Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Gigathlon: Wer nicht kämpft, hat schon verloren

Kolumne
Stefanie Meier

Sie rennen, schwimmen, skaten, legen zig Kilometer auf dem Bike und Rennvelo zurück und erklimmen Höhenmeter um Höhenmeter auf dem anspruchsvollen Trailrun. Die Gigathleten absolvierten heuer in Ob- und Nidwalden ein Hammerprogramm. Und ganz ehrlich: einigen Athleten hätte ich das nicht zugetraut. Die haben mich am Prolog am Freitag ganz schnell eines Besseren belehrt. Ausgerüstet mit Neopren, Schwimmbrille, Laufschuhen, Handpaddles und Schaumstoff-Pullbuoy drehten sie ihre Runden zu Land und Wasser. Die Zähen unter ihnen sprangen gar ganz ohne Neopren in den gefühlt 15-Grad kalten Sarnersee.

Der See war wirklich kalt. Meine Staff-Pause verbrachte ich also damit, mich dem Wasser anzunähern und mich mit den Athleten zu unterhalten. Auch sie hatten so ihre Mühe mit der Kälte und werweisten, ob sie mit oder ohne Neopren reinspringen sollten. Fix dabei hatten sie den Pullbuoy, ein Schaumstoffteil, das den Athleten in der Horizontalen hielt. Die Schuhe an den Füssen hätten verhältnismässig zu viel Gewicht, darum die Schwimmhilfe. Voilà, wieder was gelernt. Gut, dass ich so wasserscheu bin.

Weil ich mir den Start zum Key Saturday um 5 Uhr in der Früh keineswegs entgehen lassen wollte, hüpfte ich kurz nach 4 Uhr unter die Dusche und machte mich auf den Weg zum Zentralort in Sarnen. Für einmal war mir kalt und nicht heiss, welch wunderbares Gefühl. Auch die Athleten auf ihren ultramodernen Rennvelos genossen die kühle Morgenluft. Jauchzend und bis in die Haarspitzen motiviert, radelten die ersten Athleten pünktlich um 5 Uhr davon. Es dauerte einige Minuten, bis alle Teilnehmer die Startlinie überquert hatten. Einzelne wurden nach wenigen Metern schon wieder gestoppt, weil sie kein Licht montiert hatten. Blöd, wenn man das Reglement nicht kennt. Auch sie hatten was gelernt. Derweilen genoss ich zusammen mit meiner besseren Hälfte das reichhaltige Frühstück. Durch den Lautsprecher kam die Meldung, dass ein Athlet dringend einen neuen Pneu braucht. Kaum gemeldet, schon stand ein anderer Athlet vor dem Speakerpult und bot seine Unterstützung an. «Das ist Gigathlon», verkündete der Speaker stolz.

Auch für mich sind die Gigathleten wahre Helden. Hut ab vor ihrer Leistung. Allen voran die Single-Athleten befanden sich 10 und mehr Stunden auf der Gigathlon-Strecke und waren non-stop am Rennen, Schwimmen, Biken und vieles mehr. Dank der Unterstützung ihrer Supporter konnten sie an den Wechselzonen zügig von der einen auf die andere Disziplin wechseln.

Doch letztlich geht es hier vielen Sportlern nicht um den Wettbewerb oder darum, sich gegenseitig zu schlagen, sondern um das Erlebnis und das unbeschreibliche Gefühl bei der Zieldurchfahrt. Mit der Masse starten, die Bergwelt entdecken, sich selbst an die Grenzen bringen, nochmals Energie aus dem Vollen schöpfen und weiterkämpfen. Wie es die letzte Single-Athletin des Key Saturday gemacht hat. Sage und schreibe 19 Stunden war sie unterwegs und fuhr kurz vor Mitternacht dennoch mit einem Lächeln über die Ziellinie. «Wer nicht kämpft, hat schon verloren», so das Motto vieler Athleten. Recht haben sie. Und darum traten die über 550 Athleten am Sonntag nochmals ordentlich in die Pedale. Fürs Team, für sich selbst und für die vielen «Key Moments» am Gigathlon Switzerland in Ob- und Nidwalden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.