Yannick Chabloz und seine Nahrung für den Kopf

Der 20-jährige Nidwaldner Yannick Chabloz setzt auf die Karte Skirennsport und entwickelt sich langsam zum Speed-Fahrer.

Peter Gerber Plech
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Will auf die Erfolgsspur: der Beckenrieder Yannick Chabloz. (Bild: PD)

Will auf die Erfolgsspur: der Beckenrieder Yannick Chabloz. (Bild: PD)

Der Name von Yannick Chabloz steht definitiv öfter auf Resultatlisten von Slalom- und Riesenslalom-Rennen, als dass er bei Wettkämpfen in den Speed-Disziplinen auftauchen würde. Noch. Denn bereits im vergangenen Winter setzte der 20 Jahre alte Nidwaldner, ursprünglich eher der Techniker, vermehrt auf Super-G und Abfahrt. Ein Grund dafür, dass das auch künftig so sein wird, ist, dass Chabloz Mitglied der Europacup-Trainingsgruppe von Franz Heinzer ist. Und unter der Regie des Abfahrtsweltmeisters des Jahres 1991 stehen der Gebrauch der langen Ski, das Fahren auf geraderen Strecken und die längeren Rennzeiten im Vordergrund.

Wie aber passt denn da Chabloz’ Einstieg in den Wettkampfwinter 2019/2020 hinein? Am 12./13. November bestritt der Nidwaldner auf der Diavolezza zwei FIS-Slaloms – und schied zweimal aus. Am 20./21.November fuhr Chabloz in Zinal zwei FIS-Riesenslaloms – und wurde Achter respektive Vierter. «Dass ich die Slaloms gefahren bin, war eher zufällig und spontan. Eigentlich waren zwei Super-G im französischen Tignes geplant gewesen. Da diese aber abgesagt worden sind, haben zwei Trainingskollegen und ich entschieden, dass wir halt ersatzweise die zwei Slaloms fahren.» Renn-Rhythmus holen war das Ziel. Auch wenn die Vorbereitung nur wenige Slalomtage beinhaltet hat und die schwierigen Verhältnisse auf der Diavolezza für die «Speedler» ganz bestimmt kein Vorteil gewesen sind. «Die zwei Nuller waren sicher nicht ideal, aber sie sind auch nicht weiter tragisch. Dafür bin ich mit den in Zinal erreichten Resultaten im Riesenslalom sehr zufrieden.»

Im Training konsequent und fleissig

Der Einstieg in die Rennsaison ist, wenn auch nicht in den Primärdisziplinen, also gemacht. Was aber sagt Trainer Heinzer zu seinem neuen Schützling, der aktueller Schweizer U21-Meister in der Abfahrt ist? «Yannick stammt aus einer sehr sportlichen Familie. Er ist im Training äusserst konsequent, fleissig und es macht Spass, mit ihm zu arbeiten. Die Ansätze sind vielversprechend, fehlen tut noch etwas die Konstanz», sagt der 57 Jahre alte Rickenbacher.

Chabloz’ Stärken sieht Heinzer in erster Linie auf Flachstücken und in Gleitpassagen. Und diese Stärken soll der Fahrer bald im Europacup einsetzen können. Am 9./10. Dezember geht es mit den ersten Speed-Rennen in Santa Caterina los und nur zwei, respektive drei Tage später stehen zwei Super-G in Zinal auf dem Programm. «Regelmässig punkten und in den Top-30 festbeissen ist mein Ziel für diesen Winter», sagt Chabloz, der, wenn er sich qualifiziert, im März 2020 erstmals und letztmals zugleich an den Junioren-Weltmeisterschaften teilnehmen könnte.

Bis dahin ist noch Zeit. Etwas anderes im Leben des Yannick Chabloz ist dagegen viel unmittelbarer. Der 20-Jährige hat im Oktober ein Mathematik-Studium an der Fern-Universität in Hagen (Deutschland) begonnen. Er sitzt oft, wenn andere seines Alters vielleicht im Ausgang sind oder die freie Zeit mit Games verbringen, über oder hinter den Büchern. «Für den Kopf ist es ziemlich anspruchsvoll. Aber genau das habe ich gesucht. Ich will mich intellektuell und abseits vom Skifahren mit anderen Dingen beschäftigen und mich fordern.»

«Das Studium ist zweitrangig»

Ganz leicht sei ihm der Wiedereinstieg ins Lernen nicht gefallen, gibt Chabloz zu. «Aber ich will das jetzt.» Und in diesen Worten schimmert Heinzers Einschätzung von Skirennfahrer Chabloz – er sei konsequent und fleissig – wieder durch. Dennoch hält der Nidwaldner fest, dass er klar auf die Karte Spitzensport setze. «Das Studium ist zweitrangig. Zuerst kommt das Konditionstraining, danach das Studium. Wenn ich meinen Beruf in ein Formular eintragen muss, dann schreibe ich Berufssportler.» Konsequent.