«Werden noch auf Mütze kriegen»

Die SG Pilatus startet mit einem 24:24-Remis gegen Horgen/Wädenswil in die 1.-Liga-Saison. Das Team präsentiert sich derart verjüngt, dass Trainer Ralf Stojan (42) über sein Comeback nachdenkt.

Stephan Santschi
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Der Luzerner Dominik Schnetzler beim Sprungwurf. (Bild: Roger Zbinden (Luzern, 1. September 2018)

Der Luzerner Dominik Schnetzler beim Sprungwurf. (Bild: Roger Zbinden (Luzern, 1. September 2018)

Soll er nun zufrieden sein mit dem Punkt? Oder darüber hadern, dass der Sieg in der Schlusssekunde durch die Lappen ging? Ralf Stojans Gefühle waren gemischt nach dem Start seiner Mannschaft in die neue 1.-Liga-Saison. Zwar gewann die SG Pilatus gegen Horgen/Wädenswil beim 24:24-Remis am Samstag in der Luzerner Maihofhalle den ersten Punkt, obwohl sie in der 47. Minute noch mit vier Treffern zurückgelegen hatte (17:21).

Doch da war eben auch der späte Zeitpunkt des Ausgleichstreffers. Die Spielzeit war bereits abgelaufen, als der Zürcher Tim Rellstab noch zu einem Siebenmeter antreten konnte und diesen dann auch verwertete. «Schade, sind es nicht zwei Punkte geworden. Mit dem Auftritt bin ich aber absolut zufrieden, vor der kämpferischen Leistung ziehe ich den Hut. Jetzt geht es zunächst einmal vor allem um die Weiterentwicklung der Spieler», resümierte Trainer Stojan.

Kooperation mit Emmen? «Merke ich nicht»

Die SG Pilatus hat nach dem Umbruch im letzten Jahr erneut eine markante Blutauffrischung mit eigenen Junioren vornehmen müssen. Acht Spieler verliessen das Team, «die Leistungsträger sind fast komplett weg», sagt Stojan und meint damit unter anderen Kayoum Eicher, Yves Mühlebach, Sebastian Hermann, Roy Bucher oder Basil Gnos.

Völlig neu besetzt ist die Goalieposition, gelernte Kreisläufer habe man keine mehr, generell sei das Kader stark verjüngt worden. «Unser Captain Flavio Gnos ist 20 Jahre alt. Klar hätte ich gerne noch zwei, drei Ältere im Team. Nun müssen wir zu einer eingeschworenen Truppe werden», fordert Stojan. Auf die neu lancierte Zusammenarbeit mit Handball Emmen und möglichen Zuzügen angesprochen, sagt er unverblümt: «Davon habe ich bis jetzt noch nichts gemerkt. Vielleicht passiert ja noch etwas.» Er, der 42-jährige Übungsleiter, schliesst deshalb nicht aus, dass er selber nochmals ein Comeback geben wird. «Mich juckt es schon, auch das Niveau habe ich noch, um der Mannschaft in der Abwehr zu helfen.» Wenn es sein müsse, schnüre er ab Januar, wenn es um den Ligaerhalt geht, wieder die Schuhe. «Ich halte mich fit. Vorderhand geht es aber in erster Linie darum, dass die Jungen Erfahrungen sammeln und im Männer-Handball ankommen.»

«Kein richtiger Gradmesser»

Das ebenfalls neu formierte Horgen/Wädenswil sei zum Auftakt noch kein richtiger Gradmesser gewesen. Zwar handelte es sich hierbei um den NLB-Absteiger, nach der Zusammenlegung des HC Horgen mit NLB-Aufsteiger Wädenswil fungiert der Zürcher 1. Ligist indes lediglich noch als 2. Mannschaft. «Wir werden noch auf richtige Brocken treffen, die uns auch mal eins auf die Mütze geben werden. Wir stehen vor einer sehr schweren Saison, in der es auch krasse Rückschläge geben wird.»

Aus solchen Niederlagen lerne man aber am meisten, sagt Stojan, der mehrere Jahre in Deutschlands 2. Bundesliga gespielt hatte. Er weiss, dass sein Team zu den Abstiegskandidaten zählt, «doch das war schon letztes Jahr so. Bisher habe ich immer aus allem etwas machen können. Ich bin überzeugt, dass ich das wieder hinkriege, wenn die Mannschaft mitzieht.»

Gruppe 3, 1. Runde: Wohlen – Olten 18:24 (11:11). SG Pilatus – SG Horgen/Wädenswil 24:24 (12:13). Einsiedeln – Mutschellen 34:37 (20:17). Muri – Muotathal 27:32 (10:16).