Der Luzerner Segler Lorenz Zimmermann verspielt den Titel

An der Schweizer Meisterschaften der Starboote in Luzern sah es bis zum letzten Wettkampftag aus, als ob der Titel in Luzern bleiben würde. Dann aber patzt Lorenz Zimmermann bei beiden Schlussläufen und muss mit Bronze vorliebnehmen.

Walter Rudin
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Der Luzerner Lorenz Zimmermann (rechts) und sein Vorschoter Steffen Rutz sind am ersten Regattatag mit zwei Laufsiegen stark unterwegs. Bild: Walter Rudin (Luzern, 31. Mai 2019)

Der Luzerner Lorenz Zimmermann (rechts) und sein Vorschoter Steffen Rutz sind am ersten Regattatag mit zwei Laufsiegen stark unterwegs. Bild: Walter Rudin (Luzern, 31. Mai 2019)

Eine Olympische Medaille kann man mit einem Starboot zwar nicht mehr holen, die Star-Klasse hat den Olympiastatus vor einigen Jahre verloren, trotzdem hat die kleine Kieljacht bei den Seglern nur wenig an Attraktivität verloren. Das hat sich auch am vergangenen Auffahrtswochenende gezeigt, denn mit 25 teilnehmenden Booten waren die Schweizer Meisterschaften 2019 in der Luzerner Seebucht gut besucht. Rund ein halbes Dutzend Boote waren sogar aus dem Ausland angereist.

Der Luzerner Urs Hunkeler hatte letztes Jahr mit dem ehemaligen Olympioniken Enrico de Maria als Vorschoter den Titel am Neuenburgersee geholt und hoffte, ihn auf heimischen Gewässern zu verteidigen. Allerdings trat er mit einem anderen Partner an und zeigte sich deshalb etwas verhalten optimistisch: «Die Ausgangslage an der diesjährigen SM in Luzern ist völlig offen. Ich erwarte leichte Winde, bei denen viele der Konkurrenten auf Augenhöhe ganz vorne mitsegeln werden.»

Hunkeler konnte dann allerdings nie in die Entscheidung um den Titelgewinn eingreifen. Dafür brillierte ein anderer Luzerner. Lorenz Zimmermann mit Vorschoter Steffen Rutz konnte sich zum Auftakt der SM über zwei Laufsiege freuen: «Ich habe immer genau gewusst, welchen Weg ich wähle und hatte sicher auch das Glück, dass ich bereits jeweils früh einen Vorsprung herausgeholt hatte und damit in keine Zweikämpfe verwickelt wurde.» Auch am Freitag nach weiteren zwei Läufen, bei denen es zwar für ihn keinen Laufsieg mehr gab, lag er immer noch mit einem Polster von fünf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Das sollte aber nicht zum Sieg reichen. Der Wind war jeden Tag etwas schwächer geworden und zum Abschluss am Samstag gab es nur noch ein Lüftchen. Das waren Verhältnisse an der Grenze zur Regularität, bei denen Zimmermann Nerven zeigte. Er traf nicht immer die richtigen Entscheidungen, vermisste auch das Wettkampfglück und mit den beiden Plätzen im Mittelfeld verspielte er den Titel.

Der Luzerner zeigte sich aber als guter Verlierer und zufrieden damit, dass es noch zu einem Podestplatz gereicht hatte. Geärgert hat er sich lediglich über die Schifffahrtsgesellschaft SGV, die Regatten im Luzerner Becken nur noch am Tribschenufer erlaubt und damit den Aktionsradius der Segelclubs stark einschränkt.

Hinweis

Resultate: swiss-star-class.ch

Aufsteiger Cham hält mit Super League

Der Segelclub Cham, der letztjährige Aufsteiger aus der Challenge League, hält auch in der obersten Segelliga mit. Bereits an der ersten Spielrunde vor zwei Wochen in Brissago hatte sich Skipper Philippe Erni mit seiner Crew im Mittelfeld klassiert. Am Wochenende zeigten die Chamer bei besten Bedingungen auf dem Urnersee wiederum, dass sie sich mit dieser Performance keine Abstiegssorgen machen müssen. An den ersten Rennen vor Sisikon bei schöner Thermik mit Böen von fünf Windstärken hatten die Chamer zwar noch etwas Mühe, mit den besten Teams mitzuhalten. Mit einem Laufsieg bei abflauendem Wind gegen Abend konnten sie dann ihre Klasse doch noch unter Beweis stellen. Der Sonntag zeigte ein identisches Bild: Die Regatten waren sehr eng, aber mit einigen guten Plätzen konnte sich Cham auf Rang 7 behaupten. «Das Niveau ist in der Super League sehr hoch, die Distanz zwischen den Booten sehr gering. Wir haben zwei, drei Fehler gemacht, aber wir sind dennoch zufrieden und es hat viel Spass gemacht bei diesen Bedingungen zu segeln», meinte Philippe Erni, der auch bei den kommenden Acts immer am Steuer des Chamer Bootes sitzen wird. (wr)

Hinweis Resultate: swiss-sailing-league.ch