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Zug-94-Trainer Ergün Dogru ist verzweifelt: «Der Verein ist ein Trümmerhaufen»

Der FC Luzern U21 gewinnt das Zentralschweizer 1.-Liga-Derby gegen Zug 94 dank eines Treffers in der 89. Minute 1:0.
René Barmettler
Luzerns Mark Marleku drückt ab, die Zuger kommen zu spät. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 2. November 2019)

Luzerns Mark Marleku drückt ab, die Zuger kommen zu spät. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 2. November 2019)

Der FC Luzern und Zug 94: Bei beiden Klubs brodelt es hinter den Kulissen. Beim FCL laufen die Verwaltungsräte davon, Zug 94 hat seit dieser Woche einen neuen Ehrenpräsidenten, dafür keinen Präsidenten und Sportchef mehr. Beat Knoblauch trat zurück, nun warf auch noch Dusan Ilic, der sportliche Leiter den Bettel hin.

Bei den Zugern läuft seit geraumer Weile vieles schief. Hochfliegende Pläne (Aufstieg in die Challenge League) blieben Wunschträume. Investoren, die ihre Versprechen nicht halten konnten, angeblich neue Geldgeber, die dann einfach zu einem Treffen nicht auftauchen: Das sind Geschichten, die man im Fussball dann und wann antrifft. Doch was in Zug in letzter Zeit abgeht, muss unglaublich sein. Am Samstagabend, nach einem aufwühlenden Spiel beim FC Luzern U21, brach es aus Trainer Ergün Dogru heraus. «Der Verein ist ein Trümmerhaufen. Beim FC Bayern München spricht man dann und wann vom FC Hollywood. Aber was hier seit vier Jahren abgeht, übertrifft alles.» Der Verein ist führungslos, es wäre ein Leichtes, den Bettel hinzuschmeissen. Doch Dogru und sein Assistent Sabahattin Kahveci, den er vom FC Thalwil im Sommer 2018 mit nach Zug genommen hat, machen weiter. Beide verhehlen aber nicht, dass sie diesen Job nie angetreten hätten, wenn sie über den Zustand des Klubs informiert gewesen wären.

Lino Lang gelingt der goldene Treffer

Der ganzen Unbill zum Trotz: Die Spieler auf dem Platz liessen sich wenig beeindrucken. Im Zentralschweizer 1.-Liga-Derby trafen zwei hochkonzentrierte Teams aufeinander. Die Fehlerquote in der ersten Halbzeit war tief. Ausser wenn der sonst tadellose Zug-Goalie Eldin Beganovic den Fünferraum verliess, wurde es etwas brenzlig. In der 20. Minute wollte er ausserhalb des Strafraums klären. Der Ball geriet zu kurz, Mark Marleku konnte nicht profitieren und schoss den Ball über das Tor. Glück hatte Beganovic auch bei einem Prellball gegen Eric Tia Chef, dieser blieb für ihn folgenlos. Das 0:0 in der Pause entsprach einer gewissen Logik, denn in den beiden Strafräumen lief wenig bis nichts. «Wir haben gewusst, es wird ein harter Kampf, die Innerschweizer sind immer speziell motiviert gegen uns», sagte Roman Wipfli, Assistenztrainer des FCL U21.

In der zweiten Halbzeit verschärften die Luzerner das Tempo, doch Zug hielt dagegen. Auch dann, als Pasquale Martino in der 56. Minute den Platz verlassen musste. Er holte als hinterster Zuger Feldspieler Luzerns Lino Lang von den Beinen, was direkt die rote Karte bedeutet. Auch in Unterzahl liess sich Zug 94 nicht unterkriegen, waren oft dank Freistössen oder Eckbällen gefährlich. Doch mit viel Glück kamen die Luzerner um einen Gegentreffer herum. Und in der 89. Minute schlug dann Lino Lang zu: Sein erster Schuss wurde noch abgeblockt, doch gegen den Nachschuss war die Zuger Abwehr machtlos. «Wir haben an uns geglaubt, hatten Geduld und etwa sieben gute Torchancen. Das ist eine reife Leistung eines jungen Teams», wand Wipfli seiner Equipe ein Kränzchen.

Im Cup weiter, in der Meisterschaft abgeschlagen Letzter

Ein ungerechtes Resultat sei das aber, fand Dogru: «Das ist sehr bitter für die Jungs. Sie hätten den einen Punkt hoch verdient gehabt. Am Dienstag überstanden sie einen 120-minütigen Cupfight, auch gegen Luzern war es eine Topleistung.» Im Cup in Goldau (3:3, Zug 3:2-Sieger im Penaltyschiessen) qualifizierte sich Zug 94 für die zweite Qualifikationsrunde. Nach der samstäglichen Niederlage in der Meisterschaft sieht auch die sportliche Lage immer trostloser aus. Der rettende zwölfte Platz liegt für den Tabellenletzten noch immer sieben Punkte entfernt, während die Luzerner auf den unteren Strich nun vier Punkte Vorsprung aufweisen. Es bleibt zu hoffen, dass Zug 94 ein Weg aus dem Chaos finden wird. Es wäre schlimm für den Erstliga-Fussball, wenn ein Team die laufende Meisterschaft abbrechen müsste.

Luzern U21 – Zug 94 1:0 (0:0)
Leichttathletik-Stadion. – 150 Zuschauer. – SR Qovanaj. – Tor: 89. Lang 1:0. – Luzern U21: Berbic; Ukaj, Burch, Freimann, Balaruban; Hermann, Heric (79. Rüedi); Molliqaj (63. Schmidt); Lang (90. Ajeti), Marleku, Tia Chef (75. Tonelli). – Zug 94: Beganovic; Aydin, Martino, Paglia, Kleiner; Radovic (79. Keller), Perkovic, Loue, Zoller; Babic, Simic. – Bemerkung: 56. Platzverweis Martino (Notbremse).

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