RINGEN: In den Fussstapfen des Vaters und seines Onkels

Samuel Scherrer gewinnt locker den dritten Schweizer-Meister-Titel bei den Junioren in Serie. Im Fokus steht für den 20-jährigen Willisauer jedoch die Nachwuchs-Europameisterschaften von Ende Juni in Dortmund.

Simon Gerber
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Der Ringer Samuel Scherrer aus Willisau. (Bild: Dominik Wunderli)

Der Ringer Samuel Scherrer aus Willisau. (Bild: Dominik Wunderli)

In der Sporthalle Brüel in Einsiedeln herrschte an den Schweizer Freistil-Meisterschaften auf den drei Matten Hochbetrieb. Mittendrin Samuel Scherrer, einer der Hoffnungsträger im Schweizer Ringsport. Der Willisauer spielte seine Trümpfe bei den vier Gegnern voll aus und gab keinen einzigen Punkt ab. Am Schluss liess sich der 20-Jährige in der Gewichtsklasse bis 96 Kilogramm als überlegener Sieger feiern.

Das Niveau war allerdings bescheiden. «Trotzdem nahm ich die Meisterschaften nicht auf die leichte Schulter. Es muss zuerst immer gerungen werden», resümierte Samuel Scherrer, der den 13. Titel in seiner noch jungen Laufbahn holte. Hinter diesen Erfolgen steht viel harte Arbeit. Anfang Jahr reiste der gross gewachsene Athlet zusammen mit seinem Trainingskollegen Stefan Reichmuth in die USA. An der Cornell University, im Norden des Bundesstaats New York, fand das Luzerner Duo während acht Wochen perfekte Trainingsbedingungen vor. Vormittags waren individuelle Kraft- und Ausdauertrainings, nachmittags Mattentrainings mit starken Sparringpartnern angesagt. «Dieser Aufenthalt war für mich sehr wertvoll. Technisch machte ich einen weiteren Schritt nach vorne, aber auch kraftmässig konnte ich markant zulegen», sagt Samuel Scherrer rückblickend.

Fokus auf Vorbereitungen für die EM gerichtet

Disziplin wird bei ihm gross­geschrieben und gehört wie die Ruhe während eines Wettkampfes eindeutig zu seinen grossen Stärken. Nach den Freistil-Meisterschaften in Genf beginnen für den willensstarken und ehrgeizigen Hinterländer die Vorbereitungen für die Europameisterschaften der Junioren von Ende Juni in Dortmund. Was hat sich der ambitionierte Freistilspezialist zum Ziel gesetzt? Er überlegt nicht lange: «Ich will mindestens in die Top 5. Bei meinem letzten Auftritt als Junior erhoffe ich mir eine Medaille.»

Bei Samuel Scherrer dreht sich derzeit alles ums Ringen. Nach dem Lehrabschluss als Landmaschinenmechaniker im letzten Jahr wurde er von der Firma Bächtold-Landtechnik AG in Menznau in einem 45-Prozent-Pensum weiterbeschäftigt. «Einen derart grosszügigen Arbeitgeber mit so viel Freiheiten zu haben, ist fantastisch», betont Scherrer. Die Begeisterung für den Ringsport findet sich in seinen Genen. Er entstammt einer Ringerfamilie. Schon sein Vater Pius und sein Onkel Rolf machten mit dem Gewinn von Schweizer-Meister-Titeln Furore.

Als bisher einziger Willisauer nahm Rolf Scherrer an zwei Olympischen Spielen 2000 in Sydney und 2004 in Athen teil. Nun träumt auch sein Neffe von einer Teilnahme. Sein Fernziel sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Dann ist er mit 23 Jahren im besten Ringeralter und möchte in die Fussstapfen seines Onkels Rolf Scherrer treten.

Simon Gerber

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Schweizer Meisterschaft

Einsiedeln. SM-Freistil, Junioren. Bis 50 kg: 1. Fabian Zraggen (Schattdorf). – Bis 55 kg: 1. Thomas Epp (Schattdorf). 2. Rasul Israpilov (Brunnen). – Bis 60 kg: 1. Nino Leutert (Freiamt). – Bis 66 kg: 1. Dominik Laritz (Oberriet-Grabs). 2. Michael Kurmann (Hergiswil). 3. Raphael Schärli (Ufhusen). 6. Julian Unternäher (Hergiswil). – Bis 74 kg: 1. Tobias Portmann (Willisau). 6. Raphael Suter (Brunnen). – Bis 84 kg: 1. Marc Weber (Thalheim). 4. Simon Marti (Ufhusen). 5. Adrian Bruhin (Tuggen). – Bis 96 kg: 1. Samuel Scherrer (Willisau). 3. Luca Epp (Schattdorf). – 120 kg: 1. Damian Ulrich (Tuggen).

Jugend A: Bis 32 kg: 1. Roman Kehl (Oberriet). 4. Anja Epp (Schattdorf). 5. Samuel Dubach (Hergiswil). – Bis 35 kg: 1. David Aregger (Hergiswil). 3. Marc Kaufmann (Willisau). 4. Florian Iten (Brunnen). – Bis 38 kg: 1. Magomed Batsiev (Hergiswil). 5. Ueli Rölli (Willisau). 6. Philipp Aregger (Hergiswil). – Bis 42 kg: 1. Michael Epp (Schattdorf). 3. Fritz Reber (Tuggen). 4. Jonas Kälin (Einsiedeln). – Bis 47 kg: 1. Samuel Vetsch (Oberriet-Grabs). 3. Adrian Kauflin (Einsiedeln). 4. Sebastian Schwyzer (Willisau). – Bis 53 kg: 1. Sven Epp (Schattdorf). 2. Patrick Kurmann (Willisau). 4. Elias Leunberger (Ufhusen). – Bis 59 kg: 1. Daniel Loher (Kriessern). 2. Nicola Alt (Ufhusen). 3. Flavio Herger (Schattdorf). 4 Esra Reinhard (Ufhusen). – Bis 66 kg: 1. Jonas Schwaller (Sense). 3. Peter Zberg (Schattdorf). 4. Remo Kneubühler (Ufhusen). – Bis 74 kg: 1. Ivan Heller (Willisau). – Bis 85 kg: 1. Stefan Bzenic (Einsiedeln).