Reporter beim Tessiner Radio: «Was im Eishockey passiert ist, könnte sich im Fussball wiederholen»

Omar Gargantini ist Reporter beim Tessiner Radio. Er glaubt nicht, dass die Super League vor Ende Mai ihren Betrieb wieder aufnimmt.

Markus Brütsch
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FC Lugano: Nicht einmal mehr gemeinsame Trainings sind erlaubt.

FC Lugano: Nicht einmal mehr gemeinsame Trainings sind erlaubt.

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Sie berichten über den FC Lugano. Wie ist die Situation?

Omar Gargantini: Vorerst bis Ende Monat ist es dem FC Lugano untersagt, als Mannschaft zu trainieren. Das gilt für alle Sportklubs, von A bis Z. Bis zu den Kleinsten. Ich habe mit dem Sportdirektor des FC Lugano gesprochen. Der Verein wartet jetzt einfach einmal ab, was die Liga in den nächsten Tagen entscheidet und was die anderen Klubs tun. Wir stehen erst am Anfang. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Super League schon bald fortgesetzt wird. Es kann dasselbe wie im Eishockey passieren.  Man kann ja nicht ohne den FC Lugano weiterspielen. Nachdem im Eishockey der HC Lugano und Ambri forfait geben mussten, haben die anderen Klubs und die Liga reagiert und die Saison abgebrochen. Ich befürchte, dass sich dieses Szenario auch bald im Fussball wiederholen könnte.

Nur ist da noch etwas mehr Zeit. Vielleicht bis im Mai.

Ja, wir haben da noch mehr Zeit, aber eine Wiederaufnahme im Mai – das halte ich für eine optimistische Zeitrechnung. Wir handeln ja nicht gleich radikal wie die Chinesen, und bei denen hat es trotzdem gedauert, bis sich die Lage – anscheinend – entspannt hat.  Für möglich halte ich das Szenario, dass die Saison in der Super League im Juni, Juli und August fortgeführt und beendet wird und sich die neue Spielzeit sofort danach anschliesst. Das ist eine Idee, mehr aber nicht.

Diese würde jedoch nur funktionieren, wenn die Europameisterschaft abgesagt wird.

Wie will man unter den aktuellen Umständen eine Europameisterschaft spielen? Das ist zu 100 Prozent unmöglich. Man könnte die EM aber um ein Jahr verschieben.

Herrscht im Tessin Panik?

Nein, aber die Leute sind besorgt. Wir sehen, was in Italien geschehen ist. Die Regierung dort hat zwei, drei Wochen zu spät reagiert. Und nun ist alles blockiert. Bars und Restaurants und Kinos – alles ist geschlossen. In einer bis zwei Wochen wird das auch bei uns der Fall sein. Auch die bis jetzt noch funktionierenden obligatorischen Schulen werden geschlossen. Und als Sportjournalisten haben wir lange Ferien...

Wie sieht der Tag heute noch aus?

Heute Morgen habe ich noch live aus dem Studio gesendet, jetzt werde ich versuchen, was noch an Arbeit ansteht, von zu Hause aus zu machen.