RINGEN: Hinterländer-Final fast perfekt

Die Türen für den zweiten Hinterländer Traumfinal nach 2010 sind weit offen. Hergiswil und Willisau gewinnen die ersten Halbfinalbegegnungen deutlich.

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Der Willisauer Jonas Bossert (rechts) hat den Schattdorfer Ruedi Appert fest im Griff und siegt in diesem Kampf mit 3:1. (Bild Corinne Glanzmann)

Der Willisauer Jonas Bossert (rechts) hat den Schattdorfer Ruedi Appert fest im Griff und siegt in diesem Kampf mit 3:1. (Bild Corinne Glanzmann)

Simon Gerber

Das Ringerfieber ist im Luzerner Hinterland wieder so richtig ausgebrochen. Dabei kam es in der BBZ-Halle in Willisau zu einer Premiere. Erstmals wurden am gleichen Abend beide Halbfinalkämpfe ausgetragen. Diese vermochten 1150 Zuschauerinnen und Zuschauer in den Bann zu ziehen. Schon während des ersten Duells zwischen Hergiswil und Kriessern gingen die Emotionen hoch. Der Lärmpegel erreichte auch im Innerschweizer Derby zwischen Willisau und Schattdorf immer wieder Höchstwerte.

Kampf war früh entschieden

Der Hergiswiler Wirbelsturm blies von Beginn weg mit voller Kraft. Das Startsignal dazu gab Pascal Jungo. Dank der grossen Routine gab sich der 40-Jährige mit einer noch hervorragenden Kondition gegen den jungen Patrick Bättig keine Blösse. Diesen Elan setzte der Schwergewichtler Akos Korica fort. Wie er den international erprobten Philipp Hutter mit Durchdrehern am Boden besiegte, war grosse Klasse. Mit einer herrlichen Souplesse zeigte Martin Suppiger seinem Kontrahenten Sandro Moser gleich zu Beginn, wer der Chef auf der Matte ist. «Ich bin erleichtert, dass mir dieser Erfolg gegen den extrem starken Freistilspezialisten gelungen ist», sagt Suppiger.

Nach einer 2:0-Führung kapitulierte Marco Hodel erst dreissig Sekunden vor Schluss gegen den Schweizer Meister Marc Dietsche. Mit nur einem Sieg lag Kriessern bei Halbzeit überraschend klar mit 3:15 zurück. Die Blockade löste sich auch in der zweiten Hälfte nicht mehr. Bereits im sechsten Kampf des Abends fiel die Entscheidung zu Gunsten der Napfringer. Dabei feierte Thomas Suppiger nach einer längeren Verletzungspause im ersten Kampf in dieser Saison ein erfolgreiches Comeback. Nach einem Steigerungslauf ging er gegen Jürg Hutter mit einem 16:0-Erfolg von der Matte. Es sei für ihn nicht einfach gewesen. «Ich musste den Kampf gut einteilen. Je länger dieser dauerte, umso besser lief es mir», resümierte der Routinier. Die Napfringer überzeugten mit einer starken mentalen Einstellung, absolutem Siegeswillen und Athleten, welche ihr Potenzial im richtigen Augenblick abrufen konnten. Der Coach Peter Kunz lobte zu Recht die Entschlossenheit seiner Schützlinge. «Von einem so hohen Sieg habe ich nicht zu träumen gewagt. Nicht nur die Aufstellung, auch der Start gelang uns im Willisauer Exil optimal.»

Auch Willisau mit Topleistung

Vor einem Jahr hat Willisau den Final wegen der Niederlage gegen den Erzrivalen Freiamt verpasst. Jetzt ist der Rekordmeister wieder in der richtigen Spur. Er gewinnt die erste Halbfinalbegegnung gegen Schattdorf überlegen mit 26:11. «Wir haben uns extrem gut vorbereitet und wollten von Beginn weg die Akzente setzen, was uns auch gelungen ist. Das Resultat fiel deutlicher als erwartet aus, was auf drei hohe Siege zurückzuführen ist», sagt Thomas Bucheli, der Cheftrainer von Willisau. Einer davon ging gleich zum Auftakt auf das Konto von Timon Zeder. Dieser hatte die Fehler seines routinierten Gegners Stephan Imholz dank der brillanten Bodentechnik kompromisslos ausgenützt. Mit der Beinschraube punktete der Internationale Marco Riesen den elf Kilogramm schwereren Kranzschwinger Elias Kempf klar aus. Mit Jonas Bossert und Stefan Reichmuth liessen zwei weitere Favoriten nichts anbrennen. Ein Ausrufezeichen setzte der talentierte Tobias Portmann mit dem 8:4-Erfolg gegen den Routinier Sven Gamma.

Dem Überraschungsteam in dieser Saison von Coach Michael Jauch fehlte es nicht an Moral, auch nicht am Engagement. Im Gegenteil. Simon Gerig setzte sich nach einem ausgeglichenen Kampf gegen Kilian Aregger überraschend durch. Mit Mateo Dodos verblüffte ein weiterer Schattdorfer mit Kreuzgriffen gegen Roger Heiniger. «Willisau ist brutal stark und wird zu Recht in den Final kommen. Mit unserer Leistung sind wir dennoch sehr zufrieden», sagt Jauch.

Hergiswil - Kriessern 24:12

57 kg: Pascal Jungo s. Patrick Bättig 4:0

61 kg: Thomas Wisler s. Christoph Wittenwiler 4:0

65 kg: Marco Hodel v. Marc Dietsche 1:2

70 kg: Patrick Stadelmann s. David Hungerbühler 2:1

74 kg: Alen Kacinari v. Steven Graf 1:3

74 kg: Martin Grüter v. Fabio Dietsche 0:3

80 kg: Benno Jung s. Damian Dietsche 2:1

86 kg: Thomas Suppiger s. Jürg Hutter 4:0

97 kg: Martin Suppiger s. Sandro Moser 3:1

130 kg: Akos Korica s. Philipp Hutter 3:1

Willisau - Schattdorf 26:11

57 kg: Timon Zeder s. Stephan Imholz 4:0

61 kg: Tobias Portmann s. Sven Gamma 2:1

65 kg: Kilian Aregger v. Simon Gerig 1:2

70 kg: Roger Heiniger v. Mateo Dodos 1:2

74 kg: Manuel Jakob s. Pascal Gisler 4:0

74 kg: Samuel Scherrer s. Nicolas Christen 2:1

80 kg: Stefan Reichmuth s. Heinz Zberg 4:1

86 kg: Jonas Bossert s. Ruedi Appert 3:1

97 kg: Marco Riesen s. Elias Kempf 4:0

130 kg: Martin Steiner v. Michael Jauch 1:3