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REITEN: Hier herrscht heile Reiterwelt

Pferdesporttage sind äusserst beliebt. In Dagmersellen trifft sich die regionale Elite, und auch einige der «Grossen» reisen an. Die Zuschauer erweisen sich zudem als fachkundiges Publikum.
Theres Bühlmann
Einer der zahlreichen Teilnehmer in Dagmersellen – aus einer ungewohnten Perspektive. (Bild: Philipp Schmidli)

Einer der zahlreichen Teilnehmer in Dagmersellen – aus einer ungewohnten Perspektive. (Bild: Philipp Schmidli)

Theres Bühlmann

Erst einmal den Parcours zu Fuss besichtigen und sich die Hindernisse gut einprägen. Dann mit langen Schritten die Distanz zwischen Oxer und Triplebar, zwischen Stationata und Steilsprung abmessen, damit beim Wettkampf dann alles zusammenpasst.

Die Reiterinnen und Reiter an den Pferdesporttagen in Dagmersellen bereiten sich auf jeden Einsatz mit Akribie vor. Dann der Einritt in die Arena, auf die Ansage des Speakers, auf das Startzeichen warten – und los gehts. Die Zuschauer, die dank einer grossformatigen elektronischen Anzeige immer auf dem Laufenden gehalten werden, kommentieren die Ritte: «Die macht das aber toll», und «Hoppla, das kann nicht gut gehen». Bei den meisten Akteuren gehts gut, wenn dann aber ein «Oh, neiiiiiiin» aus dem Publikum ertönt, dann passt es nicht – Sturz. Die Reiterin rappelt sich auf, wischt sich Gras von den Schultern, rückt den Helm zurecht, nichts passiert, und das Pferd trottet dem Ausgang zu. Da hat sich jemand halt einfach vergaloppiert. An der Bodenbeschaffenheit kann es nicht liegen, denn diese ist, trotz des starken Regens in den vergangenen Tagen, in einem optimalen Zustand. «Der Boden wird gehegt und gepflegt», sagt Christine Dietiker, als OK-Mitglied des Kavallerie-und Reitvereins Oberwiggertal für das Ressort Presse zuständig.

Ein Reiter mit Pferd an den Pferdesporttagen am Freitag, 15. Juli 2016 in Dagmersellen. (Bild: Philipp Schmidli)
Lili Steinmann aus Wängi auf Lady Corrado an den Pferdesporttagen am Freitag, 15. Juli 2016 in Dagmersellen. (Bild: Philipp Schmidli)
Nicole Meyer Erni auf Que Sera VDV an den Pferdesporttagen am Freitag, 15. Juli 2016 in Dagmersellen. (Bild: Philipp Schmidli)
Pascal Bucher aus Retschwil auf Cayman Athletic CH an den Pferdesporttagen am Freitag, 15. Juli 2016 in Dagmersellen. (Bild: Philipp Schmidli)
Zuvor bereiteten Helfer den Parcours vor an den Pferdesporttagen am Freitag, 15. Juli 2016 in Dagmersellen. (Bild: Philipp Schmidli/ Neue LZ)
Reiter studieren und laufen den neuen Parcours ab. (Bild: Philipp Schmidli)
Helfer bereiten den Parcours vor. (Bild: Philipp Schmidli)
Helfer bereiten den Parcours vor. (Bild: Philipp Schmidli)
Helfer bereiten den Parcours vor. (Bild: Philipp Schmidli)
Reiter mit Pferd an den Pferdesporttagen am Freitag, 15. Juli 2016 in Dagmersellen. (Bild: Philipp Schmidli)
Pferde mit Fliegenohren an den Pferdesporttagen am Freitag, 15. Juli 2016 in Dagmersellen. (Bild: Philipp Schmidli)
Eine Reiterin stürzt an den Pferdesporttagen am Freitag, 15. Juli 2016 in Dagmersellen. (Bild: Philipp Schmidli)
Der Parcours wird vorbereitet an den Pferdesporttagen am Freitag, 15. Juli 2016 in Dagmersellen. (Bild: Philipp Schmidli)
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Pferdesporttage in Dagmersellen

Die perfekte Harmonie

Die 25-Jährige aus Schöftland frönt selber diesem Sport, «ich habe allerdings keine Lizenz», und ist vor allem in der Sparte Vielseitigkeitsreiten zu Hause. «Ein wichtiger Faktor beim Reiten ist die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd, damit ein harmonisches Miteinander entsteht», sagt sie. Gefragt sind also ein richtiger Schenkeldruck, Zügelhilfen, das Ausbalancieren auf dem Sattel und natürlich die Stimme. «Pferde sind sehr sensible Tiere», so Christine Dietiker, sagts und macht sich auf, um eine der zahlreichen Siegerehrungen vorzubereiten.

