Zwischen Aufstiegstraum und Abstiegsangst

Entlebuch gewinnt das Gruppe-3-Derby gegen Aufsteiger Schüpfheim 2:0. Die Saisonziele der Teams könnten nicht unterschiedlicher sein.

Michael Wyss
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«Ja, wir wollen in die Aufstiegsspiele. Einmal muss es ja klappen», so Entlebuchs Präsident Erwin Meier nach dem 2:0-Sieg im Derby gegen den Liganeuling Schüpfheim. Der 43-Jährige blickt nicht gerne zurück: «Wir wurden drei Mal in Serie Dritter. Einmal scheiterten wir wegen der Fairnesswertung, einmal wegen eines Zählers. Das ist frustrierend, wenn das Ziel so knapp verpasst wird. Doch wir versuchen es wieder», so der Vereinshöchste. Für ihn wäre es ein versöhnlicher Abschluss: «Ich höre im Sommer 2019 auf. Nach 21 Jahren Vorstandsarbeit, davon sechs Jahre als Präsident, ist Schluss. Wenn ich als 2.-Liga-Präsident abtreten könnte, wäre das fantastisch. Ein Traum, das habe ich meiner jetzigen Position nie erlebt.» Letztmals wurde auf dem Farbschachen in der Spielzeit 2010/11 in der regionalen 2. Liga gekickt.

Mit drei Siegen sind die Entlebucher optimal in die neue Saison gestartet. Meier: «Wir sind froh, dass wir neun Punkte haben, denn die Gruppe 3 ist stark besetzt.» Unrecht hat er nicht. Mit Malters (Absteiger aus der regionalen 2. Liga), Altbüron-Grossdietwil, Triengen und Ruswil buhlen nebst Entlebuch vier weitere Teams um die Aufstiegsspiele (Top 2). «Wir sind stark gefordert, doch wir haben die Qualität dazu, um vorne mitzuspielen. Entlebuch stellt eine junge und ehrgeizige Equipe mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren. Die Spieler stammen alle aus der Nachwuchsabteilung des Team Amt Entlebuch.»

Schüpfheimer Facebook-Eintrag vor dem Derby

Zurück zum Derby: Der 2:0-Sieg Entlebuchs gegen Schüpfheim war wichtig. «Derbysiege sind schön. Wir freuten uns auch, dass Schüpfheim wieder in der 3. Liga vertreten ist. Diese Spiele brauchen wir im Entlebuch.» Präsi-dent Meier spendierte seiner Mannschaft eine Pizza zum Derbysieg. «Das mache ich zwischendurch immer wieder», lachte der 43-Jährige. Übrigens, motivieren musste man die Entlebucher im Vorfeld nicht auf das prestigeträchtige Duell, das es zuletzt in der Spielzeit 2016/17 gab. Der Aufsteiger aus Schüpfheim tat dies gleich selber mit einem Eintrag ins Facebook: «Morgen Freitag ist Derby-Time. Zieht euch warm an.»

Doch ist es der Liganeuling, der sich warm anziehen muss: Der Überlebenskampf in der Gruppe 3 hat bereits begonnen. Nach drei Niederlagen in Serie fehlt der Equipe des neuen Spielertrainers Christian Affentranger (28) ein Erfolgserlebnis. «Für das Selbstvertrauen wäre es wichtig. Als Aufsteiger wollen wir in der Liga bleiben und die Spieler, praktisch alles Eigengewächse, sollen sich auf diesem Niveau weiterentwickeln.» Affentranger, der während acht Jahren im Fanionteam Entlebuchs spielte und auf diese Saison Schüpfheim übernahm: «Ich habe einige Akteure, die erstmals in der 3. Liga spielen. Es braucht einfach seine Zeit, es ist ein Reifeprozess. Wir wollen auch weg kommen vom Image einer Liftmannschaft und planen unsere Zukunft in der 3. Liga. Schüpfheim verdient Fussball auf diesem Niveau.» Am Samstag (18.00 Moosmättili) kommt Wolhusen. Affentranger: «Ich bin guten Mutes, dass wir das Punktekonto eröffnen werden.»