RINGEN: Diesmal geriet fast alles aus dem Lot

Willisau verliert den zweiten Kampf gegen Freiamt deutlich mit 11:23. Damit verpasst der letztjährige Meister die Bronzemedaille.

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Den Hinkampf hatten die Willisau-Lions vor einer Woche noch 19:17 gewonnen. Sie rechneten sich auswärts gegen Freiamt gute Chancen auf den Gewinn der 27. Medaille in der Klubgeschichte in der NLA aus. Doch diesmal geriet fast alles aus dem Lot. Die Mannschaft von Thomas Bucheli lag vom ersten bis zum letzten Kampf im Rückstand. Besonders erschreckend war der Beginn. Nach drei Durchgängen lagen die Gäste bereits mit 0:10 im Rückstand. Die beiden Leichtgewichtler Roger Kunz und Timon Zeder blieben chancenlos und unterlagen mit je 0:6 Punkten.

In der schwersten Gewichtsklasse schockte Pascal Gurtner seinen Kontrahenten Stefan Reichmuth mit einem Schultersieg. Dabei zog sich Reichmuth eine Fussverletzung zu und musste ins Spital gebracht werden. Für die beiden einzigen Farbtupfer von Willisau im ersten Kampfabschnitt sorgten mit einer starken Leistung Samuel Scherrer und Roger Heiniger. Sie verringerten mit ihren Erfolgen den Rückstand nach fünf Duellen auf 12:4.

Willisau blickt auf verpatzte Saison zurück

Dieser Pausenstand verhiess für die Grafenstädter allerdings nicht viel Gutes. Es hätte einiges passieren müssen, um den Sieg noch auf die Seite des Rekordmeisters zu bringen. Samuel Scherrer und Tobias Portmann machten mit ihren Siegen wieder etwas Terrain wett. Doch Freiamt erwies sich auch in der Schlussphase als die cleverere Mannschaft und gewann mit insgesamt sechs von zehn Siegen verdientermassen die Bronzemedaille. «Die Verletzung von Stefan Reichmuth gab den Ringern schon früh einen Dämpfer. Es war für sie mental nicht einfach, mit dieser Situation umzugehen. Die Enttäuschung über die verpasste Bronzemedaille ist gross. Wir hatten uns gute Chancen ausgerechnet», erklärte der Cheftrainer von Willisau, Thomas Bucheli.

Im letzten Jahr war für die Willisauer Ringer die Welt noch in Ordnung. Sie hielten in den beiden Finalbegegnungen gegen den Nachbarn Hergiswil dem grossen Druck stand und holten den 13. Meistertitel in ihrer Klubgeschichte. In dieser Saison lief es den Luzerner Hinterländern nicht mehr so rund. Das Saisonziel mit der Finalqualifikation verpassten sie mit den beiden Niederlagen im Halbfinal gegen den neuen Meister Kriessern. «Die Rheintaler haben den Abstand zur Konkurrenz dank ihrem breiten Kader ausgeweitet, und sie kämpften abgeklärter», sagt Thomas Bucheli. Der Titelverteidiger musste auf die beiden Leistungsträger Manuel Jakob (Transfer zu Freiamt) und Jonas Bossert (Kreuzbandoperation) verzichten. Solche Absenzen seien nicht leicht zu verkraften. Der nächsten Saison sieht Thomas Bucheli wieder optimistischer entgegen. «Wir werden die jungen Ringer zu einer verschworenen Einheit weiterentwickeln. Es ist viel Potenzial vorhanden.»

Simon Gerber

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Teammeisterschaft, NLA

Kampf um Rang 3 (Best of 3). 2. Kampf: Freiamt - Willisau 23:11. – Freiamt Gewinner mit dem Gesamtskore von 40:30.

Freiamt - Willisau 23:11

57 kg: Nino Leutert s. Roger Kunz 3:0. – 61 kg: Thomas Wild s. Timon Zeder 3:0. – 65 kg: Reto Stadelmann v. Roger Heiniger 1:2. – 70 kg: Michael Bucher v. Tobias Portmann 1:2. – 74 kg: Jayan Göcmen s. Florian Bernet 4:0. – 74 kg: Manuel Jakob s. Mirco Studer 3:1. – 80 kg: Pascal Strebel s. Dominik Bossert 3:0. – 86 kg: Marc Weber v. Marco Riesen 0:4. – 97 kg: Roman Zurfluh v. Samuel Scherrer 1:2. – 130 kg: Pascal Gurtner s. Stefan Reichmuth 4:0.