Röthlin ohne Risiko auf Rang 12

Der Marathon-Europameister Viktor Röthlin musste sich beim Grand Prix von Bern als bester Nicht-Afrikaner mit Rang 12 begnügen. Den Sieg sicherte sich zum dritten Mal in Serie der Kenianer Daniel Chebii. Bei den Frauen triumphierte dessen Landsfrau Caroline Chepkwony.

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Viktor Röthlin wird 12. und bester Schweizer beim GP Bern. (Bild: Keystone)

Viktor Röthlin wird 12. und bester Schweizer beim GP Bern. (Bild: Keystone)

Aufgrund seiner Verfassung hatte sich Röthlin eine Endzeit von 48 Minuten zugetraut. Wegen des schlechten Wetters war er jedoch mit 50:16 deutlich langsamer. «Es war ein schwieriger Lauf. Die Zeit ist alles andere als zufriedenstellend, aber nicht beunruhigend», sagte der 37-jährige Obwaldner. Weil die Strassen rutschig waren, ging Röthlin im Hinblick auf die Olympischen Spiele in London kein Risiko ein. «Ich habe es nicht geschafft die Handbremse zu lösen, konnte nicht vom vierten in den fünften Gang schalten. Es hätte jedoch keinen Sinn gemacht, Hals und Kragen zu riskieren, um eine Minute schneller zu sein. Ich bin mit Kopf gelaufen», erklärte der Läufer des STV Alpnach.

Dies umso mehr, als Röthlin den ersten Kilometer in 2:40 zurücklegte. «Ich bin so schnell gerannt wie in meinem ganzen Leben noch nie.» Das sei ein Tempobereich, in dem er nicht mehr alles unter Kontrolle haben. Dennoch war das Rennen für ihn nach 1000 m bereits gelaufen. Denn Chebii ging die «schönsten 10 Meilen der Welt» in sagenhaften 2:30 an. «Ich wusste, dass ich keine Chance habe, es war jedoch schon frustrierend, dass die Spitzengruppe bereits weg war», sagte der Olympia-Sechste von 2008 im Marathon.

Röthlin steht allerdings erst am Anfang seiner 14-wöchigen Marathonvorbereitung für London, noch stehen ihm 13 Wochen bevor. Deshalb kann seine Verfassung noch gar nicht top sein. «Es wartet noch sehr viel Arbeit auf mich, ich habe in der Vergangenheit jedoch schon mehrmals bewiesen, dass ich fähig bin, am Tag X in Topform zu sein», so der Vater einer Tochter. Am kommenden Samstag fliegt er für eine Woche nach Sardinien, wo er Hobbyläufer trainiert. Danach geht er für den ersten dreiwöchigen Höhenblock nach Melchsee-Frutt. Später stehen noch drei Wochen im Engadin auf dem Programm.

Sieger Chebii gelang es als erstem Läufer, dreimal hintereinander den GP Bern zu gewinnen. Mit dem 46:14 realisierte er die zweitbeste je gelaufene Zeit bei diesem Event - zum Streckenrekord von Zersenay Tadese aus dem Jahr 2004 fehlten ihm etwas mehr als zehn Sekunden. Röthlin bezeichnete die Leistung von Chebii als «eindrücklich». Der Kenianer verwies den Äthiopier Tolossa Chengere um 1:31 Minuten auf Rang 2. Dritter wurde der Kenianer Patrick Ereng.

Bei den Frauen avancierte Annina Berri (Weesen) als Fünfte zur besten Einheimischen. Sie verlor mit einer Zeit von 58:27 Minuten 3:50 auf Chepkwony. Weiter standen die Deutsche Susanne Hahn und die Russin Jekaterina Schljachowa auf dem Podest.

Bern. Swiss Runners. Grand-Prix von Bern. 10 Meilen (16,093 km): 1. Daniel Chebii (Ken) 46:14. 2. Tolossa Chengere (Äth/Epalinges) 47:45. 3. Patrick Ereng (Ken) 47:48. 4. Tadesse Abraham (Eri) 48:47. 5. Simon Tesfay (Eri/Uster) 49:18. 6. Bernard Matheka (Ken) 49:53. Ferner: 12. Viktor Röthlin (Ennetmoos) 50:16. 20. Christian Mathys (LGerbersport) 51:35. 21. Raffael Huber (Hedingen) 51:56. 22. Lukas Salvisberg (Hasle-Rüegsau) 52:36. 23. Johnny Morgenthaler (GG Bern) 52:39. 24. David Senn (Ostermundingen) 52:40. 25. Matthias Bieri (ST Bern) 52:42. 26. Christian Ackeret (Deitingen) 52:42. 28. Ulisses Joos (BTV Chur) 53:19. 29. Eric Rüttimann (Untereggen) 53:24. Frauen: 1. Caroline Chepkwony (Ken) 54:37. 2. Susanne Hahn (De) 55:31. 3. Jekaterina Schljachowa (Russ) 58:21. 4. Olena Schurchno (Ukr) 58:25. 5. Annina Berri (Weesen) 58:27. 6. Tetjana Mesentsewa (Ukr) 58:30. 7. Monika Fürholz (CA Marly) 58:44. Ferner: 9. Laura Hrebec (Muraz) 58:52. 10. Ursula Spielman (All Blacks Thun) 58:57. 11. Evelyne Jeitziner (All Blacks Thun) 59:12. 12. Monika Oberlin (TSV Galgenen) 1:00:09. 13. Susanne Rüegger (LK Zug) 1:00:38. 14. Brigitta Mathys (Biel) 1:00:41. 16. Luzia Schmid (Homburg) 1:00:57. 17. Regula Zahno (Rechthalten) 1:01:04.

SI