REITEN: Guerdat beweist Nervenstärke

Die Schweizer Springreiter schaffen beim Nationenpreis des CSIO St. Gallen mit dem 2. Rang den angepeilten Sprung aufs Podest. Erheblichen Anteil an diesem Erfolg hat der Jurassier Steve Guerdat.

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Alle Hürden genommen: Steve Guerdat auf Bianca drehte zwei fehlerlose Runden und sicherte der Schweiz den Podestplatz. (Bild: Urs Bucher/«St. Galler Tagblatt» (St. Gallen, 2. Juni 2017))

Alle Hürden genommen: Steve Guerdat auf Bianca drehte zwei fehlerlose Runden und sicherte der Schweiz den Podestplatz. (Bild: Urs Bucher/«St. Galler Tagblatt» (St. Gallen, 2. Juni 2017))

Der Schweizer Schlussreiter Steve Guerdat stand vor einer schwierigen Aufgabe. Der Sieg der überraschenden Italiener war bereits Tatsache. Für den Jurassier im Sattel der Stute Bianca galt es, mit einem Nullfehlerritt den 2. Rang nach einem Platz­regen ins Trockene zu bringen. Der Olympiasieger 2012 hielt seine Nerven wie so oft in wichtigen Momenten im Griff. Als einer von nur drei Reitern drehte er zwei fehlerfreie Runden.

Die Karten wurden in der Reprise nochmals neu gemischt. Die Franzosen hatten im ersten Umgang der mit 200 000 Euro dotierten Prüfung anscheinend für die Zäsur gesorgt. Drei Blankoritte kamen in die Wertung. Die Verfolger Schweiz, Belgien und Italien mussten acht Punkte oder mehr aufholen. Doch Olympiasieger Frankreich mit Equipenchef Philippe Guerdat erhielt noch 25 Zähler aufgebrummt und wurde in den 6. Rang durchgereicht.

Duguet und Estermann missglückt erster Umgang

Für die Schweizer Equipe von Andy Kistler hatte zunächst Martin Fuchs auf Clooney und Guerdat Nullfehlerritte gezeigt. Die acht Punkte resultierten von Startreiter Romain Duguet, der auf Twentytwo des Biches ebenso zwei Abwürfe hinnehmen musste wie der Luzerner Paul Estermann auf Lord Pepsi. In der Reprise begann die Schweiz, die letztmals im Jahr 2000 in Luzern vor heimischem Publikum einen Nationenpreis gewonnen hatte, besser. Duguet kam ohne Fehler durch und nahm somit seinen Teamkollegen etwas Druck von den Schultern. Fuchs mit einem Fehler am Steilsprung bremste allerdings die Aufholjagd. Estermann, der in La Baule noch einen Doppelnuller gezeigt hatte, kam nicht auf Touren. Mit 9 Zählern lieferte er auch im zweiten Umgang das Streichresultat. (sda)

CSIO St. Gallen

90. Nationenpreis der Schweiz (2 Umgänge Wertung A, Hindernishöhe 160 cm, Dotation 200 000 Euro): 1. Italien (Marziani, 4+0, Paini, 1+0, Bicocchi, 8+4, De Luca, 4+0) 9 (9+0). 2. Schweiz (Duguet/Twentytwo des Biches, 8+0, Fuchs/Clooney, 0+4, Estermann/Lord Pepsi, 8+9, Guerdat/Bianca, 0+0) 12 (8+4).3. Deutschland (Thieme, 8+0, Kukuk, 4+0, Kutscher 5+0, Ehning, 4+Verzicht) 13 (13+0). 4. Belgien 17 (9+8). 5. Schweden 24 (16+8). 6. Frankreich 25 (0+25). 7. Irland 28 (12+16). 8. Brasilien 41 (13+28).

Internationale Prüfung (A, 150 cm, 15 000 Franken): 1. Chevalier (FRA), Uneven, 0/61,06. 2. Ehning (GER), Calanda, 0/62,71. 3. Crotta (SUI), Delacroix, 0/62,98. – Ferner: 7. Balsiger (SUI), Clouzot, 0/64,6. 9. Rutschi (SUI), Clearwater, 0/65,22. 11. Mändli (SUI), Dsarie, 0/68,60. – Jagdspringen (C, 140 cm, 10 000 Franken): 1. Von Eckermann (SWE), Cortina, 67,71 (4). 2. Etter (SUI), Kheops, 68,41 (4). 3. Philips (SUI), Victorio, 69,20 (4).