Zwei Ob-/Nidwaldner hoffen an den Telemark-Meisterschaften auf Melchsee-Frutt auf Medaillen

An den Telemark-Schweizer-Meisterschaften auf der Melchsee-Frutt gehören zwei Innerschweizer zu den Medaillenkandidaten.

Theres Bühlmann
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Die Schweizer Telemarkfahrer sind auch in dieser Saison eine Macht. Sie führen im Nationenklassement mit über 1000 Zählern Vorsprung auf Frankreich und sind auf dem besten Weg, ihren Titel zu verteidigen. Somit kommt es an den Schweizer Meisterschaften am kommenden Wochenende auf der Melchsee-Frutt zu einem Aufeinandertreffen der Weltbesten. Dazu gehört auch der 32-jährige Engelberger Stefan Matter, der in der bisherigen Saison drei Weltcup-Rennen gewann, zweimal Platz 2 und einmal den dritten Rang belegte. Er führt auch das Zwischenklassement im Gesamtweltcup an, allerdings mit lediglich acht Punkten Vorsprung auf seinen Landsmann Bastien Dayer. «Ich habe Podestplätze erwartet, denn ich bin gut drauf», nahm Matter Stellung zu seinen Ergebnissen im Weltcup.

Stefan Matter.

Stefan Matter.

PD

Seine starke Form will er auch auf der Melchsee-Frutt ausspielen, wo er zu den Favoriten gehört. Er gewann an den nationalen Meisterschaften 2018 in Sörenberg den Titel im Sprint und im Parallel-Sprint, im letzten Jahr in Gstaad konnte er sich zweimal die Silbermedaille umhängen lassen. «Es wäre schön, am Wochenende einen Titel zu gewinnen», blickt der letztjährige Sprintweltmeister den nationalen Titelkämpfen entgegen. «In erster Linie geht es aber darum, zwei gute Rennen zu zeigen.»

Beatrice Zimmermann hofft auf Titelpremiere

Neben Stefan Matter vertritt auch die 29-jährige Beatrice Zimmermann die Innerschweiz. Trotz ihrer langen und erfolgreichen internationalen Karriere, ein Schweizer-Meister-Titel blieb bis anhin aus. 2018 stürzte sie in Sörenberg beim Sprint, zog sich einen Kahnbeinbruch an der linken Hand zu und musste für den Parallel-Sprint Forfait geben. Im letzten Jahr platzierte sich die Stanserin im Parallel-Sprint als Dritte, beim zweiten Rennen musste sie passen, da ihre Eidgenössischen Abschlussprüfungen zur Gesundheits- und Bewegungsspezialistin anstanden.

Bei den Wettkämpfen auf der Melchsee-Frutt kann die Stanserin auf viele Fans zählen. Nervös machen lässt sie sich dadurch aber nicht. «Rennen in der Nähe meines Zuhauses sind schon etwas Spezielles, dies aber im positiven Sinne», sagte sie. Einfach das Beste geben ist ihre Devise. Der Parallel-Sprint wird an diesen Nationalen Meisterschaften am Freitag ausgetragen. Ursprünglich war der Wettbewerb als Nachtrennen geplant – wegen der aktuellen Schneesituation musste er auf den Tag verschoben und auf die Piste Erzegg verlegt werden.

Beatrice Zimmermann

Beatrice Zimmermann

PD

Beatrice Zimmermann schaffte es in der bisherigen Weltcup-Saison zu vier Podestplätzen, dreimal Platz 3 und einmal resultierte ein zweiter Rang. Im Gesamtweltcup liegt sie auf Platz 5. Ihr grosses Ziel: ein Podestrang. Wegen Schneemangels mussten die Weltcup-Rennen in Bad Hindelang (GER) Mitte Februar abgesagt werden. Die Schweizer dislozierten deshalb nach Österreich und legten dort auf der Reiteralm Trainings ein. In den letzten Tagen betätigte sich Beatrice Zimmermann als Skilehrerin in Engelberg und als Gesundheits- und Bewegungsspezialistin in einem Fitnesszentrum. «Beides ist eine schöne Abwechslung zu meinem Sport», sagt sie.

Goldmedaillen auf der Melchsee-Frutt führen bei den Frauen über Amélie Wenger-Reymond, die auch in dieser Saison den Weltcup dominiert. Die 32-jährige Walliserin stand bereits schon sechsmal auf dem obersten Podest und führt auch das Gesamtklassement an.

Telemark

Schweizer Meisterschaften auf Melchsee-Frutt, Piste Erzegg. Freitag, 6.März, 13.30: Parallel- Sprint, anschliessend Finalläufe. – Samstag, 7. März: Sprint Classic. 11.00: 1. Lauf. – 13.45: 2. Lauf. – Sonntag, 8. März, 11.00: Fun Cross.

Die Disziplinen im Telemark

Classic: Die strengste Disziplin. Das Rennen wird in nur einem Lauf ausgetragen, jedoch können die Rennfahrer in einem solchen Rennen über zwei Minuten unterwegs sein. Zu absolvieren sind eine Riesenslalomstrecke, ein Sprung, eine 360°-Steilwandkurve und eine Skating-Strecke. Die Fahrer müssen in den Toren immer im Telemarkschritt bleiben, sonst gibt es eine Strafsekunde Zuschlag. Dies gilt auch beim Sprung, wo eine gewisse Weite gesprungen werden muss, ansonsten erhält der Rennfahrer drei Strafsekunden. Diese Disziplin wird an den Schweizer Meisterschaften nicht ausgetragen.
Sprint-Classic: Diese Läufe sind aufgebaut wie ein Classic-Rennen, aber die Strecke und die Laufzeit sind kürzer. Dafür müssen zwei Läufe absolviert werden.
Parallel-Sprint: Zwei Fahrer starten gleichzeitig auf einer parallelen Strecke. Selektionen im k.o.-System. (T.B.)