Der frühere FCL-Spieler Ridge Munsy: «Ich habe zum Glück nie Rassismus erlebt»

Der frühere Luzern-Profi Ridge Munsy hat Thun zu zwei Siegen geschossen. Morgen Samstag (19 Uhr) empfängt er mit den Berner Oberländern den FC Luzern.

Daniel Wyrsch
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Der 30-jährige Stürmer Ridge Munsy ist Sportchef Andres Gerber dankbar, hat er ihn zurück zum FC Thun geholt.

Der 30-jährige Stürmer Ridge Munsy ist Sportchef Andres Gerber dankbar, hat er ihn zurück zum FC Thun geholt.

Anthony Anex/Keystone (Thun, 7.August 2019)

Was ist passiert, dass Sie mit den Game-Winning-Goals gegen Lugano und Basel zurück im Geschäft sind?

Ridge Munsy: Man kann es so beschreiben, doch will ich meine Situation nicht überbewerten. Die beiden Tore haben zwar zu je drei Punkten für den FC Thun geführt, aber die Teamleistung war ausschlaggebend. Wir haben sowohl gegen Lugano wie auch in Basel gut gespielt.

Dabei hatten Sie in den ersten zwei Rückrundenpartien gegen Sion und Servette nicht einmal auf der Ersatzbank gesessen. Warum?

Das war ein Trainerentscheid. Marc Schneider hat sich dabei etwas überlegt, wir haben einen grossen Kader – auf dem Matchblatt hat’s Platz für höchstens 18 Spieler. Das hat mich nicht getroffen, als Profi muss man mit solchen Dingen klarkommen.

Ähnlich wie Ihnen ein Comeback gelungen ist, ist auch der FC Thun mit drei Siegen aus den ersten vier Spielen der Rückrunde zurück im Kampf um den Ligaerhalt.

Das ist so, der FC Thun wird als wiedererstarkt wahrgenommen. In der Mannschaft haben wir den Kopf nie in den Sand gesteckt, obwohl die Vorrunde nicht zufriedenstellend verlief. Nun haben wir früher Resultate geliefert, als gewisse Leute gedacht haben. Das ist zu unserem Vorteil. Gerade gegen Basel hat niemand mit uns gerechnet, wir aber haben in der Kabine fest an unsere Siegchance geglaubt, dieser Glaube hat schliesslich gefruchtet. Solche Siege können Entscheidendes ausmachen.

Kommt das Duell gegen Ihren Ausbildungsverein FC Luzern gerade recht?

Der FCL ist in diesem Jahr noch ungeschlagen, er dürfte ebenfalls eine Portion Selbstvertrauen getankt haben. Wir haben beide Heimspiele gewonnen, wollen so weitermachen. Wir sind darauf eingestellt, gegen Luzern drei Punkte zu holen.

2016 wechselten Sie von Thun zu GC, wurden zu Aue und Erzurumspor ausgeliehen, bevor Sie seit Anfang Saison zurück in Thun sind. Ein Vernunftsentscheid?

Ich hatte darauf keinen Einfluss. Andres Gerber bin ich sehr dankbar, hat er ein zweites Mal auf mich gesetzt. Es ist keine Selbstverständlichkeit, Spieler zurückzuholen. Ich gebe alles dafür, diesen Entscheid unseres Sportchefs zu rechtfertigen.

Lukaku in Italien und zuletzt Torunarigha und Kwadwo in Deutschland wurden Opfer rassistischer Beleidigungen. Berührt Sie das?

Diese schlimmen Vorfälle habe ich wahrgenommen, das tut mir weh. Wir sind mittlerweile im Jahr 2020, Rassismus nimmt zu. Unverständlich. Es gibt keinen Grund, einen Menschen wegen seiner Hautfarbe schlecht zu behandeln. Ich habe zum Glück nie Rassismus erlebt. Im Schweizer Fussball existiert er Gott sei Dank nicht, in Thun sowieso nicht. Die Leute würden gegen Rassisten durchgreifen.