Eine willkommene Abwechslung

Freestyle-Weltmeister Fabian Bösch (22) war Stargast beim Swiss-Jugend-Langlauflager auf dem Glaubenberg.

Roland Bösch
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Der 22-jährige Engelberger Fabian Bösch inmitten begeisterter Kids.

Der 22-jährige Engelberger Fabian Bösch inmitten begeisterter Kids.

Bild: Fabian Scheuber (Langis, 28. Dezember 2019)

Herumsitzen und nichts tun gehört nicht zu den Stärken des Engelbergers Fabian Bösch. Doch über die Festtage hatte sich der Big-Air-Weltmeister 2019 Ruhe verordnet. «Meine linke Ferse macht mir nach einem weiten Sprung wieder Probleme. Aus Erfahrung weiss ich, dass eine Pause sinnvoller ist, als weiterzumachen», erklärt der 22-jährige Obwaldner.

Abwechslung tut in solchen Momenten gut. Und so kam der Anruf seiner Schwester Seraina, die im Swiss-Jugend-Langlauflager auf dem Glaubenberg weilte, gerade richtig. Weil die OL-Weltmeisterin Judith Wyder ihren Besuch aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagt hatte, war man auf der Suche eines andern Stargastes. Und so fand sich Bösch in der Altjahreswoche inmitten von 190 Kindern aus der deutschsprachigen Schweiz wieder.

In der Rolle als Langlauf-Coach

Langlauf und Freestyle, verträgt sich das? «Warum soll sich das nicht vertragen?», sagt Bösch. «Ich habe viele motivierte und sportbegeisterte Kinder angetroffen. Ob diese mit Langlauf- oder Freestyle-Skis unterwegs sind, spielt keine Rolle.»

Bösch, der in früheren Jahren selber ab und zu auf den schmalen Latten unterwegs war, besuchte den Funpark der Langläufer und nahm sogleich die Rolle eines Coaches ein. Mit dem Handy filmte der Sieger der X-Games 2016 die Sprünge der Kids und gab ihnen bei der unmittelbaren Videoanalyse Tipps mit auf den Weg. «Kamerabilder vermitteln für jeden Sportler eine wertvolle Aussenansicht», erklärt Fabian Bösch. Die Kinder klebten während den Analysen förmlich an den Lippen des Engelbergers. Beeindruckt war Fabian Bösch auch von den Sprüngen der Kids. «Der three-sixty eines Buben war super. Da müsste auch ich einige Versuche unternehmen, bis ich diesen derart gut hinkriegen würde», lobte Bösch.

Als Kind besuchte Fabian Bösch nie ein Lager mit derart vielen Jugendlichen. Er erinnert sich aber an die Trainingslager in seiner Zeit als Alpinrennfahrer mit dem Skiclub Engelberg, dem Obwaldner Skiverband und dem Zentralschweizer Schneesportverband. «Ich kann mir gut vorstellen, dass es auch hier jeweils lustig zu und her geht. Ich jedenfalls musste einige Male in der Nacht als Strafe eine Joggingrunde laufen», gibt der ehemalige Sportmittelschüler schmunzelnd zu Protokoll.

Mit hörbehinderten Kindern im Skilager

Für den Spitzensportler Bösch ist das Thema Lager natürlich kein Fremdwort. Im Sommer steht er jeweils im kanadischen Whistler als Coach in einem Nachwuchscamp im Einsatz, im letzten Frühling weilte der Obwaldner mit hörbehinderten Kindern während einer Woche als Leiter in einem Skilager. «Dabei kann ich den Kindern etwas zurückzugeben und gleichzeitig meine Leidenschaft für den Schnee ausleben», erklärt Fabian Bösch.

«Der Besuch im Langlauflager hat richtig Spass gemacht und gibt mir Energie für die nächsten Weltcup-Einsätze», freut sich Bösch. Bereits am nächsten Wochenende geht der Obwaldner im französischen Font Romeu wieder an den Start.