RINGEN: Willisauer und Schattdorfer erfüllen ihr Soll

Rekordmeister Willisau und Schattdorf liegen nach Abschluss der Vorrunde auf Halbfinalkurs. Für Hergiswil dürfte es eher schwierig werden.

Simon Gerber
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Zur Halbzeit der Qualifikation in der Schweizer Teammeisterschaft zeichnen sich in der Tabelle die ersten Konturen ab. Die beiden Finalanwärter Kriessern und Willisau sind noch ungeschlagen und liegen an der Spitze. Willisau kann mit der ersten Hälfte der Saison mehr als zufrieden sein. Die letzte Saison (Platz 4) scheint weit weg, der Rekordmeister bildet zusammen mit dem Titelverteidiger Kriessern eine Spitzengruppe, die sich vom Rest der Liga schon deutlich separiert hat. Die komfortable Tabellensituation der Luzerner ist das eine, die individuellen Darbietungen der Willisauer Akteure das andere. Mit fünf Siegen ragt als einziger Athlet Andreas Reichmuth heraus. «Es zeigte sich, dass bisher noch nicht alle ihr Maximum aus sich herausholen konnten und es zum Teil auch noch an der Konzentration fehlte. Auch mental müssen sich die Athleten noch erheblich verbessern und kaltblütiger werden», erklärt Thomas Bucheli, der Cheftrainer von Willisau.

Weil in der Rückrunde die Stilart wechselt, müsse bei der individuellen Vorbereitung zusätzlich viel Zeit investiert werden. Die Saisonplanung sehe vor, in den Halbfinalkämpfen die Topform zu erreichen. «Ich bin zuversichtlich, dass uns dies gelingen wird und wir den Final erreichen», führt Thomas Bucheli aus.

Hergiswil fällt als Leistungsträger aus

Mit Kampf und Disziplin hat Schattdorf gezeigt, dass es sich in dieser Saison wieder nach vorne ausrichten kann. Nach dem Sieg im Schlüsselkampf gegen Hergiswil sind die Urner auf dem besten Weg, wie schon 2015, erneut den Halbfinal zu erreichen. Sie wirkten gegen die Napfringer entschlossener und zeigten eine abgeklärte Leistung. «Entschieden ist zwar noch nichts. Aber mit einem Bein sind wir schon im Halbfinal», freut sich der Trainer Michael Jauch. Das Team habe sich mental weiterentwickelt und sei auch routinierter geworden. Dabei habe sich die Neuverpflichtung des Schweizer Meisters Kim Besse als Volltreffer erwiesen. «Der Unterwalliser passt nicht nur ausgezeichnet in unsere Equipe, sondern er zeichnet sich als grosser Kämpfer mit Siegerqualitäten aus», sagte Jauch.

Nach der vierten Niederlage in Serie gegen Schattdorf bleibt die Lage für Hergiswil ernst. Der letztjährige Finalist ist sportlich angeschlagen. Die Abgänge der drei langjährigen Leistungsträger Akos Korica, Pascal und Benno Jungo hinterliessen eine schmerzliche Lücke. Zudem fällt mit Marco Hodel ein weiterer Leistungsträger für den Rest der Saison aus. Der Student zog sich vor einer Woche im Kampf gegen Kriessern eine schwere Ellbogenverletzung zu. «Gegen Schattdorf habe ich einen Sieg oder wenigstens ein Unentschieden erwartet. Es wird nun enorm schwierig, aus unserer Negativspirale wieder herauszufinden und aus eigener Kraft den Halbfinal zu erreichen», sagt Daniel Stadelmann, der Präsident von Hergiswil.

«Transfersieger» noch ohne Punkte

Noch ohne Punkte steht überraschend der Transfergewinner Einsiedeln am Tabellenende. Dem neu verpflichteten Motivationstrainer Urs Bürgler ist es noch nicht gelungen, der Mannschaft ein neues Gesicht zu geben. Allerdings beklagen die Ringer aus dem Klosterdorf mit Sven und Yves Neyer zwei verletzte Leistungsträger.

Simon Gerber

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Schweizer Mannschaftsmeisterschaft. NLA. 5. Runde: Willisau – Einsiedeln 35:5. Kriessern – Freiamt 22:16. Hergiswil – Schattdorf 16:18. – Rangliste (je 5 Begegnungen): 1. Willisau und Kriessern je 9. 3. Freiamt 6. 4. Schattdorf 4. 5. Hergiswil 2. 6. Einsiedeln 0.

Hergiswil – Schattdorf 16:18

57 kg: Patrick Rölli s. Stephan Imholz 4:1. – 61 kg: Thomas Wisler v. Sven Gamma 1:2. – 65 kg: Raphael Bättig v. Simon Gerig 0:4. – 70 kg: David Wisler v. Mateo Dodos 1:2. – 74 kg: Martin Grüter v. Kim Besse 1:2. Adrian Kronenberg v. Nicolas Christen 0:4. – 80 kg: Raphael Kaufmann s. Renato Kempf 2:1. – 86 kg: Thomas Suppiger s. Lucas Epp 4:0. – 97 kg: Joel Ambühl v. Elias Kempf 1:2. – 130 kg: Martin Suppiger s. Michael Jauch 2:0.

Willisau – Einsiedeln 35:5

57 kg: Mansur Mavlaev s. Kay Neyer 4:1. – 61 kg: Timon Zeder s. Patrick Dähler 3:0. – 65 kg: Lukas Bossert s. Michael Schönbächler 2:1. – 70 kg: Alex Knecht s. Lorenz Schönbächler 4:0. – 74 kg: Tobias Portmann s. Jan Neyer 3:1. Roger Heiniger s. Matthias Käser 4:0. – 80 kg: Andreas Reichmuth s. Andreas Burkard 3:1. – 86 kg: Dominik Bossert s. Tamas Ladanyi 4:0. – 97 kg: Marco Riesen s. Michael Hess 4:0. – 130 kg: Samuel Scherrer s. Robert Valentin 4:1.