FUSSBALL
Kriens spielt 0:0 – das ist einfach zu wenig

Ein Punktgewinn, tapfer gekämpft: Der SC Kriens hat sich den Punkt mit dem 0:0 im Heimspiel gegen Schaffhausen redlich verdient. Aber: Dieses Schaffhausen wäre zu bezwingen gewesen, war kein übermächtiger Gegner. Und: Yverdon, die Konkurrenz im Abstiegskampf, schläft nicht, gewinnt daheim gegen Wil gleich mit 3:0.

Turi Bucher
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Ivan Prtajin (Schaffhausen) im Duell gegen Marijan Urtic (Kriens). (Archvbild)

Ivan Prtajin (Schaffhausen) im Duell gegen Marijan Urtic (Kriens). (Archvbild)

Bild: Claudio Thoma / Freshfocus (Schaffhausen, 28. Juli 2021)

Wieder ein 0:0 für den SC Kriens, wie schon im letzten Spiel vor zwei Wochen gegen den FC Aarau – kein Tor erhalten, in der Verteidigung solide und mehr oder weniger fehlerlos gespielt; aber auch kein Tor geschossen, im Angriff ist Kriens viel zu wenig kreativ und gefährlich.

Nach dem Teambildungs-Wochenende im Wallis darf sich der dritte Punktgewinn in dieser Saison sehen lassen. «Ich habe die Abrechnung noch nicht erhalten», sagte Kriens-Präsident Werner Baumgartner, das "Verschwörungs-Weekend" in Bellwald soll den SCK aber einen Betrag zwischen 5'000 und 10'000 Franken kosten, heisst es. Eine Investition, die sich gelohnt hat? Auf den ersten Blick durchaus. Nur: Während die Krienser in ihrem Defensivspiel wieder zurück zu einer gewissen Stabilität gefunden haben, herrscht vorne, vor dem gegnerischen Tor, weiterhin Flaute. Trotz intensiver Konsultation des Notizblocks lässt sich kaum eine richtige SCK-Torchance finden. Wie nur will die Mannschaft von Trainer Davide Morandi so zum ersten Sieg in dieser Saison kommen?

Wichtige Paraden von Keeper Neuenschwander

Gegner Schaffhausen, der vor zwei Wochen Xamax Neuchâtel mit 0:4 heimgeschickt hatte, war ball- und kombinationssicher, hatte am Schluss 20 Prozent mehr Ballbesitz auf dem Konto. Aber die Mannschaft des Trainergespanns Martin Andermatt/Hakan Yakin trat insgesamt bieder auf. Und so bieder blieb auch die Partie, denn Kriens, so deutlich und hart muss es festgehalten werden, war nicht in der Lage, ein Tor zu erzielen.

Kriens agierte kämpferisch und mit Aggressivität, vermochte so eine stattliche Zahl von Zweikämpfen zu gewinnen. Das war wichtig, so kaufte man dem Gegner den Schneid ab. Schade, dass der SCK in der Offensive keine wirksamen Werkzeuge fand, um für mehr Gefahr vor dem Schaffhauser Strafraum zu sorgen. In der 90. Minute hatten die Nordschweizer dafür noch eine riesige Freistosschance direkt vor dem Krienser Strafraum. Kriens-Torhüter Joschua Neuenschwander parierte den scharfen Flachschuss von Francisco Rodriguez aber mit einem herrlichen Hechtsprung. Neuenschwander hatte schon in der 70. Minute einen Schuss von Jetmir Krasniqi aus der Ecke gekratzt und so das 0:0 beschützt. «In unserer Situation nehmen wir jeden Punktgewinn gern», sagte der Kriens-Goalie nach dem Match, «wir dürfen zufrieden sein, denn immerhin haben wir jetzt in zwei Spielen keinen Gegentreffer einstecken müssen.»

Nun muss Kriens zu Leader Winterthur

Nebensächlich, aber ebenso erfreulich: Die Krienser Matchuhr, die in den vergangenen Monaten das eine und andere Mal ihren Geist aufgegeben hatte, funktionierte diesmal tadellos. Nur zu gerne hätte man auf der Anzeigetafel die «1» für Kriens aufleuchten sehen. Kompliment, die Matchuhr hatte, wie die Krienser Mannschaft übrigens auch, Strom bis zum Schlusspfiff.

«Unser Ziel war es, drei Punkte aus Kriens mitzunehmen», sagte Schaffhausens Coach Martin Andermatt nach dem 0:0. «Aber Kriens war gut organisiert. Deshalb bin ich mit unserem ersten Auswärtspunkt in dieser Saison zufrieden.» Kriens-Trainer Morandi resümierte nach dem Schlusspfiff: «Wir waren körperlich und physisch präsent, haben vor dem eigenen Tor wenig Gefährliches zugelassen. Aber klar: Leider haben wir keinen eigenen Treffer zustande gebracht.»

Was ist dieser Kriens-Punkt im Moment wert? Eigentlich ist es zu wenig. Aufsteiger Yverdon siegte daheim gegen Wil deutlich 3:0, konnte sich um weitere zwei Punkte von Kriens absetzen. Dafür hat der SCK rechnerisch auf Wil einen Punkt gut gemacht. Die Tabelle zeigt: Der Krienser Rückstand auf Wil und auf den rettenden 9. Rang beträgt sieben Punkte, auf Yverdon nun acht Punkte. Die Tabelle zeigt aber auch: Am nächsten Samstag muss der SC Kriens zum Leader. «Mission Impossible» in Winterthur? Eher schon.

Kriens – Schaffhausen 0:0

Kleinfeld. – 913 Zuschauer. – SR Thies.

Kriens: Neuenschwander; Urtic, Harambasic, Isufi, Costa; Bollati (69. Lang), Selasi, Mistrafovic, Mulaj (57. Marleku); Sessolo (85. Djorkaeff); Avdijaj (69. Binous).

Schaffhausen: Ruberto; Krasniqi, Serge Müller, Padula, Lika (86. Axel Müller); Fehr (46. Prtajin), Rodriguez, Bislimi, Del Toro (65. Gonzalez); Maouche (64. Kalem); Ardaiz.

Bemerkungen: Kriens ohne Goelzer (krank), Aliu, Busset, Yesilçayir und Alessandrini (alle verletzt). Schaffhausen ohne Hamdiu (gesperrt), Paulinho und Talic (beide verletzt). Verwarnungen: 13. Selasi, 16. Maouche, 39. Harambasic, 80. Bislimi (Fouls).

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