RINGEN: Willisau ist verdienter Sieger

Im Innerschweizer Derby wird Willisau von Schattdorf gefordert, doch am Ende setzt sich der Rekordmeister verdient durch.

Simon Gerber
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Wer in dieser Saison die Kämpfe des Ringklubs Willisau Lions besucht, wird bestens unterhalten. In der gut besetzten Grundmatte-Turnhalle in Schattdorf ging es auf der Ringermatte von der ersten bis zur letzten Minute richtig zur Sache. Zunächst waren es vor allem die Urner, die das Zepter an sich rissen. Sie waren offensichtlich gewillt, den Luzernern wie oft schon in der Vergangenheit Paroli zu bieten. Sie gingen gleich mit 4:2 in Führung. Der Leichtgewichtler Stephan Imholz setzte sich dank der grossen Routine gegen das Jungtalent Mansur Mavlaev mit 7:6 durch. Hart umkämpft war das Spitzenduell in der schwersten Gewichtsklasse. Der Junioreninternationale Samuel Scherrer rang bis zuletzt verzweifelt nach Punkten, doch sein Kontrahent Michael Jauch setzte sich ein weiteres Mal hauchdünn mit 4:3 durch.

«Ja es stimmt, Michi ist für mich ein Angstgegner, gegen den ich bis jetzt noch nie gewinnen konnte. Ich probierte alles, aber der Gewichtsunterschied von 16 Kilogramm war zu gross», resümierte der 20-Jährige. Danach schlugen die Gäste mit zwei Siegen durch den taktisch klug agierenden Timon Zeder und den überragenden Internationalen Stefan Reichmuth zurück. Der Schweizer-Freistilmeister Simon Gerig manövrierte mit präzisen Beinangriffen Lukas Bossert mit 7:1 aus. «Gegen ihn habe ich noch nie so deutlich gewonnen. Ich tastete zuerst ab und wollte das Pulver nicht zu früh verschiessen», kommentierte der 22-jährige Student.

Vier deutliche Einzelsiege machen den Unterschied

Nach dem 8:9-Pausenstand setzte der Steigerungslauf der Gäste ein. Diesen startete Jonas Bos­sert mit dem überzeugenden Pflichtsieg gegen Lucas Epp. Das Highlight des Abends war der Schultersieg von Roger Heiniger. Er nützte nach einer 7:1-Führung die Chance aus dem Zwiegriff gegen Mateo Dodos eiskalt aus und liess sich als viel umjubelter Sieger feiern. Andreas Reichmuth machte es seinem vier Jahre jüngeren Bruder Stefan nach. Er begeisterte mit seiner variantenreichen Beinarbeit und gab gegen Renato Kempf keinen einzigen Punkt ab. Mit dieser Leistung sorgte der gelernte Schreiner vorzeitig für den erwarteten Triumph von Willisau. Den beiden Siegringern Kim Besse und Nicolas Christen gelang es mit ihren abschliessenden Erfolgen, die Niederlage von Schattdorf in Grenzen zu halten. Beide Teams hatten je fünf Siege auf ihrem Konto. «Schattdorf ist für uns ­immer ein unbequemer und hartnäckiger Gegner, den wir ­ nie unterschätzen dürfen. Der Schlüssel zum Erfolg waren eindeutig die vier Siege mit 4:0. Für mich war der Schultersieg von Roger Heiniger eine tolle Überraschung. Er zeigte seine bisher beste Saisonleistung», resümierte Philipp Rohrer, der Greco-Trainer von Willisau. Er sei mit dem Teamspirit momentan sehr zufrieden. Alle zögen im Training und im Wettkampf am gleichen Strick.

Nach der Mannschaftsaufstellung war Michael Jauch, der Trainer von Schattdorf überzeugt, dass gegen die Luzerner ein Erfolg möglich sein könnte. «Nach dem fulminanten Start zerstörten vier deutliche Einzelsiege des Gegners unsere Hoffnungen wieder. Aus diesem Duell nehmen wir jedoch viele positive Punkte mit für die weiteren Kämpfe. Unser Saisonziel ist nach wie vor das Erreichen des Halbfinals.»

Wieder Kanterniederlage für Hergiswil

Eine Woche nach der 7:30-Kanterniederlage gegen Freiamt ­setzte es für den letztjährigen Fi­­­­na­listen Hergiswil erneut eine Schlappe ab. Die Napfringer verloren das Auswärtsduell gegen Titelverteidiger Kriessern mit 9:29 Punkten. Mit der Bilanz von einem Sieg und drei Niederlagen belegen die Luzerner den für sie ungewohnten zweitletzten Tabellenplatz.

Simon Gerber

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Schattdorf – Willisau 15:22

57 kg: Stephan Imholz s. Mansur Mavlaev 2:1. – 61 kg: Sven Gamma v. Timon Zeder 1:2. – 65 kg: Simon Gerig s. Lukas Bossert 3:1. – 70 kg: Mateo Dodos v. Roger Heiniger 0:4. – 74 kg: Kim Besse s. Mirco Studer 3:1. Nicloas Christen s. Roger Junker 4:0. – 80 kg: Renato Kempf v. Andreas Reichmuth 0:4. – 86 kg: Lukas Epp v. Jonas Bossert 0:4. – 97 kg: Elias Kempf v. Stefan Reichmuth 0:4. – 130 kg: Michael Jauch s. Samuel Scherrer 2:1.

Kriessern – Hergiswil 29:9

57 kg: Guillermo Figueroa s. Louis Müller 3:1. – 61 kg: Christoph Wittenwiler v. Thomas Wisler 1:2. – 65 kg: Gagik Gazharyan s. David Wisler 2:1. – 70 kg: Manuel Wittenwiler s. Marco Hodel 4:0. – 74 kg: Marc Dietsche s. Adrian Kronenberg 4:0. David Hungerbühler v. Martin Grüter 1:2. – 80 kg: Tobias Beschart s. Philippe Kunz 4:1. – 86 kg: Fabio Dietsche s. Julius Kurmann 4:1. – 97 kg: Philipp Hutter s. Martin Suppiger 2:1. – 130 kg: Roman Betschart s. Silvio Wyrsch 4:0.

Einsiedeln – Freiamt 8:31

57 kg: Dany Kälin v. Nils Leutert 0:4. – 61 kg: Patrick Dähler v. Nico Leutert 0:4. – 65 kg: Michael Schönbächler v. Randy Vock 1:3. – 70 kg: Lorenz Schönbächler v. Pascel Strebel 0:4. – 74 kg: Jan Neyer s. Michael Bucher 4:0. Matthias Käser v. Jayan Göcmen 0:3. – 80 kg: Andreas Burkard s. Nico Küng 3:1. – 86 kg: Kein Gegner – Manuel Stierli 0:4. – 97 kg: Robert Valentin v. Pascal Gurtner 0:4. – 130 kg: Michael Hess v. Roman Zurfluh 0:4.