Noch einmal präsentieren sich die Besten den Zuschauern. Der Sieger darf eine Decke in Empfang nehmen (fürs Pferd), einen Blumenstrauss (für sich oder die Lieben zu Hause). Und Preisgeld gibt es auch, je nach Dotation der Prüfungen bekommt der Erstplatzierte in Dagmersellen zwischen 800 und 100 Franken. 20 Prozent der Rangierten können sich auch noch ein kleines Stück vom Kuchen des Preisgeldes abschneiden – «Ins Geld reiten» nennt man dies im Fachjargon. Dann gehts auf zur Siegerrunde, mit rassiger Musik, an den applaudierenden Zuschauern vorbei, der eine oder andere Reiter zieht den Hut. Natürlich ist der Gewinn bescheiden, aber das Finanzielle steht sowieso nicht im Zentrum eines Reitsportanlasses wie Dagmersellen. Vielmehr soll Alt und Jung Gelegenheit geboten werden, ihr Hobby auszuüben und sich im Wettkampf zu messen.

Wie beliebt dieser Anlass ist, zeigen die 1600 Starts, die seit Mittwoch abgewickelt worden sind. Teenager sind dabei, aber auch Akteure im Rentenalter. Und sie machen immer eine «bella figura», die Reiter und Reiterinnen: weisse Hosen, kniehohe Stiefel, perfekt sitzende Jacken – das gibt schon was her.

Olympiareiter am Start

Auch einige der Internationalen liessen sich diesen Anlass nicht entgehen. Am Mittwoch starteten unter anderen Werner Muff (Seuzach), der die Hauptprüfung für sich entschied, und der aus Eich stammende und in Oensingen wohnhafte Pius Schwizer, der ebenfalls eine Prüfung gewann. Beide gehören dem schweizerischen Elitekader an und haben an den Olympischen Spielen 2012 in London teilgenommen. Aber auch regional bekannte und erfolgreiche Akteure haben sich in die Startlisten eingetragen, unter anderen Pascal Bucher (Retsch­wil), Thomas Buholzer (Eschenbach), Martin Häfliger (Geuensee), Lea Hüsler (Ri­ckenbach) und Doris Kneubühler (Grosswangen).

Namen als Zungenbrecher

Reiten kann übrigens für sich in Anspruch nehmen, eine der wenigen Sportarten zu sein, bei denen Männer und Frauen in einer gemeinsamen Rangliste klassiert werden. Und beim Studium der Ranglisten kann man sich wunderbar in die Pferdenamen vertiefen. Früher standen ja Fanny und Hanny hoch im Kurs, oder Flocke und Vrony. Heute tragen Pferde so klingende Namen wie Top Rocky Mountain, Utrillo D’Altenbach oder T’as le Look du saloz. Doch es geht auch heute noch einfach, ohne Zungenbrecher: Freddy, Chianti, Caddilac, Baron oder Sunnyboy – auch schön: Money maker.

Auch heute Sonntag werden wieder zahlreiche Zuschauer in die Reitarena pilgern, Familien nutzen Anlässe dieser Art gerne als Sonntagsausflug, mit Kind, Hund und Puppenwagen. Zur Durchführung gelangt beispielweise zum ersten Mal der Ladies Cup (13.30). Für diese Premiere haben sich rund 70 Frauen angemeldet. «Dies ist ein grosser Erfolg», sagt Christine Dietiker.

Bereits um 12 Uhr steht Voltigieren auf dem Programm. Diese Disziplin gehört ebenfalls dem Schweizerischen Verband für Pferdesport an, ist in unseren Breitengraden aber nicht sehr stark verankert. Voltigieren ist Turnen und Akrobatik auf dem Pferd. Gefragt ist viel Gefühl, Gleichgewicht und Körperspannung. Da bekommt das Sprichwort «Alles Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde» eine tiefere Bedeutung.

Die rund 120 Helfer, die an diesem Anlass involviert sind, müssen morgen Montag noch einmal die Ärmel hochkrempeln: Dann wird abgebaut und aufgeräumt. Und dann ist Feierabend. Oder fast, denn erst wird noch Bilanz gezogen. Denn auch in Dagmersellen gilt: Nach dem Anlass ist vor dem Anlass.

Hinweis

Mehr zu diesem Anlass in der Dienstagausgabe. Alle Ranglisten unter www.krv-oberwiggertal.ch

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