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RINGEN: Willisau bodigt ein «gallisches, widerspenstiges Dorf»

Willisau bezwingt Hergiswil im zweiten NLA- Finalkampf 19:15 und ist Schweizer Meister. Der Trainer des Verlierers kündet bereits den nächsten Angriff an.
Geschafft: Nach einer Durststrecke von fünf Jahren sind die Willisauer Ringer wieder Schweizer Meister. (Bild: Dominik Wunderli)

Geschafft: Nach einer Durststrecke von fünf Jahren sind die Willisauer Ringer wieder Schweizer Meister. (Bild: Dominik Wunderli)

Stephan Santschi

Willisau feiert den Schweizer Meister Titel. (Bild: Dominik Wunderli)
Nachdem Manuel Jakob den letzten kampf gewonnen hat, ist Willisau Meister (Bild: Dominik Wunderli)
Willisau jubelt über den Titel. (Bild: Dominik Wunderli)
Die Zuschauer in der Halle fiebern mit. (Bild: Dominik Wunderli)
Stefan Reichmuth aus Willisau gegen den Hergiswiler Alen Kacinar. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Der Willisauer Kilian Aregger gegen Marco Hodel. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Der Hergiswiler Marco Hodel gegen Kilian Aregger (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ
Stefan Reichmuth macht nach seinem gewonnen Kampf gegen Alen Kacinari vor den Willisau fans einen Rückwärtssalto. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ
Stefan Reichmuth macht nach seinem gewonnen Kampf gegen Alen Kacinari vor den Willisau fans einen Rückwärtssalto. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Stefan Reichmuth macht nach seinem gewonnen Kampf gegen Alen Kacinari vor den Willisau fans einen Rückwärtssalto. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ
Ringen: Willisau-Hergiswil (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Der Willisauer Jonas Bosshert gegen Thomas Suppiger. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ
Der Willisauer Jonas Bosshert gegen Thomas Suppiger. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
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Willisau ist Schweizermeister

Um 21.30 Uhr gab es in der BBZ-Halle in Willisau kein Halten mehr. Das gesamte Team des Ringer-Clubs Willisau stürmte auf Manuel Jakob zu und begrub ihn unter sich. Jakob hatte den letzten Kampf im zweiten NLA-Final-duell gewonnen, das Skore auf 19:15 geschraubt und damit dem Rekordmeister den 13. Titel beschert. «Ich empfinde einfach nur Freude, das ist überwältigend», rang Thomas Bucheli nach der Pokalübergabe um Fassung.

Er, der 38-jährige Trainer, war als Aktiver 23-mal Schweizer Meister, letztmals 2010, als man ebenfalls Hergiswil im Final bezwungen hatte. Nun steht er erstmals als Trainer zuoberst. «In den letzten fünf Jahren haben wir hier etwas aufgebaut, ein junges und dynamisches Team», schwärmte Bucheli. Auf der anderen Seite musste sich Olaf Brandt, der Trainer der Hergiswiler, mit der Silbermedaille begnügen: «Schade, das Glück war auch heute wieder auf der Seite von Willisau. Doch wir haben mehr erreicht, als erwartet werden konnte. Nicht Kriessern, nicht Freiamt ist hier, sondern Hergiswil. Ein gallisches, widerspenstiges Dorf.»

Hymne, Bodybuilder, Nummerngirls

Rückblende. Kurz nach 19 Uhr betreten die 20 Gladiatoren die Arena. Die Anspannung steigt, auch auf den prall gefüllten Tribünen. Damit keine Zweifel aufkommen, dass es um den Schweizer- Meister-Titel geht, wird die Szenerie mit zusätzlichen Elementen angereichert. Zwei Blondinen in schwarzen Einteilern und hochhackigen Schuhen treten durch einen Vorgang aus Rauch und präsentieren die Tafeln der Gewichtsklassen, wie es im Boxen vor den Runden die Nummerngirls tun. Trotz Fokus kann es sich der eine oder andere Athlet nicht verkneifen, zu den hübschen Damen hinüberzublinzeln. Dann erklingt die Schweizer Hymne – es kann losgehen.

Zehn Duelle stehen auf dem Programm. Die Leichtesten (bis 57 kg) beginnen, gefolgt von den Schwersten (130 kg). Zweimal drei Minuten dauert ein Zweikampf, es wird gezerrt, gestossen, gehalten, gehoben und nach Beinen gehechtet. Mitunter fliegt ein Plüschwürfel vom Wettkampftisch auf die Matte, wenn der Hauptschiedsrichter das Geschehen unterbricht. Dann werden den Athleten die Muskeln gelockert, mit Handtüchern Luft zugewedelt, Schweiss und seltener auch mal Blut abgewischt.

Das Hinterländer Derby ist hart umstritten, wie erwartet, und es erreicht im dritten Kampf den ersten stimmungsmässigen Höhepunkt. Der Willisauer Tobias Portmann, mit 16 der jüngste Finalteilnehmer, besiegt den Rüstigsten, den 40-jährigen Pascal Jungo auf spektakuläre Weise. Anschliessend zelebriert das Toptalent die Welle und einen Rückwärtssalto. Ringen auf diesem Niveau bietet nicht nur knallharten Kampf und technische Finesse, sondern es ist auch eine Show. Das zeigt sich später wieder, in der zu langen Pause, als ein Bodybuilder seinen gestählten Körper präsentiert, als Ehrungen und Willkommensgrüsse das Warten auf die Fortsetzung in die Länge ziehen. Ein Warten, das sich allerdings lohnte.

Der zweite Finalkampf war bis zum Schluss ein Krimi, der unter den 1960 Zuschauern für eine fantastische Stimmung sorgte. «Einfach finalwürdig, diese Atmosphäre hier», zeigte sich Hergiswil-Trainer Olaf Brandt beeindruckt. Für das nächste Jahr machte er schon im Moment der Niederlage eine Kampfansage. «Wir bleiben beisammen, wir werden nächstes Jahr wieder hier stehen. Ob es wieder gegen Willisau sein wird, werden wir sehen.»

Solche Gedanken machte sich sein Gegenüber Thomas Bucheli noch nicht: «Jetzt wird erst einmal gefeiert.»

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