REITEN: Chandor ist sein Glückslos

Der Seetaler Peter Bucher ist mit den beiden Pferden seiner Schwägerin erfolgreich unterwegs. So auch am Osterspringen des Kavallerie- und Reitvereins Willisau in Gettnau.

Sonja Grob
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Peter Bucher beim Siegesritt mit Chandor bei der Prüfung R/N 110. (Bild: Sonja Grob (Gettnau, 1. April 2018))

Peter Bucher beim Siegesritt mit Chandor bei der Prüfung R/N 110. (Bild: Sonja Grob (Gettnau, 1. April 2018))

Sonja Grob

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Die Liebe zu den Pferden geht beim 46-jährigen Peter Bucher weit zurück. Bereits sein Grossvater fühlte sich auf dem Pferderücken wohl und sein Vater und seine Brüder waren in der Kavallerie. So erstaunt es nicht, dass er seit Kindsbeinen reitet. Zuerst war es einfach ausreiten und auch mal draussen einen Sprung machen. Am Anfang musste er die Pferde mit seinem Vater und dem Bruder teilen. Als er dann mit etwa 13 Jahren mit dem Springsport anfing, bekam er sein erstes eigenes Pferd.

«Je nachdem, wie oft ich ins Training gehe», beantwortet Peter Bucher die Frage nach dem Aufwand für seinen Sport. Doch mindestens eine Stunde ist dies in der Regel pro Tag. Im Winter fährt er nach Alberswil, wo er an den Springtrainings des ZKV (Zentralschweizer Kavallerie- und Pferdesportverband) teilnimmt. Im Sommer ist der Weg ins Training kürzer. Da reitet er zu Niklaus Wigger in Hochdorf, was im Schnitt gerade mal eine Viertelstunde dauert. «Ich schätze beide sehr wegen ihrer Kompetenz, was mir immer auf dem Concoursplatz hilft», begründet er seinen Trainingseinsatz.

Auch die Töchter frönen dem Pferdesport

In Urswil bei Hochdorf ist er aufgewachsen und wohnt noch heute dort. Gemeinsam mit seinem Bruder Toni, der früher ebenfalls im Springparcours unterwegs war, ist er auf dessen Bauernhof daheim. Dieser führt den Betrieb mit 60 Milchkühen, während Peter Bucher seinem Beruf als Leiter Innendienst in einem Bad- und Küchengrosshandel nachgeht. Im Doppelhaus, das er mit seiner Familie bewohnt, dreht sich vieles um Pferde.

Der 12-jährige Sohn fühlt sich zwar mehr dem Fussball verbunden, doch der Pferdevirus habe die beiden Töchter ebenfalls gepackt. Die 16-jährige Tochter hat vor zwei Wochen die Springlizenzprüfung bestanden und die 12-Jährige hat das Brevet und startet bald an ihrem ersten Concours. In Urswil stehen auch die Pferde des Ehepaars Bucher, die jedoch nicht an Turnieren eingesetzt werden. Denn sein früheres Sportpferd, das er mit seinem Vater besitzt, ist inzwischen 20 und wird noch täglich bewegt.

Gewonnen statt gekauft

Chandor und Calypso sind die beiden Pferde, die Peter Bucher im Sport einsetzt. Beide gehören seinem Schwager und seiner Schwägerin, der Familie Kirchhofer aus Emmenbrücke, die ihn immer unterstützen. Und Chandor sei «ihr Lösli», erzählt er. Denn der heute 12-jährige dunkelbraune Wallach war an der Sportfohlenauktion in Ruswil damals der Gewinn im Losbund der Auktion, das im Auto seines Schwagers lag. Seine Frau hatte sich in das kleine Fohlen verliebt, doch da sie das Gewinnerlos hatten, erübrigte sich der Kauf. Und das Glückslos entpuppte sich als tolles Pferd für seinen Reiter. So beendete das Paar im letzten Jahr die grosse Tour der ZKV-Spring-Trophy auf dem vierten Schlussrang.

Diese Saison begann ebenfalls bestens: Am vorletzten Wochenende siegten sie in Härkingen über 110 Zentimeter und erreichten einen dritten Rang. Nun folgte zum Auftakt in die Freiluft-Saison wieder ein Sieg am Osterspringen in Gettnau. Sein Ziel sind Prüfungen über 125 Zentimeter mit guten Klassierungen. Denn «es ist nicht der Vorderste immer der Beste», ist er überzeugt.