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Roger Federer, der Lehrling

Sportredaktor Albert Krütli über Roger Federer
Sportredaktor Albert Krütli. (Bild: Philipp Schmidli / LZ (Luzern, 3. Dezember 2016))

Sportredaktor Albert Krütli. (Bild: Philipp Schmidli / LZ (Luzern, 3. Dezember 2016))

Stellen Sie sich vor: Sie sind Tennisprofi, 35-jährig und haben 17 Grand-Slam-Titel gewonnen. Man nennt Sie ehrfurchtsvoll Maestro – und dann kommt jemand und erklärt Ihnen, dass Sie Ihr Spiel unbedingt verbessern müssen, wenn Sie nach beinahe fünfjährigem Unterbruch noch einen Major-Sieg feiern wollen. Wie würden Sie reagieren?

Nun: Ich weiss nicht, ob sich das im Fall von Roger Federer so zugetragen hat oder ob er vielleicht selber realisiert hat, dass er etwas ändern muss, um nochmals zu triumphieren. Tatsache ist, dass der Schweizer Superstar nach seiner halbjährigen Verletzungspause stärker als je zuvor zurückgekommen ist. Er hat beim Australian Open den 18. Grand-Slam-Titel geholt, danach die Masters-Turniere in Indian Wells und Miami gewonnen und in seinen zwanzig Spielen seit Jahresbeginn nur einmal verloren.

Wie ist das möglich? Der Service, die Vorhand und das Netzspiel sind weiterhin seine Stärken. Aber die Rückhand hat Federer massiv verbessert. Der Rekord-Grand-Slam-Sieger schlägt mit seiner Rückhand so viele Winner wie nie zuvor. Und zudem lässt er sich kaum mehr von der Grundlinie wegdrücken. Der Maestro, der eigentlich niemandem mehr etwas beweisen muss, wollte sich selber beweisen, dass er das kann. Der Maestro wurde zum Lehrling.

Seine Gegner müssen das neidlos anerkennen. Vor allem Rafael Nadal. Der Spanier hat kürzlich einige Regeländerungen vorgeschlagen, damit die Partien wieder spannender, attraktiver würden. Weil die Spieler immer grösser werden, sollte auch das Netz etwas höher gespannt werden, um so Serviceschlachten zu verhindern. Und die Bälle sollten etwas grösser und langsamer werden, damit die Zuschauer wieder vermehrt Ballwechsel zu sehen bekommen. Seine Vorschläge haben durchaus etwas an sich – und sie würden zu seinem Spiel passen. Nadal schlägt die Bälle mit viel Topspin, womit sie hoch übers Netz fliegen. Und Nadal liebt die langen Ballwechsel, in denen er seine Physis ausspielen kann.

Es ist nicht damit zu rechnen, dass Nadals Vorschläge in nächster Zeit umgesetzt werden. Sollte es aber trotzdem passieren, dann würde Federer wohl nochmals vom Maestro zum Lehrling mutieren …

Albert Krütli, Sportredaktor

albert.kruetli@luzernerzeitung.ch

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