niveau, welches die vielen Fans «von den Sitzen riss». Bis zur 54. Minute führte Inwil-Baar mit 6:4. Wegen einem übermotivierten Einsatz kassierte Christof Ming eine Fünf-Minuten-Strafe. Alles sprach für die Gäste. Da erzielte Marvin Amrein in Unterzahl den 5:6-Anschlusstreffer. Und 44 Sekunden vor Schluss rettete sich Eschenbach dank einem Weitschusstor von Peter Rüttimann in die Verlängerung, welche keine Entscheidung brachte. Im Penaltyschiessen liess Eschenbach-Goalie Silvan Rebsamen keinen Treffer zu. Der zuvor hervorragend haltende Gäste-Torhüter Raphael Lipp musste sich in den Duellen von Andrin Camadini und Flurin Blum zweimal geschlagen heben. Der Jubel im Lager der Eschenbacher war grenzenlos.

Inwil-Baar steht vor seinem 30. Jahr

Beim Team um Trainer Pirmin Limacher war die Stimmung nach dem verlorenen Match hingegen «tief im Keller»: «Es ist schon bitter, so zu verlieren. Meine Spieler haben es verpasst, den Vorsprung bei der Fünf-Minuten-Strafe zu vergrössern.» Mit dem bisherigen Verlauf der Meisterschaft ist Pirmin Limacher von den UHC White Indians Inwil-Baar, welche im nächsten Jahr das 30-Jahr-Jubiläum feiern können, nur bedingt zufrieden. «Nach Abschluss der Vorrunde haben wir das gesetzte Soll knapp verpasst. Besonders die 4:5-Niederlage in Mendrisio schmerzt noch immer», bilanziert er. Mittelfristig sieht er von Vereinsseite her gesehen die Mannschaft schon in der 1. Liga. «In zwei, drei Jahren sollte dieser Schritt möglich sein.»

Dass sein Team dieses Derby nach dem 4:6-Rückstand und der Fünf-Minuten-Strafe noch kehren konnte, daran hatte Eschenbach-Trainer David Niederberger seine Zweifel. «Der schnelle Anschlusstreffer machte Mut. Uns blieb nicht anderes übrig, als volles Risiko ohne Torhüter zu gehen. Dieses Risiko hat sich gelohnt und unterstreicht den Charakter, der in diesem Team steckt.» Über den Gegner hat er nur Lob übrig: «Wir wussten, dass uns vor den vielen Fans ein schwieriger Match bevorsteht. Zudem hat uns die gesunde Härte der White Indians schon etwas aus dem Konzept gebracht. Sie sind in der Rangliste klar unter ihrem Wert.»