«Wilde» Stanser feiern knappen Startsieg

Der BSV Stans schlägt zum Auftakt der neuen NLB-Saison zu Hause Solothurn mit 24:22. Das Spiel war allerdings nichts für schwache Nerven.

Stephan Santschi
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Perfekte Ausbeute: Der Stanser David Riederer erzielt hier einen seiner fünf Treffer – bei fünf Abschlüssen. (Bild: Philipp Schmidli (Stans, 2. September 2018)

Perfekte Ausbeute: Der Stanser David Riederer erzielt hier einen seiner fünf Treffer – bei fünf Abschlüssen. (Bild: Philipp Schmidli (Stans, 2. September 2018)

«Wild West.» So umschrieb Andy Gubler den Charakter des Startspiels gegen Solothurn. Der Trainer des BSV Stans meinte damit die Nervosität, die Ungewissheit und die mangelhaften Automatismen zweier Mannschaften, die sich am Samstag in der Eichlihalle vor 380 Zuschauern ein leidenschaftliches, spannendes, aber eben auch fehlerhaftes Duell lieferten. Die Nidwaldner führten früh 6:1 (8.), verloren dann den Faden und gerieten bis zur 43. Minute 14:18 in Rückstand. Das bessere Ende behielten sie aber mit 24:22 für sich, weil sie vom frenetischen Publikum zum Sieg getragen wurden, während die Gäste komplett aus dem Tritt gerieten.

20:22 lag Stans nach 55 Minuten zurück, als Gubler ein Time-out nahm und den Torhüter durch einen siebten Feldspieler ersetzte, um in der Offensive eine personelle Überzahl zu generieren. Innert Kürze glich sein Team aus, 51 Sekunden vor Schluss gelang Roger Scherer das 23:22, ehe Christian Imfeld nach Ablauf der Spielzeit noch vom Penaltypunkt zum Schlussergebnis traf.

Solothurn und die Krux mit dem leeren Tor

Erstaunlich dabei: Gleich dreimal bot sich den Solothurnern in dieser Phase die Möglichkeit, den Ball ins leere Gehäuse der Stanser zu werfen, doch dreimal versagten ihnen die Nerven. Zunächst warf Goalie Taro Diethelm daneben, beim zweiten Versuch kurz darauf getraute er sich nicht mehr zu einem Abschluss aus der Distanz, und schliesslich zielte auch noch Teamkollege Martin Beer zu hoch.

Der Poker von Gubler ging damit auf, dank Mut, Einsatz­bereitschaft und einer gehörigen Portion Glück. «Wir spielen in der NLB, wir brauchen einfach Punkte», sagte er hinterher mit einem Grinsen. Es gehört zu seiner Philosophie, dass er den Sieg erzwingen will, wenn er in Greifnähe rückt.

Krienser Goalie-Talent spielt nun für Stans

Die Stanser starteten damit optimal in die neue NLB-Saison, zumal Solothurn von der Qualität her wieder im oberen Bereich der Tabelle anzusiedeln sein dürfte – die vergangene Spielzeit beendete die Mannschaft des 150-fachen Ex-Nationalspielers Marco Kurth auf Rang drei. Die Abwehr der Nidwaldner stand bereits sehr stabil, auch wenn Neuzuzug und Assistenztrainer Mario Obad seine Rolle in der 6:0-Deckung erst noch finden muss – der 35-jährige Kroate bevorzugt das 3–2–1-System. Im Tor steht mit Kayoum Eicher neu das 20-jährige Talent des HC Kriens-Luzern, was dazu führt, dass die Stanser Goalielegende Christian Arnosti sich auf seinen Job als Sportchef konzentriert und nur noch bei Personalmangel einspringt.

Im Angriff zeigte der BSV Stans trotz der für ein Startspiel nachvollziehbaren Unsicherheiten auf, dass er über mehr Potenzial verfügt als letzte Saison. Das liegt vor allem an der erhöhten Durchschlagskraft auf der rechten Seite, wo nun mit Pascal Achermann, Andri Lehmann und Yves Mühlebach gleich drei Linkshänder zur Verfügung stehen. Dabei war Achermann neben Scherer in der Schlussphase das wichtigste, offensive Argument für den Sieg gegen Solothurn. «Wir waren nervöser, als ich erwartet hatte. Doch wir haben immer an uns geglaubt», freute sich Gubler.

Altdorf und Emmen starten mit Niederlagen

Weniger erfolgreich gestartet sind die anderen Zentralschweizer B-Ligisten, wobei auch diese auf starke Konkurrenz trafen. Der umformierte KTV Altdorf unter dem neuen Trainer Sebastian Munzert verlor zu Hause gegen die Lakers aus Stäfa mit 27:31. Und 1.-Liga-Aufsteiger Emmen war auswärts gegen NLA-Ab­steiger Endingen chancenlos (21:35-Niederlage). Während sich die Stanser nach oben orientieren, hat für Altdorf und Emmen der Ligaerhalt Priorität.