Willisauer Handballerinnen stehen Malters vor der Sonne

Die Handballerinnen von Malters und Willisau haben die 1.-Liga-Aufstiegsrunde im Visier.

Stephan Santschi
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Laura La Scalea (am Ball) beim Torabschluss gegen die Willisauer Verteidigung.

Laura La Scalea (am Ball) beim Torabschluss gegen die Willisauer Verteidigung.

Bild: Jakob Ineichen (Malters, 7. Dezember 2019)

Einen letzten Matchball hatte Malters noch, 15 Sekunden vor Schluss gelang der Durchbruch. Doch Willisaus Goalie Julia Günnel parierte den Versuch von Melanie Engel, es blieb beim 23:23-Unentschieden. Ein Ergebnis, mit dem die Willisauerinnen weitaus besser leben können als der Gastgeber. Dank dem Punktgewinn stehen sie in der Gruppe zwei der 1. Liga auf Platz eins. In der Schlussrunde vom kommenden Wochenende reicht ihnen zu Hause gegen Schlusslicht Emmen ein Zähler, um in die Aufstiegsrunde einzuziehen. Malters, mit einem Punkt Rückstand auf den Strich auf Platz drei klassiert, muss derweil in Basel gewinnen und auf die Schützenhilfe der Konkurrenz hoffen. «Schade, das haben wir selber verbockt», ärgerte sich Malters-Trainer Daniel Lütolf.

Dabei hatte sein Team das Geschehen eigentlich unter Kontrolle, führte gegen Willisau über weite Strecken und schien in der 55. Minute beim Stand von 22:19 auf die Siegesstrasse eingebogen zu sein. Doch dann zeigte sich ein Phänomen, das Lütolf schon in den vergangenen Wochen immer wieder aufgefallen war. «Uns mangelt es an Konstanz, innert Kürze geben wir Vorsprünge wieder her. Uns fehlt der Verwaltungsmodus.» Willisau kam so nochmals auf, setzte alles auf eine Karte und wurde letztlich noch mit einem Unentschieden belohnt.

Malters: Spielmacherin wird vermisst

In dieser Phase machte sich bei Malters die Absenz von Tatiana Heini bemerkbar. Vor vier Wochen zog sie sich einen Bänderriss im Fuss zu und wird erst im Frühjahr wieder einsatzfähig sein. Der frühere Flügel in der SPL 1 (Spono Eagles, LC Brühl) fungiert in Malters als Spielmacherin. «Sie ist der Kopf in unserem Rückraum, ohne sie schafften wir es nicht, Ruhe in unser Spiel zu bringen», stellte Lütolf fest. Generell seien sie ein eher ungeduldiges Team, das schnell den Weg nach vorne gehe und rasch den Abschluss suche. «Da befinden wir uns derzeit in einem Lernprozess.»

Erfolgreicher treten die Willisauerinnen auf, seit der Startniederlage in Leimental Ende September haben sie kein Spiel mehr verloren. Ein breites Kader, wenig Verletzungen und ein eingespieltes Kollektiv sind die Markenzeichen des aktuellen Tabellenführers. «Zudem verfügen wir mit der Rückkehr von Selin Muri und Toska Ferati über mehr Power im Angriff», erklärt Erich Albisser. Er ist der Präsident der Handballriege im STV, Interims-Sportchef der Frauen und er unterstützt Trainer Peter Joller im Training und auf der Bank.

Willisau: Feldspielerin steht im Tor

Speziell ist die Situation im Tor. Da Isabel Thomi mit einer Hirnerschütterung voraussichtlich noch bis Januar ausfällt und die Nummer zwei Delia Dahinden vorübergehend im Ausland weilte, übernahm Feldspielerin Julia Günnel den Part des Goalies. In ihrer Juniorinnenzeit in Nottwil sammelte sie auf dieser Position zwar Erfahrungen, in Willisau ist sie aber als Rückraumspielerin vorgesehen. «Sie macht es sehr gut», freut sich Albisser über Günnel, die gegen Malters mit einer Abwehrquote von 34 Prozent gefiel.

Willisau kann am nächsten Samstag gegen Emmen also alles klar machen und in die Aufstiegsrunde einziehen. «Dann hätten wir ein erstes Ziel erreicht», sagt Albisser. Und das zweite Ziel lautet Aufstieg in die SPL 2? «Zuerst werden wir uns alle an einen Tisch setzen, darüber haben wir noch nicht geredet. Wenn aber das Gros des Teams zusammenbleibt, kann ich mir das gut vorstellen», erklärt Albisser. Auch Malters, das noch kleine Hoffnungen auf einen Platz in den Top 2 hat, würde mit der SPL 2 liebäugeln. «Erreichen wir die Aufstiegsrunde, würden wir Vollgas geben», betont Lütolf. Für beide wäre es dabei die Rückkehr in die zweithöchste Liga des Landes. Im Jahr 2013 waren Willisau und Malters gemeinsam in die 1. Liga abgestiegen.

Handball, 1. Liga-Frauen

Gruppe 2: Malters – Willisau 23:23 (13:11). Emmen – Kriens 17:25 (9:11). Leimental – ATV/KV Basel 21:16 (8:10). – Rangliste: 1. Willisau 9/14. 2. Leimental 9/13. 3. Malters 9/12. 4. ATV/KV Basel 9/6. 5. Kriens 9/5. 6. Emmen 9/4. – Top 2 in Aufstiegsrunde.

Malters – Willisau 23:23 (13:11)
Oberei. – 97 Zuschauer. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Malters. – Malters: Zihlmann/Häfliger; Laura La Scalea (3), Furrer (2), Milojevic (5), Larissa La Scalea (4), Flückiger (6), Renggli (1), Manganelli (1), Loosli (1), Engel, Stalder, Huber, Lussi. – Willisau: Günnel/Dahinden; Cranz (3/1), Bucheli (4), Muri (7), Amrein (3), Blum (2/1), Ferati (4/1), Egli, Borer, Looser. – Bemerkung: Zihlmann pariert Penalty von Ferati (44./17:16)

10. und letzter Spieltag: ATV/KV Basel – Malters (Sa 17.00). Willisau – Emmen (Sa 19.15). Kriens – Leimental (So 18.30).