Wieder ein Kasten Bier für Handball Emmen

Klare Sache im Luzerner 1.-Liga-Derby: Emmen schlägt Kriens 41:31 und steht mit einem Bein in der Finalrunde.

Stephan Santschi
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Der Emmer Kreisläufer Luka Ravlija (am Ball) beim Torabschluss.Bild: Jakob Ineichen (Emmen, 30. November 2019)

Der Emmer Kreisläufer Luka Ravlija (am Ball) beim Torabschluss.Bild: Jakob Ineichen (Emmen, 30. November 2019)

Jakob Ineichen, Luzerner Zeitung

Was geschieht im Handball, wenn ein Spieler das 40. Tor seines Teams erzielt? «Er spendiert einen Kasten Bier», sagt Emmens Trainer Heinz Fuhrimann. Diese Tradition pflegt auch seine Mannschaft, am Samstag beim 41:31-Sieg war es Flavio Dürger, der mit seinem einzigen Treffer für das Jubiläumstor sorgte. Zwei Wochen davor, beim 40:29-Erfolg gegen Muri, war es Flügel Roy Bucher gewesen, der zu dieser etwas zwiespältigen Ehre gekommen war.

Die Ergebnisse zeigen: Die Emmer sind nach dem NLB-Abstieg nicht eingeknickt, haben sich in der 1. Liga mittlerweile warmgeschossen. In der Gruppe 3 stehen sie zwei Spieltage vor Qualifikationsende auf dem zweiten Rang – mit zwei Punkten mehr und dem klar besseren Torverhältnis als der erste Verfolger Altdorf. Die Urner, ebenfalls ein NLB-Absteiger, verloren am Sonntag bei Leader Olten mit 20:26 und stehen nun im Kampf um die Finalrunde mit dem Rücken zur Wand. «Wir haben noch zwei Heimspiele und diese wollen wir gewinnen. Dann gibt es keine anderen Diskussionen, dann sind wir sicher Zweiter», stellt Fuhrimann klar.

Krienser brechen nach der Pause ein

Gegen die Krienser bissen die Emmer zunächst aber auf hartes Brot, in der ersten Halbzeit vermochten sie den Tabellenletzten nicht klar zu distanzieren (19:17). Zwar legte der Gastgeber vor 400 Zuschauern einen Blitzstart hin, nach 10 Minuten führte er 8:3. Die Krienser, die in der Deckung immer wieder die Formation wechselten, um die Emmer zu verwirren, blieben allerdings dran, liefen zahlreiche Gegenstösse und gingen in der 24. Minute sogar in Führung (14:13).

Nach dem Seitenwechsel besann sich der Favorit dann aber seiner Stärken, liess die Muskeln spielen und führte nach 45 Minuten erstmals mit zehn Treffern (32:22). «Wir wussten, dass wir besser sind und traten in der zweiten Halbzeit fokussierter auf», erklärt Fuhrimann. Sein Antipode, Kriens-Chefcoach Ralf Stojan, bedauerte derweil, dass sein Team nicht mehr so geradlinig wie noch vor dem Seitenwechsel spielte: «Wir hatten einen Bruch im Spiel, waren undiszipliniert, liessen vorübergehend die Köpfe hängen.»

Während die Emmer mit einem Bein in der Finalrunde stehen und dort ab Januar 2020 in einer Achter-Gruppe mit den Spitzenteams der anderen drei 1.-Liga-Gruppen um die zwei Aufstiegsplätze in der NLB spielen dürften, werden die Krienser in der Abstiegsrunde um den Ligaerhalt kämpfen müssen. Trotz bisher elf Niederlagen in zwölf Partien bleibt Trainer Stojan zuversichtlich. «Wir befinden uns in der besten aller 1.-Liga-Gruppen. Es ist ein Vorteil, dass wir uns mit solch starken Teams messen können. Wir sehen es als inoffizielle Vorbereitung auf das Frühjahr, wenn alles wieder bei null anfangen wird.» Dann hoffen die Krienser auch auf die Rückkehr der verletzten Flavio Gnos und Moritz Studer. «Wir dürfen keine Wunderdinge erwarten. Doch wir haben nun so oft auf den Sack bekommen, das hat uns zusammengeschweisst. Wir sind ruhig geblieben und immer noch willig.»

Emmen-Trainer liebäugelt mit Rückzug

Die Emmer müssen sich trotz erfolgreicher Saison auf den Abgang ihres Trainers Fuhrimann einstellen. «Drei Jahre sind genug, es braucht neue Reize», sagt er. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen, der erfahrene Übungsleiter möchte mit seinen Worten auch provozieren. «Ich wollte eine Leistungskultur nach Emmen bringen, so richtig habe ich das nicht geschafft. Hier gibt es noch immer so viel Potenzial, das nicht genutzt wird.»

Männer, 1. Liga

Gruppe 3: Dagmersellen – Wohlen 27:21 (11:12). Emmen – Kriens 41:31 (19:17). Muotathal – Muri 27:27 (13:12). Olten – Altdorf 26:20 (12:8).
Rangliste (alle 12 Spiele): 1. SG Olten 20. 2. Emmen 19. 3. Altdorf 17. 4. Muotathal 14. 5. Dagmersellen 12. 6. Muri 8. 7. Wohlen 4. 8. Kriens 2.

Emmen – Kriens 41:31 (19:17)
Rossmoos. – 400 Zuschauer. – SR Costa/Zwahlen. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Emmen, 7-mal 2 Minuten gegen Kriens.
Emmen: Luthiger/Winiger; Schelbert (11/1), Häberli (3), Brunner, Remy Weingartner (4), Ravlija (4), Acha-Orbea (1), Bucher (10/4), Lou Dürger, Augugliaro (2), Flavio Dürger (1), Kovacevic (5), Winiger, Reto Baumann.
Kriens: Iten/Rast; Daniel Weingartner (2), Bühler (1), Petkovic (1), Wyss (3), Heller (1), Felber (1), Wolf (13/7), Rico Baumann (5), Korac, Stadelmann (2), Bouwmeester, Knabl (2), Rast.
Bemerkungen: Bucher verwirft Penalty (37./23:19). Wolf verwirft Penalty (58./39:29).