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REITEN: Belgischer Triumph und ein Schweizer Debakel

Der Belgier Gregory Wathelet gewinnt den mit einer Million Euro dotierten Grand Prix der Springreiter beim CHIO in Aachen. Die Schweizer Equipe muss einen enttäuschenden Abschluss hinnehmen.
Nullfehlerritt und eine schnelle Zeit: der belgische Sieger Gregory Wathelet auf Corée. (Bild: Uwe Anspach/Keystone (Aachen, 23. Juli 2017))

Nullfehlerritt und eine schnelle Zeit: der belgische Sieger Gregory Wathelet auf Corée. (Bild: Uwe Anspach/Keystone (Aachen, 23. Juli 2017))

Vier Paare waren nach zwei Umgängen noch makellos und machten den Sieger in einem Stechen aus. Der 36-jährige Belgier Wa­thelet setzte sich im Sattel von Corée klar durch, was ihm 250000 Euro Preisgeld einbrachte. Die für Portugal reitende Brasilianerin Luciana Diniz mit Fit For Fun und der Niederländer Marc Houtzager auf Calimero blieben ebenfalls ein drittes Mal ohne Abwurf, die Zeit entschied aber gegen sie.

Die Schweizer Trümpfe stachen nicht. Den Auftakt machte der Zürcher Martin Fuchs mit dem elfjährigen Clooney. Der Wassergraben wurde den beiden zum Verhängnis. Er stand am Anfang einer Fehlerreihe, bei der Fuchs vernünftigerweise auf die Fortsetzung des Parcours verzichtete. «Vielleicht hat er, nachdem er im Nationenpreis schon einen Wasserfehler hatte, etwas zu fest vor dem Absprung ge­zögert. Danach war die Luft draussen», meinte Thomas Fuchs, der Schweizer Coach und Vater von Martin.

Grosse Mühe mit dem Wassergraben

Die Aachen-Debütantin Nadja Peter Steiner kämpfte ebenfalls mit der Linie nach dem Wassergraben. Zuerst musste ein mächtiger Oxer überwunden werden, danach folgte eine Zweifachkombination, beide mit einem Wasserbidet unterbaut. Beim Aussprung aus der Zweierkombination riss die elfjährige Stute Saura eine Stange. Hinzu kamen dann auf der Schlusslinie nochmals zwei Fehler sowie ein Zeitstrafpunkt. «Ich bin eigentlich sehr zufrieden. Saura ist fantastisch gesprungen. Vielleicht mangelte es auf diesem Toplevel ein wenig an Erfahrung», resümierte die 32-Jährige.

Auch der Schweizer Teamleader Steve Guerdat, der als Letzter in der ersten Runde die schwere Aufgabe in Angriff nahm, scheiterte beim Einsprung in die zweifache Kombination. Zudem riss die elfjährige Stute Bianca die Stange beim mittleren Element der dreifachen Kombination. «Steve kam beim Oxer vor der Zweifachen etwas zu dicht, was dann den Folgefehler auslöste», erklärte Trainer Thomas Fuchs.

«Ich hätte mit einem besseren Resultat gerechnet, wir hatten ein gutes Gefühl», sagte der Equipenchef Andy Kistler. «Es ist ein doch enttäuschender Abschluss eines aus Schweizer Sicht an und für sich guten Turnieres.» Kistler wird nun dem Selektionsausschuss des nationalen Verbandes seinen Vorschlag mit dem Team für die EM Ende August in Göteborg unterbreiten. Der Entscheid wird in den nächsten ­Tagen publik werden. (sda)

CHIO Achen

Springreiten. Grand Prix (Grand-Slam-Serie, 2 Umgänge plus Stechen, 160 cm Hindernishöhe, Dotation 1 Mio. Euro): 1. Wa­the­let (BEL), Corée, 0/46,60. 2. Diniz (POR), Fit For Fun, 0/47,40. 3. Houtzager (NED), Baccarat, 0/53,66. 4. Kraut (USA), Zeremonie, 4/48,01, alle im Stechen. 5. Kreuzer (GER), Calvilot, 2/76,82. 6. Von Eckermann (SWE), Chacanno, 4/65,56, beide im 2. Umlauf. Ferner. Nach 1. Umlauf ausgeschieden: 26. Guerdat (SUI), Bianca, 8/84,68. 31. Steiner (SUI), Saura, 13/85,37. 35. Fuchs (SUI), Clooney, Aufgabe.

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