Zug United reist unbeschwert an den Cupfinal

Zug United steht am Samstag erstmals im Cupfinal und will den Favoriten Alligator Malans in die Knie zwingen.

Peter Rohner
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Das letzte Duell gegen Malans gewann Zug United (Alexander Larsson, Mitte) mit 6:5 nach Verlängerung.

Das letzte Duell gegen Malans gewann Zug United (Alexander Larsson, Mitte) mit 6:5 nach Verlängerung.

Bild: Matthias Jurt (Zug, 5. Januar 2019)

«Natürlich die Party am Schluss. Sonst sind einzelne Fetzen wie die Tore, die wir geschossen haben, in meiner Erinnerung.» Thomas Grüter ist in Sachen Cupfinal schon eine Art alter Hase. 2011 spielte er, damals noch in den Farben des Grasshopper Club, seinen ersten Cupfinal. Es war nicht nur eine persönliche Premiere, sondern auch die Premiere für den Verein. Gerne möchte der 30-jährige Hünenberger gleiches am Samstag auch mit seinem Stammverein Zug United erleben: Bei der ersten Teilnahme auch gleich den Pokal gewinnen.

Vor seiner Rückkehr nach Zug spielte Grüter sieben Saisons bis 2016 bei GC und stand dabei zweimal (erfolgreich) im Cupfinal sowie 2016 im Superfinal um die Schweizer Meisterschaft. «Die Erinnerungen sind natürlich sehr positiv», sagt er. «Es ist ein tolles Ereignis, auf das sich alle Spieler freuen.» Die Atmosphäre mit über 3000 Zuschauern in der Halle sei speziell. «Als Unihockeyspieler spielt man nicht so oft vor einer derart grossen Kulisse», so Grüter. Zumal Zug United mit einem Schnitt von knapp 300 Zuschauern nicht gerade der Zuschauermagnet der Liga ist.

Wie vor neun Jahren wartet im Final in der Berner Wankdorfhalle ein Schwergewicht des Schweizer Unihockeys. Der vierfache Cupsieger und fünffache Schweizer Meister Alligator Malans gilt am Samstag als Favorit, auch wenn die beiden Teams in der Meisterschaft nach 22 Runden in der Qualifikation gleich viele Punkte aufweisen (43) und Zug die beiden Direktbegegnungen jeweils 6:5 nach Verlängerung gewann. «Es waren extrem enge Spiele, die sehr viel Spass gemacht haben», erinnert sich Captain Tim Mock. Er erwartet ein hitziges Spiel mit vielen Emotionen.

«Extrem laut» in der Halle

Während die Malanser über reichlich Finalerfahrung in ihrem Team verfügen, ist es für die meisten Spieler im Kader von Zug United Neuland. «Ich war noch nie an einem Cupfinal oder an einem Superfinal – nicht einmal als Zuschauer», sagt etwa Severin Nigg, mit 19 Jahren jüngste Akteur von Zug. Er freut sich auf die Atmosphäre, auch wenn wegen der Zuschauer «die Kommunikation auf dem Feld schwierig wird». Dies erwartet auch Mock. «Ich war schon als Fan in der Halle, um meinen Bruder Moritz zu unterstützen. Es ist extrem laut», sagt er lachend.

Seitens der Zuger steigt die Vorfreude auf den Samstag, verrät Mock. «Es ist eine grosse Chance für Zug United, bei den Männern den ersten Titel der Geschichte zu holen.» Dies sei in den letzten Trainings auch spürbar gewesen. «Es ging konzentrierter und auch härter zur Sache.» Dabei können die Zuger schon jetzt auf eine gelungene Saison zurückblicken: Im dritten Jahr nach dem Wiederaufstieg verbesserten sie ihre Punkteausbeute auf 43 Zähler, und mit dem 5. Rang nach der Qualifikation stehen sie einen Platz besser das als im Vorjahr. «Wir spielten bisher eine sehr gute Saison und können entsprechend unbeschwert und ohne Druck nach Bern reisen», sagt Grüter.

Grüter und andere finalerfahrene Spieler wie der Schwede Emil Julkunen, der in seinem vierten Jahr in der Schweiz zum vierten Mal im Cupfinal steht, werden die jüngeren Spieler mitreissen. «Es ist ein Spiel wie jedes andere und jeder Spieler soll es geniessen», so Grüter. «Wir müssen nicht hexen, sondern einfach solid unser Spiel spielen.» Der Blick auf die Finalstatistik von Zug United ist vielleicht eine weitere Inspiration für die Zentralschweizer: Die Frauen von Zug United gewannen den Cupfinal bei den beiden Teilnahmen 2007 und 2014 – gegen die Branchenschwergewichte Dietlikon und Chur.

Cupfinal in Bern (Sporthalle Wankdorf). Samstag. Frauen. 16.15 (SRF zwei): Piranha Chur – Kloten-Dietlikon Jets. – Männer. 20.15 (SRF zwei): Malans – Zug United.