Zentralschweizer Biathlon-Exploit bleibt aus

Die Jugend- und Juniorenweltmeisterschaften in der Lenzerheide mit rund 500 Athleten aus 43 Nationen sind Geschichte.

Roland Bösch
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Flavia Barmettler ist diesmal in der Loipe zu langsam.

Flavia Barmettler ist diesmal in der Loipe zu langsam.

Bild: Hansjörg Pfäffli

Für die Organisatoren gibt es viel Lob. Begeistert von der Veranstaltung mit rund 7000 Zuschauern vor Ort zeigt sich auch die Obwaldner Biathletin Flavia Barmettler. Die 21-jährige C-Kaderathletin weiss, wovon sie spricht, war es doch ihre vierte WM-Teilnahme: «Was wir die letzte Woche erleben durften, ist mit keiner meiner bisherigen Weltmeisterschaften zu vergleichen. In anderen Jahren waren nur die Trainer auf der Strecke. Hier war von A bis Z alles wie bei einem Weltcup-Rennen organisiert.»

Differenzierter fällt für die Athletin des Skiclub Schwendi-Langis und die restlichen drei Innerschweizer WM-Teilnehmer die persönliche Bilanz aus. Für den WM-Titel und die zwei weiteren Medaillen waren mit der Davoserin Lea Meier, Amy Baserga aus Einsiedeln und Sebastian Stalder aus dem Zürcher Oberland andere Schweizer besorgt. Für die WM-Neulinge Elena Häfliger, Samuel Kägi und Simon Zberg ging es darum, Erfahrungen zu sammeln.

Flavia Barmettler überzeugt im Schiessen

Die in Mauensee wohnhafte Häfliger erbrachte respektable Schiessleistungen. Auf der weltcupwürdigen Strecke machte sich hingegen der Trainingsrückstand durch die gesundheitlichen Probleme in den letzten zwei Jahren etwas bemerkbar. Mit dem 66. Rang im Sprint reichte es Häfliger nicht ins Verfolgungsrennen. Zberg schaffte im Sprint als 56. den Sprung in die Top 60. Trotz sechs Schiessfehlern gelang es dem Obwaldner, bei der Verfolgung noch fünf Ränge gut zu machen. Ein versöhnlicher Abschluss, nachdem Zberg aufgrund von gesundheitlichen Problemen das Staffelrennen auslassen musste. Kägi vom Skiclub Gotthard-Andermatt gelang als 73. im Sprint den Sprung in die Verfolgung nicht.

Nicht so schnell vergessen wird Flavia Barmettler das samstägliche Sprintrennen. Seit rund fünf Jahren blieb sie erstmals wieder einmal fehlerlos und sorgte auch am Sonntag beim Verfolger mit 17 von 20 Treffern für eine gute Schiessleistung. Für einmal versagten Barmettler bei den Rennen am Wochenende jedoch die Beine. Daher kam sie nicht über die Ränge 33 und 37 hinaus. «Mit solchen Rängen kann ich nicht zufrieden sein. Es ist etwas verflixt. Beim Einzelrennen hatte ich schnelle Beine, aber im Schiessstand lief es nicht – und jetzt das Umgekehrte», bilanziert sie.