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RINGEN: Hergiswil nur akustischer Sieger

Der erste Finalkampf zwischen den beiden Hinterländer-Ringerhochburgen enttäuscht stimmungsmässig über weite Strecken. Auf der Matte hingegen zeigen die 20 Ringer packenden Sport.
Geschafft: Der Sieger Jonas Bossert lässt sich feiern. (Bild: Manuela Jans-Koch (Neue LZ))

Geschafft: Der Sieger Jonas Bossert lässt sich feiern. (Bild: Manuela Jans-Koch (Neue LZ))

Wolfgang Rytz

Willisaus Präsident Pius Roos zeigte vor dem Kampf verhaltene Zuversicht. «Es kommt gut», kommentierte er die Ausgangslage nach dem Abwägen der 20 Ringer. Bevor der Lärmpegel in der Willisauer BBZ-Halle in die Höhe schnellte, versuchte der Speaker die dicht gedrängte Zuschauermenge mit einem Samichlaus-Interview bei Laune zu halten. Aber selbst das Outing von der Samichläusin, der Schwingerkönigin Sonia Kälin, liess die Stimmung in der Halle (noch) nicht in die Höhe schnellen.

Das Publikum wartete auf packenden Ringsport und bekam diesen ab dem ersten Fight auf der Matte auch zu sehen. Mal tobte die eine Seite der Halle, mal die andere. Der Ringermatch wog hin und her. Mal schimpfte Willisau mit dem Kampfrichtertrio, mal kritisierte Hergiswil die Entscheide der Unparteiischen. Wie im Tennis entschieden die Kampfrichter in besonders umstrittenen Situationen mit Hilfe der Challenge. Den Ausschlag zum Sieg gaben aber nicht diese Punkte.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Marco Hodel (Hergiswil, rot) kämpft gegen Kilian Aregger (Willisau, blau). (Bild: NeueLZ / Manuela Jans- Koch)
In Bedrängnis: Akos Korica (Hergiswil, rot) verteidigt sich gegen Jonas Bossert (Willisau, blau). (Bild: NeueLZ / Manuela Jans- Koch)
Der NLA-Final im Ringen fand in Willisau statt. (Bild: NeueLZ / Manuela Jans- Koch)
Wie im Tennis entscheiden die Kampfrichter in besonders umstrittenen Situationen mit Hilfe der Challenge. (Bild: NeueLZ / Manuela Jans- Koch)
Akos Korica (Hergiswil, rot) legt sich mit Jonas Bossert (Willisau, blau) an. (Bild: NeueLZ / Manuela Jans- Koch)
Mal tobte die eine Seite der Halle, mal die andere. (Bild: NeueLZ / Manuela Jans- Koch)
Thomas Suppiger (Hergiswil, rot) hebt Martin Steiner (Willisau, blau) in die Luft. (Bild: NeueLZ / Manuela Jans- Koch)
In der Klemme: Thomas Suppiger (Hergiswil, rot) drückt Martin Steiner (Willisau, blau) zu Boden. (Bild: NeueLZ / Manuela Jans- Koch)
8 Bilder

Ringen: Der NLA-Final in Willisau

In der ersten Hälfte wirkte Hergiswil abgeklärter. Die Athleten des Meisters von 2012 und 2013 gingen bissiger, entschlossener zur Sache. Bei Willisau schien die Finalqualifikation den Erfolgshunger ein gutes Stück gestillt zu haben. Cheftrainer Thomas Bucher hatte nach dem Halbfinalerfolg über Schattdorf gesagt: «Alles, was im Final noch kommt, ist Zugabe.» Aber eine solche muss man sich auch im Sport hart erarbeiten. Und dazu taten die Willisauer Ringer im ersten, stimmungsmässig leicht enttäuschenden Final lange zu wenig. Nur mit vehementer Unterstützung des Speakers kam dann doch die typische, ohrenbetäubende Finalatmosphäre auf.

Willisau reagiert auf Rückstand

Die Kampffreude und die akustische Übermacht des Publikums sprachen für die Napf-Ringer. Aber Willisau reagierte nach der Pause eindrücklich. Der Rekordmeister schaltete zwei Gänge höher. Bei Jonas Bossert war endlich jenes Feuer zu spüren, das für einen Meistertitel nötig ist. Hergiswils Schachzug, Akos Korica in die 86-kg-Greco-Klasse abhungern zu lassen, verfehlte seine Wirkung. «Das war ein Superauftritt von Jonas», schwärmte Willisaus Trainer Bucheli. Als dann auch der nächste Internationale, Stefan Reichmuth, mit stoischer Ruhe und grosser Cleverness weitere 3:0-Mannschaftspunkte erbeutete, stürzte die Hergiswiler Festung ein. Alen Kacinaris Verfassung genügte nicht, und zuletzt kämpfte auch der talentierte Martin Grüter gegen den noch talentierteren Willisauer Samuel Schärer auf verlorenem Posten. Willisau demontierte Hergiswil 18:13.

Für Thomas Bucheli war Tobias Portmann der Matchwinner. «Er gab uns nach dem 1:5-Rückstand wieder die nötige Luft.» Der Hergiswiler Sportchef Peter Kunz taxierte hingegen nicht diesen Kampf als ausschlaggebend für die Wende im Kampf. «Die Nuller gegen die Willisauer Internationalen liessen das Momentum auf die andere Seite kippen.» Pius Roos genoss den Triumph. «Tobias Portmann ist bereits mit 16 Jahren sehr abgeklärt. Ihm habe ich diesen Exploit zugetraut. Ich bin stolz, dass die Ringer mein Vertrauen in sie bestätigt haben.»

Ein Vertrauen, das die Willisauer Ringer beim Rückkampf am kommenden Samstag erneut beweisen müssen, wollen sie nach 2010 zum 13. Mal den Schweizer-Meister-Titel nach Willisau holen.

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